Die unendlichen Geschichten einer unendlichen Welt.
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Dae Lyr


Name: Dae Lyr Hyaddan Sikaryan

(Elfischer Name "Lyr Sikaryan "Meer der Lebenskraft" )

(Selbsternannt: Dae Hyaddan ("Der wandernde Schatten" )

Alter: 221 (Untot: 12 Jahre)

Rasse: Nachtelf

Klasse: ehemals Druide, jetzt Todesritter

Herkunft: Norddrassil, Kalimdor  Acherus

Berufung: Druide,Gesandte der "Ritter der schwarzen Klinge"

 

Mutter:  Svalva Sikaryan ("Die Schwalbe" )

Vater: Vhalbarion Hyaddan ("Der behütete Wanderer" )

 Stiefvater: Eor Valdra ("Der Gerechte" )


Zeitlinie:

-10000 Krieg der Ahnen

-500 Zerstörung Draenor

-200 Geburt von Dae

-200 bis -190 Dae wird durch ihre Amme großgezogen

-190 Vhalbarion geht in den smaragdgrünen Traum (Dae 10 Jahre)

-175 Svalva lernt Eor kennen und macht ihn zu ihrem Gefährten (Dae 25 Jahre)

-170 Jahre Larian verlässt Dae, Dae lernt bei den Druiden und lässt sich im Kampf ausbilden (Dae 30 Jahre)

-100 Korruption der Orcs

-50 Dae verlässt Svalva und beginnt ihre offizielle Ausbildung als Druidin

0 Orcs betreten Azeroth (Dae 200 Jahre)

6 Der Zweite Krieg: Krieg zwischen Menschen und Orcs

20 Der Dritte Krieg: Die Geißelinvasion

Nachtelfen erwecken die schlafenden Druiden    Vhalbarion wird erweckt

Dae wird mit ihrem Vater zu heilenden Arbeiten in die Pestländer beordert (Dae 220 Jahre alt)

Vhalbarion stirbt in den Pestländern durch einen Überfall der Geißel, Dae ist schockiert und sucht nach Gründen -> Ihre Druidische Magie ist zu schwach

Dae nimmt das Angebot „der Stimme“ an, Stärker zu werden um Rache zu nehmen, sie wird wiedergeboren (221Jahre alt)

21-33 Dae dient dem Lichkönig als Todesritter

33 Tötet ihre Amme im Gefängnis von Neu-Avalon

33 Dae wird durch Arthas verraten und tritt dem Orden der Ritter der schwarzen Klinge unter der Führung Morgraines bei, sie wird zur Repräsentant für die Allianz auserwählt und reist nach Sturmwind um König Varian Wrynn zu treffen und ihm die Unterstützung der Todesritter gegen die Geißel und Arthas zu versichern

~ Dae kämpft auf Befehl hin an der Seite der Allianz

 

Der Anfang - Wie alles begann:

Sie war in die Ära des Lebens geboren worden. Jahrhunderte nachdem der Krieg der Ahnen die Welt der Nachtelfen erschütterte und vollkommen veränderte. Zur Zeit ihrer Geburt waren die Ruinen der Stadt längst überwuchert durch die blühende Natur, die unter dem Einfluss der Druiden gedieh. Die kleinen Nischen und Behausungen der Nachtelfen waren tief in die Natur und die wachsenden Bäume eingebunden und erstreckten sich über den gesamten nördlichen Teil des Kontinents Kalimdor.

Dae wurde als Tochter eines hochrangigen Druiden geboren und aufgezogen. Ihre Mutter, Svalva Sikaryan, war eine gewöhnliche Nachtelfe, die vor ihrer Geburt im Haus ihres Vaters gearbeitet hatte. Nachdem sich die Druiden allmählich dem smaragdgrünen Traum hingaben, übernahm ihre Mutter den Haushalt des Vaters.

Vhalbarion Hyaddan, der Wanderer, arbeitete viel und hart für das Wohl der Natur und seines Volkes. Er unterrichtete junge Nachtelfen und bildete ihre druidischen Fähigkeiten aus, sobald sie bereit waren sich der langjährigen Ausbildung zu unterziehen. Als er von seinem Kind erfuhr, war Svalva bereits einige Monate schwanger und konnte ihren Umstand kaum verbergen. Nicht begeistert über ihre Heimlichtuerei, aber bedacht auf das Kind ließ er Svalva in sein Haus einziehen, das genügend Platz bot. Er versicherte ihr, dass er für sie und das Kind sorgen würde – auch wenn er bald eine lange Reise antreten musste. Der smaragdgrüne Traum wartete auf die Druiden der Nachtelfen. Vhalbarion war es jedoch erlaubt, noch einige weitere Jahre die druidische Lehre zu unterrichten, und so hatte er die Möglichkeit sein Kind aufwachsen zu sehen.

Vhalbarion lief nervös von einer Seite des großen Raumes zur anderen. Seine Miene spiegelte deutlich die Innere Unruhe des Druiden wieder, die er normalerweise nicht soweit an die Oberfläche kommen ließ. Heute war das jedoch anders – ein besonderer Tag.

Der Tag, an dem er Vater werden sollte.

Ein Schrei – Svalva! Vhalbarion war in Windeseile am Türrahmen und blieb abrupt stehen, als er die noch junge Elfe schweißgebadet auf dem Bett liegen sah. Er wusste warum er lieben draußen warten wollte, dennoch spürte er, das es nun Zeit war ihr beizustehen.                                                      Svalva war noch recht jung, in den Maßstäben eines unsterblichen Volkes. Er war ihr erster Mann gewesen … und das Kind das sich nun entwickelt hatte, war eher ein Unfall gewesen. Nicht geplant. Dennoch freute er sich auf das Kind, es aufwachsen zu sehen und ihm sein Erbe mitgeben zu können bevor er in den smaragdgrünen Traum einkehrte, der ihn für ungewisse Zeit aus dieser Welt reißen würde. Vielleicht war es Schicksal. Schicksal das genau diese Frau ihm zu so einem Zeitpunkt ein Kind schenken sollte, einen Nachfolger seines Blutes.

Er lächelte und eilte schnell an die Seite der blassen Svalva, die leise wimmerte und ihn mit verklärtem Blick ansah. Vhalbarion kniete sich neben ihr nieder und seine laubgrünen Haare vermischten sich mit ihren tiefdunkelroten. Im nächsten Augenblick ging alles ziemlich schnell. Larian, die Amme die sich monatelang um Svalvas Wohl gekümmert hatte, reagierte schnell und zielsicher. Wenige Minuten später richtete sie sich auf, ein kleines, in weiße Seide gehülltes Kind in ihren Armen.

Vhalbarion war schnell bei ihr und nahm seine Tochter an sich, sie schrie nicht, schien ihn nur durch tiefe, leuchtende Augen heraus anzublicken und sein Gesicht zu studieren. Ein Quieken kam über die Lippen des kleinen Wesens und der Nachtelf musste Lächeln. Larian übernahm die letzten Handgriffe und versorgte die schwache Mutter so gut es ging, bis diese in einen erschöpften Schlaf fiel.

Larian warf die nachtblauen Haare zurück, wusch sich die Hände und betrat das kleine Zimmer nebenan, indem, leise ein uraltes elfisches Lied summend, Vhalbarion in steter Ruhe saß und sein Kind in den Armen hielt. Sie betrachtete lächelnd das Bild eine Weile, bis sie sich durch ein leises Räuspern bemerkbar machte.

„Meister Vhalabrion, Svalva schläft nun. Sie ist sehr eschöpft.“ Der erfahrene Druide sah auf, und sein Blick zeigte deutlich die aufgewühlten Gefühle in seinem Innern. Larian ließ wieder ihr bekanntes, weiches Lächeln erscheinen. Sie war alt, älter als ihr Meister, den sie schon seid undenkbaren Zeiten begleitete. Sie hatte ihn aufgezogen, unterrichtet und aufwachsen sehen – und nun würde sie dasselbe mit seiner Tochter tun. Das erfüllte sie mit Stolz. Larian ließ sich neben dem Nachtelfdruiden auf dem Bett sinken.

„Sie ist so klein…“, hauchte dieser, keine Sekunde das kleine Mädchen in seinen Armen aus den Augen lass.

„Das ist sie wirklich…aber es wird sie umso beweglicher und geschickter machen.“

„Ich habe ihr einen Namen gegeben ...“ Larian sah den Nachtelfen überrascht an. Normalerweise dauerte es etwas, bis Elfenkinder ihre Namen erhielten, da man abwartete wie sie sich entwickelten, oder welche Zeichen sich ergaben – elfische Namen trugen oft ein Sinnbild in sich, die die Kinder auf verschiedenste Weise beschrieben.

„…Lyr.“ Und beide blickten in die scheinbar unendlich tiefen Augen des kleinen Geschöpfs, das still den Blick erwiderte. Lyr – das unendlich tiefe Meer.

...

Vhalbarion war stolz auf seine Tochter, die eindeutig sein druidisches Geschick geerbt hatte und bereits im jungen Alter ein beachtliches Können in den druidischen Künsten an den Tag legte. Sie begleitete ihren Vater in die Enklave der Druiden, half ihm bei kleineren Missionen und folgte ihm heimlich auf Ausflügen mit seinen druidischen Schülern. Für Lyr war das alles ein Spiel – ein Spiel das sie von ihrer schwachen Mutter Svalva und der besorgten Amme Larian wegbrachte, die sie seid ihrer Geburt versorgten.

Doch dieses Familienglück sollte nicht ewig wehren. Die Verantwortung als Druide zog Vhalbarion immer näher zum smaragdgrünen Traum, bis er schließlich dem drängen der anderen nachgab. Er verließ seine Familie und kehrte in die Vergessenheit des Traumes, weitab der Welt, in der seine Tochter lebte.

Auf sich allein gestellt und mit einem unbändigem Kind an der Hand war Svalva schnell überfordert. Sie wurde zwar stärker, jedoch war sie ungeduldig mit Lyr und überließ sie deswegen oft ihrer Amme.

Schon wenige Jahre nachdem Vhalbarion seine Entscheidung getroffen hatte, fünfundzwanzig Jahre nach Lyrs Geburt, liierte sich Svalva erneut. Eor Valdra, ein Krieger in ihrem Alter, wurde ihr Lebensgefährte und zog schon bald in ihr Haus ein. Lyr hieß das nicht gut, ebenso wenig wie ihre Amme, die sich Sorgen um das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter machte. 5 Jahre nachdem Svalva ihren neuen Lebensgefährten zu sich nahm, entschied sich Larian das Haus zu verlassen, indem immer mehr Spannungen auftraten.

Es vergingen weitere 120 Jahre, in denen Lyr stillschweigend das Leben ihrer Mutter akzeptierte, und sich in ihre Ausbildung stürzte.                                                                                         Als sie ihre druidische Ausbildung und ihr selbst auferlegtes Kampftraining beendet hatte, entschied Lyr sich es ihrem Vater gleichzutun. Sie verließ das Haus ihrer Mutter und widmete sich ihrer Aufgabe.

Der dritte Krieg schüttelte während der Hälfte ihrer Ausbildungszeit das Land der Ahnen und richtete verheerenden Schaden an. Die Seuche der Untoten verbreitete Schrecken unter den Bewohnern der östlichen Königreiche, Lordaeron war nur noch ein blasser Schatten der einstmals prachtvollen Stadt, Könige, Prinzen, Generäle und Helden der Allianz waren in ewiger Nacht und grauenvollem Schmerz versunken …doch den größten Verlust hatte Lordaeron eingebüßt. Es hatte seinen König durch die Hand des eigenen Prinzen verlieren müssen, der nun die Geißel leitete. Er wurde zum Schrecken der Lande …

 … Arthas …

Die alarmierten Nachtelfen erweckten hoffnungsvoll die schlafenden Druiden, um ihre Hilfe in diesem Krieg zu erbitten. So wurde auch Vhalbarion aus seinem Schlaf gerissen und fand sich in einer veränderten Welt wieder, gepeinigt vom Krieg gegen die untoten Armeen.                                                  

Lyr erwartete ihren Vater voller Neugier und Angst- ihn, den sie vor so langer Zeit fast vergessen hatte – ihn, dem sie über allem gefallen wollte. Doch sie wurde enttäuscht.

Vhalbarion, hektisch und alarmierten wie die anderen erweckten Druiden, erkannte sie kaum. Seine Begrüßung – nach all den Jahren! – fiel knapp und kalt aus, er war angespannt und schien kaum einen Blick für sie übrig zu haben. Mit seiner ganzen Leidenschaft stürzte er sich in die Vorbereitungen für den Krieg – er würde eine Gruppe Druiden anführen, die die Pestländer untersuchen und einen Weg finden sollten, die schreiende Natur vor ihrer Verderbnis zu retten. Lyr brachte es zustande ihren Vater begleiten zu dürfen – sie wollte ihm zeigen was aus ihr geworden war, seinen Stolz sehen und seine Liebe spüren.                                 Vhalbarion jedoch hatte kaum Augen für die Druidin, die seine Tochter sein sollte. Sie hatte noch nicht einmal ihre Ausbildung abgeschlossen, ihre Kräfte waren mittelmäßig und ihre Verbindung zur Natur durch eigene Gefühle versperrt. Seine Tochter hatte sein Erbe antreten sollen – seine einzigartige Verbindung zur Natur…seine heilenden Kräfte.                     Lyr aber war noch lange nicht annähernd so mächtig wie er…

Die Gruppe der Druiden reiste bald in Richtung der östlichen Königreiche ab. Es wurde eine zügige, hektische Reise und Lyr schwächelte schon nach einigen Tagen. Sie hatte seit Tagen nichts gegessen und kaum Schlaf bekommen, im Sattel ihres Nachtsäblers hielt sie sich nur mit großer Mühe und einigen Seilen, die ihre Beine an den Sattel gepresst hielten. Vhalbarion jedoch trieb die Gruppe weiter an und die Druiden folgten ihm ohne zu zögern – alle wollten schnellstmöglich dieser grässlichen Seuche ein Ende bereiten. 

...

Sie rasteten unter einer kleinen Gruppe von zerfressenen, ausgetrockneten Bäumen in den Pestländern, wo sie ihr Lager aufgeschlagen hatten. Das spärliche Feuer zischte leise und verschlang hungrig einen weiteren der spärlichen, braunen Äste. Die anderen Druiden schliefen fest, die Erschöpfung der Gruppe trat am Abend besonders hervor. Es wurde kaum geredet, sondern lieber gleich geschlafen – Kraft wurde aufgefrischt für den nächsten langen Tagesritt.

Lyr saß etwas außerhalb, sie war die einzige die ihre Ausbildung noch nicht abgeschlossen hatte. Die anderen waren weitaus Älter und Erfahrener – besonders ihr Vater. Sie sah durch das rote Licht zu ihm hinüber.                 

Vhalbarion stand an einen der Bäume gelehnt, mit Blick auf die vor ihnen liegenden Pestländer gerichtet, starr in der kühlen Nacht. Sein langes Haar war auf dem Rücken zusammengebunden und bewegte sich sacht, als er sich zu ihr umdrehte. Sein Blick war ernst und besorgt – ob nun aus Sorge um seine Tochter oder die Mission …

„Du solltest dich hinlegen, Lyr. Morgen beginnen wir mit unseren Untersuchungen.“

„Schon in Ordnung, ich übernehme gleich deine Wache.“, flüsterte sie – ihre Stimme war kratzig durch den sparsamen Umgang mit Wasser. Sie schluckte.

„Du bist schon schwach genug, Schlaf wird dich erfrischen.“, erwiderte er nüchtern und musste fast Lächeln, als er ihren bitteren Gesichtsausdruck sah. Er wusste dass sie sich anstrengte, weil sie ihm gefallen wollte. Vielleicht machte ihn das ein wenig Stolz, jedoch zeigte er es nicht. Sie sollte sich nicht ausruhen, sondern kämpfen, um stärker zu werden.

„Ich schaffe das schon.“ Der Tonfall geriet etwas zu trotzig und sie entschuldigte sich schnell. Vhalbarion jedoch hatte sich wieder abgewandt und auf sein Lager gesetzt. An den Baum gelehnt schloss er die Augen und schien auch gleich eingeschlafen zu sein – Lyr stieß ein unwirsches Zischen aus.

 

(Die Videos dienen hier zur musikalischen Unterstützung. Macht sie einfach mal an und lest weiter..wirkt Wunder ;-) )

 

Sie richtete ihren Blick auf ihre Umgebung und fuhr sie suchend ab.

„Alle….werden…sterben…“ Ein eisiger Wind schien geräuschlos über die verkommene Ebene zu gleiten. Lyr erschauerte. Hatte der Wind eine Stimme gehabt? Sie lauschte.

„Zu schwach…um zu…bestehen…“ Alarmiert drehte sie sich um. War die Geißel auf dem Weg? Sie schüttelte energisch den Kopf. Da draußen war nichts zu sehen – und sie konnte sich auf ihre Augen verlassen.

„Erbärmliche…Schwächlinge…“ Lyr kauerte sich zusammen; Panik erfüllte ihr Herz. Wem gehörte diese grausige Stimme die in ihrem Kopf widerhallte?!

„Auserwählt…“ Lyrs Körper zitterte. Sie erhob sich mit wackligen Beinen und taumelte ein paar Schritte; fort vom Feuer. Wer war da draußen?

Nach etlichen Schritten flüsterte sie mit zitternder Stimme: „Wer bist du…?“

„Zu schwach…um…anerkannt...zu werden…“

Sie wirbelte herum. War die Stimme hinter ihr? Wieder drehte sie sich abrupt um. Vor ihr?

„WER BIST DU?“, schrie sie nun, doch es war kaum mehr als ein erstickter Ruf.

Doch es schien Wirkung zu zeigen.

Etwas trat aus der zuvor noch leeren Dunkelheit hervor; etwas das Lyrs Blick nicht hatte erspähen können.

Es war ein Mensch, ein Krieger dessen Rüstung die Farbe der Nacht selbst trug. Ein kaltes Flackern ging von seinen Augen aus, als er sich ihr näherte – vollkommen ruhig und gelassen. Lyr nahm eine Verteidigungshaltung ein und wollte nach ihrem Stab greifen, aber eine unglaubliche Angst ergriff ihr Herz und sie wankte rückwärts, fort von diesem Krieger.

„Zu schwach…um zu…Leben“, ertönte es in ihrem Kopf und hallte immer wieder und wieder durch ihre Gedanken. Die Stimme wurde lauter, dringlicher!

„Zu schwach…um zu….bestehen…“

Lyr kauerte bereits auf dem Boden bevor sie überhaupt wusste was sie tat. Den Stab hielt sie in ihrer schwitzigen Hand so fest umklammert, dass ihre Knöchel blass hervortraten.

„Hoffnung…stirbt…“

Ich bin zu schwach, dachte Lyr fieberhaft. Ich kann ihn nicht besiegen. Ich werde hier sterben und Vater…Vater…

 


 „LYR!“, die tiefe Stimme ihres Vaters klang wie ein Glockenspiel in Lyrs Kopf. Er kam um sie zu retten! Und tatsächlich: Vhalbarion und die anderen Druiden brachen durch ein paar der umherstehenden, ausgetrockneten Büsche und standen nun den beiden Gegenüber – Lyr und dem schwarzen Krieger.

Lyr kauerte immer noch am Boden, Tränen liefen wie von selbst ihre Wangen hinunter während die geisterhafte Stimme in ihrem Kopf ihr keine Ruhe ließ.

„Hilfe kommt…kleine…schwache…Elfe…“

Die Druiden gingen in den Angriff über, zwei von ihnen erhellten den Kampfplatz mit ihrem Mondfeuer und einem Sternenschauer, die anderen drei – unter ihnen Vhalbarion, stürmten auf den schwarzen Krieger zu, der regungslos dastand. Einer der Druiden mit den größten Heilkräften rannte hinüber zu der weinenden Lyr und legte ihr eine Hand auf die Schulter.

„Keine Sorge, kleine Lyr, wir helfen dir jetzt.“, sagte er in beruhigendem Ton, dich Lyr starrte ihn nur fassungslos und leichenblass an. Ihre Haut war eisigkalt, musste der Druide feststellen.

„Lyr, du musst jetzt keine angst mehr haben. Wir sind hier!“, versuchte er sie zu ermutigen.

„Schwaches…Kind…“

Die anderen Gruppenmitglieder waren bereits in einen heftigen Kampf verwickelt, zwei riesige Bären versuchten den schwarzen Krieger aus dem Gleichgewicht zu bringen und ihn zum Fall zu zwingen – nutzlos. Ein grüner Lichtblitz traf einen Bär direkt in die Seite und er wurde einige Meter weit geschleudert und blieb reglos liegen. Der zweite bäumte sich auf und versuchte den Krieger anzugreifen – ein riesiger Zweihänder fuhr zwischen seine Rippen. Ein schreckliches Gebrüll erklang und Lyr schrie auf, sie klammerte sich an den heilenden Druiden und verbarg ihr Gesicht an seiner Brust.

„Sieh…zu!“, erklang die kalte Stimme des Kriegers wie ein Befehl. Lyr hob erschrocken ihren Kopf, ein dumpfes Geräusch und Gurgeln ertönte neben ihr; der Druide der sie hatte retten wollen wurde von einem widerlich stinkenden Ghul gepackt und mit einer enormen Kraft weggerissen. Lyr beobachtete mit Schrecken wie das Ungetüm aus der Erde krabbelte und sich zu seiner vollen Größe aufrichtete.

Dann ging alles sehr schnell. Lyr griff nach ihrem Stab und schlug damit dem Ghul gegen die Beine, um ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen; ein Mondfeuer traf den Ghul und ließ ihn heulend zu Boden gehen.

Der zweite Bär war zu Boden gegangen und die Druiden, die zuvor den Platz erhellt hatten und die weiteren Ghule in Schach gehalten hatten, griffen nun den Krieger an. Sie kamen nicht weit: Eine untote Hand griff aus der Erde nach einem der Druiden und erhaschte sein Bein – so festgehalten stürzten sich die restlichen Ghule auf das wehrlose Opfer und erdrückten es mit schmatzenden und quietschenden Schreien.

Lyr hatte den Ghul an ihrer Seite erledigt und hastete nun selbst vorwärts, nicht weit von ihr standen ihr Vater und der letzte, schwer keuchende Druide vor dem völlig ruhigen Ritter.

„Dieses Land…gehört uns.“ Seine Stimme war kalt und gefühllos.

Er schwang sein Schwert in Richtung Vhalbarions;  dieser parierte mit seinem durchwucherten Stab und wich einem weiteren Schlag aus. Der Druide neben ihm hatte weniger Glück. Die Spitze des riesigen Zweihänders traf ihn am Arm, als er angreifen wollte und er ging zu Boden, schreiend wälzte er sich auf dem Boden und hielt seinen Arm.

 

Als Lyr sie erreichte wimmerte der Druide nur noch erstickt; seine Haut wurde grau und bildete Blasen, als verbrenne sie in einem schwarzen Feuer…Lyr gab einen lautlosen Schrei von sich.

„Lyr, Hilf mir!“ Die Stimme ihres Vaters!

Lyr fuhr herum. Vhalbarion hatte einige Treant-Diener beschworen, die durch die ausgetrocknete Natur nur schwer die herandrängenden Ghule abhalten konnten, währenddessen ihr Meister verzweifelt die schnelle Schlagfolge seines Gegners abzuwehren versuchte.

Sie sah panikerfüllt einige Sekunden zu, unfähig sich zu bewegen.

„So…schwach…“

Die Nachtelfe riss sich los und ließ einen Sternschauer auf die Ghule hinabregnen, die erschrocken zurückwichen. Dann beschwor sie den Zorn der Natur an und schickte ihn dem schwarzen Ritter entgegen; ohne Wirkung. Ihr Zauber prallte an einem plötzlichen Magieschild ab. Sie versuchte es erneut; hoffnungslos.

„Schwaches...Kind…“

Vhalbarion geriet in immer bedrohlichere Bedrängnis; seine Zauber richteten nur wenig Schaden an, prallten an der Rüstung oder dem Magieschild des Kriegers ab und blieben kosteten nur Kraft. Kraft die er brauchte um wenigstens seine Verteidigung aufrecht zu erhalten und einige Schläfe austeilen zu können.

Lyr vergas ihre Zauber und rannte zu ihrem Vater hinüber. Sie hatte lange Zeit eine gute Kampfausbildung genossen, das kam ihr nun zugute. Sie ging geschickt in den Kampf, von der Seite her versuchte sie den Ritter zu fall zu bringen indem sie ihre Schläge gegen seine Beine richtete.

„Zwecklos…“ Lachte es in ihrem Kopf.

 


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Lyr zischte wütend und griff verbissener an; schnellere, hektischere Schläge, mehr Kraft, mehr Kraft!

Sie keuchte. Wieder dieses Lachen. Der Ritter hielt beide in Schach, auch wenn er nun etwas schneller agieren musste. Er wich Lyrs Schlägen aus, steckte ein paar ein, während er Vhalbarion Schritt für Schritt an die hungernden Ghule drängte, die nur von den schwächelnden Treants zurückgehalten wurden.

Er hatte die Ghule fast erreicht …ein Zittern ging durch die Reihen der untoten Monster. Sie gierten nach den Lebenden!

Ein harter Schlag traf den Druiden am Handgelenk und ließ ihn zurücktaumeln…

Lyr schrie auf, die verfaulten Hände griffen nach seinem Körper…zogen ihn in ihre Reihen. Verzweifelt attackierte sie nun die Ghule – sie mussten ihn loslassen!!!

„VATER!“, schrie sie und griff nach seiner Hand, erhaschte sie kurz doch der Schweiß ließ sie wieder abrutschen. Sein Blick traf den ihren…er war leer, bedeutungslos.

Sie griff erneut nach ihm: Bitte nicht! flehte sie.

Sie sah ihn nicht mehr, die Ghule stöhnten, jammerten und seufzten…

„VATER!“ …Keine Antwort.

„VATER!“ …Sie fiel auf die Knie, schluchzte und weinte. Die Treants verloren die letzte Kraft durch ihren Meister und verschwanden.

Lyrs Hände ließen kraftlos den Stab sinken…ihr war egal was passierte.

 


 

„Schwaches…Mädchen.“, zischte es hinter ihr.

„Nicht gut genug um ihren Vater zu retten…“, der Ritter verspottete sie.

Die Ghule wichen zurück vor ihrem Meister, der die letzten Schritte auf die wehrlose Elfe zuging.

„Zu…schwach…“

Sie kümmerte sich nicht um die Ghule, nicht um den Ritter der gleich ihr Leben beenden würde … sie hatte ihn verloren; ihren Vater …sie hatte ihn enttäuscht; ihn sterben lassen; ihm nicht helfen können…

Sie war zu schwach gewesen.

 „Ich gebe dir…Macht…“

Plötzlich war es still um sie herum. Wieder diese Stimme…

„Macht…um zu…kämpfen…“

Ich will sterben…lass mich sterben…, dachte Lyr immer und immer wieder; ja, sie flehte fast und sah zu dem schwarzes Ritter hinauf.

„Macht…für…Rache…“

Ihr Blick wurde leer…stumpf…

Rache…

Ich will…

…Rache…

„Ich gebe dir…deine…Rache…“

Ja…

Alles um sie herum wurde plötzlich schwarz, sie fiel … fiel in eine unendliche Tiefe aus Schwarz.

Und immer wieder drang das beschwörende flüstern der Stimme in ihre Gedanken ein.

„Geboren…um zu dienen…“

Sie fiel weiter…tiefer…ein pochender Schmerz durchzuckte ihren Körper und schüttelte ihn. Sie schluchzte verzweifelt, doch kein Ton kam über ihre Lippen.

„Alle…müssen...sterben…“ Der Schmerz wurde heftiger.

„Vernichte…die…Lebenden…“ Die Elfe krümmte sich stumm schreiend zusammen; Dieser Schmerz!

„Verdammnis…ist unser Weg..“

Sie keuchte und hatte das Gefühl zu zerbersten. Sie zuckte wild hin und her, bis sie sich an den ewig pochenden Schmerz gewöhnt hatte…eine halbe Ewigkeit musste vergangen sein…Stille umgab sie immer noch.

„Rache…“ Sie öffnete ihre Augen mit einer plötzlichen inneren Ruhe. Ein kaltes, blaues Flackern ging von ihnen aus, während sie den Raum betrachtete.

Sie füllte sich nicht mehr schwach, obwohl der Schmerz immer noch stark in ihrem Körper pochte.

 


 

„Alles, was ich bin: Zorn, Grausamkeit, Rache - verleihe ich Euch, mein erwählter Ritter. Ich schenke Euch Unsterblichkeit, auf dass Ihr ein neues dunkles Zeitalter der Geißel einleitet.“

 

Plötzlich verschwand die tiefe Dunkelheit um sie herum. Die Stimme die zuvor nur schwach in ihren Gedanken präsent gewesen war, war nicht mehr nur dieser leise Wind.

Sie erhob sich vom Boden und schaut an sich herunter. Eine tiefschwarze Rüstung umgab ihren Körper, und eine Kapuze war tief in ihr Gesicht gezogen.

Sie hob ihren Kopf und schaut auf; ihr kalter Atem stockte einige Sekunden.

 

„Kniet, vor Eurem Meister!“

 

 

~weiter geht es in Dae's Tagebuch!~

 




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