Die unendlichen Geschichten einer unendlichen Welt.
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Caljina

„Du hast die Briefe bekommen, nehme ich an?“

Lanthalon zuckte zusammen. Er erkannte die Stimme und ein Unbehagen breitete sich in ihm aus. Sich umwendend und nach ihr Ausschau haltend tastete er zu seinen Waffen.

Vor noch wenigen Sekunden glaubte er sich allein in der Taverne „zur Zauberkrähe“ in der Kanalisation Dalarans. Ein Glas Wein stand vor ihm auf dem Tisch, es war bereits sein drittes, das er entspannt und zufrieden nach seiner Rückkehr von der Front getrunken hatte.

„Du wirst mich nicht sehen, solange ich es nicht will.“

„Zu feige um aus dem Schatten zu kommen?“ Seine Stimme klang bemüht spöttisch und er versuchte die Unruhe gänzlich zu unterdrücken.

„Oder versuchst du deine Überlegenheit zu demonstrieren?“

Die schlanke und durch trainierte Frau die in diesem Moment an einen der Holzpfeiler gelegt auftauchte war Lanthalon gut bekannt. Caljina, eine alte Freundin aus seinen dunkleren Tagen. Auch jetzt noch spürte er eine gewisse Aufregung in sich aufsteigen, sobald er sieh sah.

„So ungefähr.“, antwortete sie ihm.

„Nur leider bin ich das bereits von dir gewohnt, und es beeindruckt mich nicht mehr.“

„Schade, aber das verwundert mich nicht.“

Lanthalon ließ misstrauisch seinen Blick über sie wandern.

„Was willst du hier, Calijna?“

„Mich davon überzeugen das du nicht der Waschlappen geworden bist, von dem mir meine Informanten berichten.“

Der Krieger verengte die Augen.

„Hast du genug Zeit um dich über anderer Leute Leben zu informieren?“

„Um genau zu sein...“

Caljina wanderte um seinen Stuhl herum, blieb dahinter stehen und stützte sich auf dessen Lehne. Lanthalon musste hart darum kämpfen sich nicht um zu drehen, um ihr nicht die Genugtuung zu geben seine Angst zu spüren. Denn Angst sollte man vor dieser Frau eindeutig haben. Caljina war ein berüchtigter Schurke, die ihr Handwerk perfekt beherrschte. Nicht nur das, sie war von Natur aus eine Spielerin. Und gerade das war das gefährliche an ihr.

„...musste ich andere damit beauftragen dich zu beobachten. Dafür habe ich wahrlich keine Zeit.“

Caljina strich mit ihren Fingerspitzen seinen Nacken entlang.

„Und es war sehr traurig mit anzusehen wie du verweichlicht bist.“

Sie beugte sich weiter zu ihm hinab und flüsterte leise in sein Ohr: „Verweichlicht, untrainiert, und in der miesesten Gegend Dalarans hockend. Und das obwohl ich einen so guten Gebrauch von deinen einzigartigen Fähigkeiten machen könnte.“


Die Schurkin ging um den Stuhl herum und ließ sich elegant auf seinem Schoß sinken.

„Vermisst du nicht die alten Zeiten? In denen du Macht hattest...und gefürchtet wurdest? Schau dich jetzt an, Lanthalon...du bist nichts weiter als ein Armseliger Schatten dessen was du einst warst...unnütz für mich und meine Pläne.“

„Ich habe etwas gefunden das mehr wert ist als das! Hier habe ich Freunde gefunden, bei denen ich nicht nach einem Dolch Ausschau halten muss, den sie mir in den Rücken rammen könnten.“

„Wie diese Paladina mit der du zusammen bist? Oder dem Elfchen? Du läufst ihnen nach wie ein Hund! Bald wirst du bemerken das jemand wie du bei ihnen nicht mithalten kann. Aber immerhin...hat dein Geschmack nicht zu sehr gelitten. Sie ist zwar tollpatschig und ein wenig naiv, dein Elfchen, aber immerhin kann sie mit Waffen umgehen.“

Lanthalon schob sie wütend von seinem Schoß und erhob sich dann.

„Sie sind mehr wert als du es je warst!“, fauchte er.

„Oh ja, die Freundschaft, ist sie nicht schön und so lieb und teuer? Ach herrlich.“
Caljina wandte sich ihm zu und sah ihn spöttisch an.
„Es ist traurig wie verbittert du dabei klingst...Selbst wenn du es nicht wahrhaben willst. In all den Jahren...bin selbst ich über dich und deine Methoden hinweg.“
„Ach findest du? Ich finde es eher amüsant wie du auf einmal für Freundschaft, Liebe und das Gute einstehst - wirklich niedlich.“
„Wenn man bemerkt das man etwas falsches getan hat, wendet man sich gern der anderen Seite zu. Deine Seite hat mir nie gut getan.“
„Oh, ich glaube sie tat dir wesentlich besser als das was du jetzt bist.“ Sie sah sich um.“..und machst.“
„Ich trauere ihr nicht nach, auch wenn ich hier Fehler gemacht habe.“

„Du machst dein Leben lang Fehler, mein kleiner Lanthalon.“
„Und du siehst deine nicht ein, Caljina.“
„Ich bin hier um ein paar Fehler von dir wieder aus zu gleichen.“
Caljina lachte.
„Du glaubst ich habe Fehler? Ich denke eher ich arbeite höchst effizient.“
„Ich rede nicht von deiner Arbeit. Irgendwann wirst du das merken...Das dieses Leben nicht alles ist.“
„Der geläuterte Lanthalon versucht mir also Lebensratschläge zu geben? Amüsant.“
„Ich versuche mein Leben auf die Reihe zu bekommen. Das solltest du auch.“
Caljina streichelte ihm über die Wange und trat dann ganz nah an ihn ran.
Lanthalon griff nach ihrem Handgelenk, um sie davon abzuhalten.
„Vielleicht merkst du auch einfach das mein Leben doch die wahre Erfüllung ist.“, flüsterte sie in sein Ohr.
„Und ich denke in so einigen Sachen bin ich das auf jeden Fall für dich zumindest schien es mir immer den Anschein zu haben“ Ihre schnurrende Stimme summte in seinem Kopf und bevor er etwas dagegen tun, oder es überhaupt wahrnehmen konnte, überwand Caljina die letzten Zentimeter zu ihm und küsste ihn leidenschaftlich.
In den wenigen Sekunden die sie ihn küsste wurden viele Erinnerungen in Lanthalon wach und er musste sich zwingen nicht daran zu denken.

Caljina löste sich ebenso überraschend wieder von ihm, wie sie ihm näher gekommen war.
„Du wirst schon sehen das mein Leben für dich das richtige wahr und nicht dieses Elfchen.“


Lanthalon blinzelte perplex.

„Und wenn nicht...“ Sie zuckte mit den Schultern. „...war es zumindest ein lustiges Spiel.“

Sie sah ihn abwartend an, doch Lanthalon brauchte einige Minuten um sich wieder zu sammeln.
„Was suchst du bei mir?“
Der Krieger runzelte die Stirn.
„Nur sagen das ich wieder da bin.“
„Vielleicht bemerkst du einfach, das es hier etwas gibt, das dein jetziges Leben dir nicht bieten kann, Caljina.“


„Vielleicht habe ich einfach wieder Lust mit dir zu spielen...“
„Dann bist du hier falsch, denn ich bin nicht dein Spielzeug. Das ist vorbei.“
„Eine Maus sucht sich auch nicht aus ob sie das Spielzeug einer Katze ist und trotzdem ist sie das.“ Ihr Lachen erklang.
„Ich werde nicht mitspielen, Caljina“
„Wer sagt das du die Wahl hast?“
Ich sage das.“
„Oh na dann.“ Sie drehte sich um.
„ Dieses Spiel hat für mich vor langer Zeit geendet.“
„ Der Spielleiter sagt wann das Spiel zu ende ist im normal Fall.“ Wieder ihr Lachen.
„Es gibt kein Spiel.“
„Wie ich schon sagte, sei dir nicht so sicher das du die Wahl hast, meine Maus.“



„Ich wünsche dir einen angenehmen Abend mit deinem Wein, Lanthalon.“

Sie drehte sich kurz um und grinste ihn gewinnend an, woraufhin der Mann seine Augen verengte und sie feindselig ansah.
„Halte dich aus meinem Leben raus!“

Caljina schmunzelte.
„Mal sehen was sich ergibt, vielleicht werde ich dein Elfchen mal ein wenig genauer beobachten.“
„Lass die Finger von ihr!“, drohte Lanthalon.
„Sagtest du nicht sie bedeutet dir nichts? Also dachte ich mir, vielleicht ist sie was für mich und meine Zwecke.“
„Sie wird sich niemals auf die einlassen. Themes ist weitaus klüger als du denkst. Sie wird jemandem wie dir kein Gehör schenken.“

“Ein Rohdiamant der geschliffen werden will.“ Murmelte Caljina und es schien als Rede sie mehr zu sich selbst als zu dem wutentbrannten Mann hinter ihr.

„Was?“ Sie wandte sich wieder zu ihm um „Hast du etwas gesagt?“
„Lass die Finger von ihr, ich warne dich.“
„Das hängt ganz von dir ab.“ Ihr süßes Lächeln war ebenso scharf wie gefährlich.
„Von mir ab?“, fragte Lanthalon.
„Naja, wer von euch beiden interessanter für mich ist.“
„Was willst du von uns? Themes wird dich ignorieren und von keinem Nutzen sein!“
„Na dann. Wie du schon sagtest, sie interessiert dich ja eh nicht mehr.“


„Wenn ich erfahre das du mit ihr spielst...“
„Halt! Siehst du das?“ Sie streckte ihren rechten Arm zur Seite weg.
Lanthalon musterte ihn mit in Falten gezogener Stirn.
„Ich habe Gänsehaut! Endlich mal wieder ein wenig Spannung, ich bin ganz aufgeregt.“

Das kalte Lachen fuhr Lanthalon wie ein Messer über die Haut.
Bevor er sich selbst stoppen konnte reagierte er auch schon. Mit einem Satz nach vorn war er bei Caljina und noch bevor diese reagieren konnte hatte er bereits hastig nach ihrem Arm gegriffen und sie mit Schwung gegen einen der hölzernen Stützpfeiler der Taverne befördert. Es krachte dumpf, als ihr Rücken gegen das Holz schlug, doch Lanthalon war ihr bereits gefolgt und verdrehte ihr Handgelenk grob nach oben, sodass sie sich nicht mehr wehren konnte.
„Das ist kein Spiel.“, zischte er. Seine Augen funkelten wütend und ein Knurren kam über seine Lippen.
Das Einzige was er der Schurkin damit entlockte war ein für wenige Momente verzogenes Gesicht, dann lächelte sie.
„Wie unerwartet...Es steckt doch noch etwas vom alten Lanthalon in dir.“
Lanthalon presste sie mit seinem Körper noch dichter gegen den Pfeiler.

„Wenn ich will mehr als du glaubst...“
Caljina schnurrte leise.
„...also sei vorsichtig.“
„So gefällst du mir schon viel besser, die Maus wert sich. Na komm, ich bin dir wehrlos ausgeliefert bring es jetzt zu Ende wenn du dich los sagen willst von mir.“ *schmunzelt ihn an und ihre Augen funkeln*
„Das ist kein Spiel, verdammt nochmal!“
Lanthalon verschärfte den Druck auf ihr Handgelenk und änderte schmerzhaft den Winkel indem er es verdrehte.
„Ich habe mich bereits von dir losgesagt, und dagegen wirst du nichts tun können.“

Caljina's Miene verzog sich wieder kurz, dann beugte sie sich unter Schmerzen vor.

„Schade wirklich das dies nicht ganz die gewünschte Position von mir ist, auch wenn ich das Verhalten schon viel mehr mag.“

Bevor er wusste was geschah fanden sich ihre Lippen erneut auf seinen. Sie küsste ihn und biss dabei auf seine Unterlippe. Er keuchte leise, doch durch seinen Griff war es ihm nicht möglich sich von ihr zu lösen, ohne sie komplett freizugeben.
Lanthalon erwiderte eine kurze Sekunde ihren Kuss, dann drückte er sie grob zurück. Während seine Augen wild funkelten bemerkte Caljina aber deutlich die Verwirrung in ihm.

Ganz hatte er die alte Zeit doch nicht vergessen.

„Du bist mich erst los wenn du mich tötest oder du mich langweilst.“ Sie grinste.
Lanthalon verdrehte ihren Arm ein weiteres Stück, dann ließ er sie abrupt los und ging einige Schritte zurück.
„Verschwinde! Und lass dich hier nicht mehr blicken.“
Caljina rieb sich mit ihrer Hand das verdrehte Handgelenk und schaute ihn amüsiert an.
„Nun ja ich wollte ja eh gehen ,wie du vielleicht weißt und da du mich nun so nett aufgefordert hast...“
Schmunzelnd wendete sie sich zum gehen.
„Noch einmal einen schönen Abend, Lanthalon.“
Als ob er sich davon überzeugen müsse das sie wirklich geht, schaute Lanthalon ihr nach.
Caljina ging ein paar Schritte hob dann die Hand zum Abschiedsgruß und während sie zu flimmern, schien sie dann plötzlich einfach zu verschwinden.
Lanthalon starrte noch einige Sekunden auf die Stelle, an der Caljina verschwunden ist, dann fuhr er sich mit einer Hand durch die Haare. Er leckte sich kurz über die Lippen.

Was sollte das werden? Weshalb war sie hier gewesen? Und warum gerade er...?


28.2.09 11:12
 


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