Die unendlichen Geschichten einer unendlichen Welt.
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Alte Freunde

Roter Mond fuhr mit einem glatten Schwung in Richtung des grauen Wolfes, der sich knurrend vor Lanthalon aufgebaut hatte, vollführte eine Wende in der Hand des Kriegers und sauste wieder auf das junge Raubtier hinab, das anhand der gefährlichen Waffe lieber mit einem Rückzug versuchte. Lanthalon machte drei Schritte nach vorn und ließ Roter Mond mit einer schwungvollen Bewegung über seine Schulter, zurück in die Scheide an seinem Rücken gleiten.

Er seufzte leise und setzte seinen Weg durch den Wald von Elwynn fort, seine Gedanken wanderten jedoch zurück nach Sturmwind, zu Themes und dem seltsamen Gespräch das sie noch vor wenigen Minuten geführt hatten.

Die angespannte Stimmung zwischen der Elfe und ihm...und jetzt dieses Abkommen mit „den Brüdern“ und dieser Taverne. Das ganze Roch eindeutig nach Ärger und Schwierigkeiten. Vor allem wenn er an Caljina's Worte dachte. Themes begab sich unwissend noch Näher

an die gefährliche Schurkin heran und er hatte keine Möglichkeit sie zu warnen.

Natürlich konnte sie sich sehr gut selbst verteidigen, sollte Caljina wirklich zur Waffe greifen; was ihm allerdings wirklich Sorge bereitete, war der Krieg auf verbaler Ebene, den Caljina perfekt beherrschte. Dagegen konnte man sich nur sehr schwer wehren.

Die Beziehung zwischen Themes und ihm war einfach nicht sicher genug, um dem standhalten zu können.

Also musste er etwas unternehmen.


Lanthalon hob seinen Kopf und runzelte die Stirn. Tief in Gedanken versunken hatte er bereits den Steinhügelsee erreicht, der oberhalb des Holzfällerlagers lag.

Links von ihm erstreckte sich das Wasser, das die kleine Insel Heldenwache umschloss, auf der einige Defias ihr Unwesen trieben. Ein weiteres Stück am See entlang befand sich ein größeres Murlocdorf, das geduldet wurde. Früher hatte Lanthalon hier oft gearbeitet, als Holzfäller, wie er sagte, in Wahrheit jedoch hatte er Defias und Murlocs gejagt wenn diese zu dreist wurden.

Immer noch die Stirn in Falten gezogen betrat er das kleine Waldstück des Lagers. Seine Aufmerksamkeit galt jedoch nicht seinem eigentlichen Ziel, sondern den einfach gebauten Strohdächern am See, von denen eine merkwürdige Stille ausging.

Er bewegte sich vorsichtig auf das Murlocdorf zu, während Roter Mond wie von selbst in seine Hände rutschte.


Der große Zweihänder mit seiner blutroten Klinge war eine neuere Errungenschaft des Kriegers. In feiner Arbeit und mit viel Mühe hatte Lanthalon die Klinge selbst nach dem Bild seines Schwertes Blut geschaffen. Der kleine Bruder seines Zweihänders Blut war nicht so tief mit Magie getränkt und auch nicht so wendig wie die alte Elfenklinge, jedoch war der Stahl mit dem er Roter Mond geschaffen hatte besonders hart und dennoch leicht genug, um sie zur Not in einer Hand halten zu können.

Blut jedoch hatte das volle Gewicht eines Zweihänders, und kostete deswegen sehr viel mehr Kraft.


Lanthalon näherte sich wachsam dem Ufer, und es dauerte nicht lange da sah er einige Murlocleichen auf dem taufeuchten Gras liegen. Er beugte sich hinab.

Brandverletzungen. Das war nicht das Werk von Defias.

Dennoch richtete er sicher wieder auf und folgte der Spur näher an das Ufer heran, bis ein seltsamer Klang an seine Ohren drang. Langsam schlich er weiter und spähte zum Ufer.

Im Wasser des Sees erkannte er die Silhouette einer Frau und im selben Augenblick drang auch der helle Gesang an sein Ohr, der vom See zu ihm hinüber wehte.


Lanthalon wollte gerade umdrehen und seinen Weg fortsetzen, als ihn ein seltsames Gefühl überkam. Etwas, das ihn an den Boden fesselte und seinen Blick erstarren ließ. Seine Muskeln verhärteten sich und begannen zu Schmerzen, als er verbissen versuchte sich zu bewegen.


Sarynn, der im Unsichtbaren verborgene Dämon, schmunzelte zufrieden.

Vergebens...Sieh sie dir an...“, zischte die Sukkubus in das Ohr des Kriegers. Und tatsächlich wandte der Mann seinen Blick der Frau zu, die am flachen Ufer badete. Ohne die Möglichkeit sich gegen die dunkle Magie zu wehren, ließ Lanthalon seine Waffe sinken, bis die Spitze den feuchten Boden berührte und leicht darin einsank. Die moosgrünen Augen des Kriegers wurden stumpf – sein Atem flacher. Der seltsam hypnotisierende Klang der klaren Frauenstimme zog den schwarzhaarigen Mann in seinen Bann und er lauschte dem traurigen Lied.

 

In den Tiefen dieser Dunkelheit bin ich gefangen
Verflochten mit viel Kummer und Schmerz
Jenes kalte Mondlicht umspielt meine Traurigkeit
Die ich an jedem Tag verspür'

Jene Macht lenkt mein Herz
Dein Geheimnis das hüte ich – in mir
Blasses Licht zeigt den Weg
Den ich kreuzen werde

Meine Tränen sind vergangen
Sie sind auf ewig verloren

Was auch geschieht, ich geh voran
Ich suche mein Herz, das ich vergaß

Dieser Traum bleibt ewig mein
Tief verborgen wie ein Schatz

Tränen vergeh'n
Nichts bleibt bestehen
Nur dieser Traumund was damals

geschah...“

Helles Licht blitzte plötzlich auf, und der starre Lanthalon spürte kalten Stahl an seiner Kehle.

An Eurer stelle, würde ich mich nicht allzu sehr bewegen.“, knurrte eine raue Stimme hinter ihm.

Der Bann des Dämonen ließ langsam nach, denn der unsichtbare Sukkubus schlich langsam zu seiner Meisterin zurück, die nun zum Ufer ging und sich ein Tuch über den Körper streifte.

Als Lanthalon die Starre komplett abschütteln konnte ging alles sehr schnell.


Roter Mond sauste nach oben, während Lanthalon sich auf den Boden fallen ließ um dem Schwert an seiner Kehle zu entkommen. Ein Schwung seines Körpers brachte ihn wieder auf die Beine und schon griff Lanthalon an. Roter Mond zeichnete einen Bogen nach, und hieb nach der Brust des Mannes, der seine silbern leuchtende Klinge dagegen hielt. Beide Schwerter prallten klirrend aufeinander und Lanthalon war gezwungen zurückzuweichen, um mehr Platz für einen erneuten Angriff zu haben. Der Angreifer jedoch ließ ihm dazu keine Gelegenheit.


Schicksal, der silberne Zweihänder , zuckte wild von einer Seite zur anderen und suchte nach einer Schwachstelle in der Verteidigung des Kriegers. Mit ungehaltenem Eifer ließ Raien seine Waffe auf den roten Stahl treffen. Eine Drehung seines Körpers änderte die Schlagrichtung und verfehlte nur wenige Zentimeter Lanthalon's Oberschenkel. Im selben Augenblick als Lanthalon nach hinten zurückwich, wurde seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes gelenkt.


Ihn beschlich ein unbehagliches Gefühl, das er nicht erklären, aber wohl deuten konnten. Mit viel Kraft stieß er nach vorn und hieb Roter Mond mit so viel Kraft gegen die silberne Klinge, das der Mann benommen zurück taumelte.

Lanthalon löste mit einer geübten Bewegung Blut aus seiner ledernen Scheide und die Magie des Zweihänders glühte im fahlen Mondlicht.

Schon wandte der Krieger sich um, Roter Mond in abwehrender Haltung vor sich, Blut lauernd dahinter.


Sein Gefühl hatte ihn nicht verraten. Als sich der Nachthimmel verdüsterte und die Wolken das fahle Licht des Mondes verschluckten, zischte aus dem Nichts eine lederne Peitsche heran. Lanthalon duckte sich instinktiv und riss Roter Mond zur Seite – zu spät. Die Peitsche wickelte sich um die rote Klinge und der heftige Ruck des vereitelten Rückzuges brachte den erfahrenen Krieger aus dem Gleichgewicht.

Ein schneller Schritt zur Seite rettete seine Stellung und vermutlich auch sein Leben, denn im selben Augenblick hörte er das knistern eines Feuers...

Erschrocken sah er zum Ufer des Sees.

In ein weißes Gewand gehüllt, das sich an den nassen Frauenkörper schmiegte, stand die Frau deren schaurigem Lied er gelauscht hatte. Er konnte ihr Gesicht nicht erkennen denn die Dunkelheit verschluckte jegliche Details. Lediglich ihre steife Haltung und die Bewegungen die sie mit ihren Händen vollführte waren zu erkennen.

Lanthalon ahnte was Folgen würde und bereitete sich vor, indem er die magische Elfenklinge Blut dem herannahenden Zauber entgegenstreckte.

Dies alles geschah in wenigen Sekunden, bevor ein riesiger Feuerball auf den Krieger zu rauschte. Er spürte die sengende Hitze und Verderbnis die von diesem mächtigen Zauber ausging.

Blut stürzte vor, zuckte wild in Anbetracht des Feuerzaubers und fuhrt mit seiner Klinge mitten in das Herz der Flamme. Für den Bruchteil einer Sekunde hielt Lanthalon den Atem an, dann spürte er wie die magische Klinge den Zauber abwehrte und dessen Bahn veränderte. Selbstsicher ließ sich Lanthalon zur linken Seite fallen, stach mit Blut in die Luft, genau dort wo er den unsichtbaren Besitzer der Peitsche vermutete. Ein Fauchen kündete von seinem Erfolg, dann ließ sich seine zweite Klinge locker aus ihrer Gefangenschaft befreien. Der Mann rollte seitwärts und kam etwas ungeschickt auf die Beine, die Begegnung mit dem mächtigen Zauber hatte ihn viel Kraft gekostet.

Zeit zum Ausruhen blieb ihm jedoch nicht, denn der zuvor noch benommene Paladin hatte sich erholt und griff nun voller Wut an. Hinter seinen Schwertschlägen lag sein volles Gewicht, das Lanthalon immer wieder Schritte zurückdrängte und in die Verteidigung zwang.

Raien!“, schrie die Magierin.

Der Krieger hörte sie und machte sich bereit, denn die Frau eilte herbei und stach mit einem kleinen Dolch nach Lanthalon, der sie mit Roter Mond leicht abwehrte. Sie war keine besonders gute Kämpferin – ihre Stiche waren kraftlos und ungeschickt, sie beherrschte Höchsten falls die Grundlagen der Kampftechnik. Lanthalon jedoch kannte die Verteidigung gegen solche Angriffe und konnte sie ohne nachzudenken einsetzten. Seine wirkliche Aufmerksamkeit galt dem Mann vor ihm, der ihn mit seinem Zweihänder nun immer weiter zurück schob.

Er hatte keine andere Wahl, denn ohne Blut und Roter Mond konnte er den Paladin in dieser Situation nicht besiegen.


Mit einem Schwung seines Körpers und einer Drehung brachte er die überraschte Frau hinter sich und Blut schmiegte sich mit einer sanften Bewegung seines Handgelenkes an ihre Kehle.

Zu spät.“, knirschte er mit vor Konzentration und Anstrengung zusammengebissenen Zähnen.

Eine kurze Atempause entstand, in der sich Raien und Lanthalon kühl musterten, dann schob Lanthalon Roter Mond abwehrend vor sich und die Frau.

Ich bin nicht hier um zu kämpfen.“, fuhr er fort und Lanthalon starrte den Mann an, der nun, in das fahle Mondlicht getaut, etwas in ihm weckte. Er erinnerte Lanthalon an jemanden, doch wusste er nicht genau wer es war. Ein leichtes Stirnrunzeln breitete sich auf seinem Gesicht aus.

Der Paladin spuckte auf den Boden.

Ihr schleicht Euch an eine wehrlose Frau heran und nehmt sie dann zur Geisel. Was davon sieht für Euch nicht seltsam aus?“

Ich bin hier um jemanden zu treffen.“

Jemanden zu treffen?“

Raien und Lanthalon umkreisten sich wie hungrige Raubtiere. Abwartend, angespannt, und darauf zielend, eine Schwachstelle in den Bewegungen des anderen zu erkennen.

Lanthalon zog die Frau mit sanfter Gewalt mit sich. Er wollte ihr nicht wehtun, und dennoch war sie die Chance gewesen, das hitzige Gefecht zu beruhigen.

Ich bin hier, um Caljina, Meisterin der Schattentänzer, zu treffen.“

Raien's Blick zeigte, das er diesen Namen kannte, jedoch tat er unwissend.

Caljina?“

Der Krieger hatte den Blick deuten können und ignorierte die angebliche Unwissenheit.

Mein Name ist Lanthalon. Ich bin ein alter Bekannter von Caljina.“

Noch bevor er zu Ende gesprochen hatte keuchte die Frau in seinen Armen. Mit einem unerwarteten Ruck drehte sie sich zu ihm um, und Lanthalon musste schnell Blut von ihr fort schieben, um sie nicht zu verletzen.

Lan...thalon?“, hauchte sie, und lachte dabei halb.

Lanthalon sah zu ihr hinab und musste nun ebenfalls vor Überraschung Keuchen.

Yaii?“ Die Gedanken wirbelten in seinem Kopf, und dieser Augenblick voller Unachtsamkeit ließ ihn Raien's Bewegung nicht merken.

Der Paladin hatte sich vorsichtig zur Seite bewegt, um mit einer einzigen, fließenden Bewegung Schicksal zu schwingen. Der weiß glänzende Stahl landete zwischen Yaiiri's und Lanthalon's Kehlen.

Keinen Schritt weiter, Fremder. Nimm deine Finger von meiner Schwester!“, fauchte er.

Deine...Schwester?“

Lanthalon blickte von Yaiiri zu Raien und wieder zurück. Tatsächlich war die Ähnlichkeit zwischen den beiden verblüffend und ihm wurde klar, an wen ihn Raien erinnert hatte.

Raien! Nimm die Waffe runter, verdammt! Das ist Lanthalon! Ein guter Freund! Er will uns nichts Böses!“, schrie Yaiiri und ihr Bruder zog gehorsam das Schwert zu Seite.

Er knirschte mit den Zähnen.

Lanthalon...“ sagte er und fügte in Gedanken hinzu: „...Ihr seid Caljina's Spielfigur.“

Yaiiri umarmte den großen Mann stürmisch.

Verzeih mir den Angriff vorhin, mein Lieber, ich habe dich glatt nicht erkannt!“

Ich ebenso wenig, Yaii, du bist groß geworden.“ Er schob seine Schwerter zurück in ihre Scheiden und fuhr dem Mädchen mit einer Hand durch die Haare.

Und du hast gefunden was du gesucht hast.“ Er deutete mit einem Kopfnicken auf Raien, der Schicksal gerade zurück in eine reich verzierte Scheide schob.

Yaiiri brachte ihm ein weiches Lächeln entgegen und nickte.

Lanthalon, das ist Raien.“ Nach einer kurzen Pause fügte sie mit liebevoller Stimme hinzu: „Mein Zwillingsbruder.“

Hasserfüllt starrte Raien dem Mann entgegen, an dessen Körper sich nun seine Schwester schmiegte. Er knurrte unzufrieden.

Meine Schwester erzählt nicht viel von Euch...ich bin gespannt darauf mehr zu erfahren.“

Damit wandte er sich um und ging den Weg hinab durch das kleine Waldstück, der ihn in das Holzfällerlager und in ein zu einem abgelegeneren Haus, indem Caljina lebte, führen würde. Das ehemalige Haus des roten Mondes.

Die Hexe nahm Lanthalon am Handgelenk und folgte ihrem Bruder, wobei sie den immer noch überraschten Krieger hinter sich herzog.

Wie hatte das alles so ausgehen können? Oder sollte er besser sagen:


Wie konnte das alles so beginnen?

22.3.09 23:30
 


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