Die unendlichen Geschichten einer unendlichen Welt.
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Freunde

Die Nacht hatte er sich unruhig von einer auf die andere Seite gewälzt und kaum Schlaf gefunden. Lanthalon hatte den Tag damit verbracht über das Geschehene nachzudenken – gebracht hatte es jedoch nichts.

Am Abend hatte er die wenigen Sachen gepackt die er bei sich hatte und war aufgebrochen.

Raus aus Dalaran – Fort von diesen lästigen Erinnerungen.

 

Als er Runenkreis des unteren Portalkristalls verließ und einen Blick hoch warf, spürte Lanthalon wie ihm die Geschehnisse der vergangenen Tage im Nacken saßen und ihn drängten zu fliehen.

Er seufzte leise.

„Ihr habt es also vor, ja?“

Sariri lehnte gegen einen Holzpfeiler und beobachtete Lanthalon.

„Gibt es eigentlich nichts anderes für euch als mir nachzurennen?“, murmelte dieser.

„Irgendjemand muss Euch ja davor bewahren Dummheiten zu tun, die Ihr bereuen werdet.“

„Dummheiten...dann bist du definitiv zu spät, Sariri.“

Lanthalon lächelte schief, als Sariri auf ihn zukam.

„Meint Ihr? Ich glaube es ist erst zu spät wenn Ihr nicht mehr seid.“

„Hmm, habt Ihr das ihr zu verdanken?“ Sie betrachtete sein Gesicht und spielte natürlich auf seine linke Wange an, die immer noch leicht geschwollen war und mittlerweile eine bläuliche Farbe am Kiefer angenommen hatte.

Lanthalon 's Wangenmuskel zuckten widerwillig.

„Ihr und Fijendal.“

„Hmm, ja, Aleena sagte das du mit ihm redest und ich habe Themes gesehen wie sie das Gasthaus betreten hat.“

„Eine Warnung wäre hilfreich gewesen.“, schnaubte Lanthalon.

„Aber wie das Gespräch verlaufen ist weiß ich nicht. Wobei ich es mir denken kann.“

Lanthalon verzog den Mund und zuckte gleichzeitig zusammen, denn die linke Seite seiner Unterlippe war leicht aufgesprungen und schmerzte immer noch unangenehm.

„Zumindest ist die Sache jetzt geklärt, das sollte dich und Aleena wohl zufrieden stellen. Und Fijendal. Du auch.“

Sariri zog ihren Handschuh aus und ihre Hand fing leicht an zu leuchten, die Worte von Lanthalon ignorierte sie erst einmal.

„Damit könnt ihr nicht los ziehen.“, erklärte sie und strich mit ihrer Hand vorsichtig über seine Wange. Lanthalon spürte durch das bekannte Kribbeln, das ihre Heilung Erfolg zeigte. Er sah Sariri überrascht an.

„Ist die Sache wirklich geklärt?“

„Themes weiß das ich nicht tot bin, ich habe ihr gesagt das ich sie nicht mehr Wiedersehen werde. Es gibt also keinen Klärungsbedarf mehr.“

Er bewegte prüfend seinen Unterkiefer und nickte, als er keinen Schmerz mehr verspürte. Seine  Finger fuhren kurz über seine Wange, die keine Schwellung mehr zeigte.

„Vielleicht sind Schmerzen ganz gut um mir beizubringen was für ein Idiot ich bin.“

„Wenn es helfen würde wäret Ihr nicht hier oder?“, antwortete Sariri.

 „Vielleicht brauche ich nur mehr davon - von den Schmerzen, meine ich.“

Sariri zog ihren Handschuh wieder an.

„Danke.“ , nuschelte er.

 

Sariri ignorierte ihn und fuhr fort:

„Ich glaube in Wahrheit erleidet Ihr im Moment ganz andere Schmerzen, die ich nicht heilen kann.“

Lanthalon zuckte gleichgültig mit den Schultern.

„ Aber das wollt Ihr Euch nicht eingestehen nehme ich an.“

„Ich hatte lange genug Zeit mir diese Situation vorzustellen, findest du nicht? Und im Endeffekt, auch wenn ich nicht wollte dass es so endet, fahre ich gut damit. Themes hat Fijendal und wird das verkraften, auch wenn sie gestern ziemlich ... mitgenommen aussah.“

„Und sie hat euch nie etwas bedeutet? Ist sie Euch wirklich vollkommen egal?“

Prüfend sah sie den Krieger an.

„Wirkt es so?“

Lanthalon erwiderte ihren Blick direkt.

„Das ist schwer zu sagen. Ich glaube Ihr wisst es selbst nicht oder habt Angst vor der Antwort, deswegen lauft Ihr lieber weg, als eine Antwort zu suchen.“

„Es sollte so sein, das sie mir nichts bedeutet, denn ich werde sie nie wieder sehen. Es wäre eine Tragödie wenn ich sie immer noch lieben würde oder? Und ich mag keine Tragödien. Deswegen bedeutet sie mir nichts. Deswegen Liebe ich sie nicht.“

Lanthalon lächelte kaum merklich.

„Wie ich schon sagte, ich hatte genug Zeit. Und nun habe ich auch mehr Möglichkeiten, immerhin muss ich mich nicht mehr verstecken.“

„Es liegt nur an Euch das Ende dieser Geschichte zu bestimmen. Wollt Ihr es wirklich so enden lassen? Oder lasst Ihr euch weiter von Eurem Schicksal mitschwemmen bis Ihr irgendwann einmal die nächste Frau trefft, die Euch etwas bedeutet, um dann wieder weg zu laufen und die nie enden wollende Geschichte weiter zu schreiben?“

„Ich habe nicht vor mich von meinem Schicksal auf einen Weg drängen zu lassen, den ich nicht will. Deswegen habe ich mich so entschieden.“

Er holte Luft.

„Themes war nicht mehr als ein Abzweig meines Schicksals. Eine Entscheidung die ich nicht selbst getroffen habe. Und das habe ich nun korrigiert, wenn auch nicht so wie ich es wollte.“

„Vielleicht ist sie aber auch die die euch weg bringen kann von eure vorher bestimmten weg in die Einsamkeit.“, gab Sariri zu bedenken.

„Dann schätze ich habe ich diese Chance verspielt. Themes wird das was vorgefallen ist nicht vergessen. Und sie wird daraus lernen, das ich niemand bin dem man leichtsinnig vertrauen kann.“

„Das glaube ich nicht. Nicht so lange Ihr es nicht wirklich wollt.“

Sariri’s Blick hing in der Ferne.

„Wem kann man schon vertrauen?“

Sie ging einige Schritte, dann wandte sie sich zu ihm um.

„Wollen wir ein wenig spazieren gehen?“

Lanthalon schaute sie an und musste unwillkürlich leicht lächeln. Er nickte.

Während sie zusammen den leichten Hanf hinab durch einige Ruinen gingen, setzten sie ihre Unterhaltung fort.

„Selbst viele Ehepaare vertrauen sich nicht.“

„So? Dann sollte das anders sein.“

„Ja aber es ist schwer vertrauen zu finden. Das solltet Ihr am besten wissen oder?“

Sie erreichten das Zentrum einer Ruine.

„Eine wunderschöne Kultur.“ Stellte Sariri fest und wechselte damit ganz unvermittelt das Thema.

„Eine vernichtete - zumindest hier.“

„Und doch überdauern ihre Städte die Ewigkeit.“

Sariri schloss die Augen.

„Und Sorgen für nichts weiter als Erinnerungen, die niemandem nützen.“

 

„Spürt ihr die Magie an diesen Ort?“

„Ich spüre dass hier etwas vergangenes lebt, nicht mehr. Das ist in diesem ganzen Wald sehr oft vorhanden.“

„Ja, ich finde es wirklich schön hier. Aber Ihr könnt Euch an solchen Dingen nicht erfreuen. Es muss schlimm sein immer rastlos zu sein und zu versuchen seiner Vergangenheit zu entkommen.“

Sariri setzte sich auf eine nahe gelegene, steinerne Bank und betrachtete ihn. Sie wirkte in dieses Moment ganz anders als sonst, musste Lanthalon feststellen.

Lanthalon folgte ihr und lehnte sich an die Bank. Er schaute auf den Fluss hinter Sariri.

„Wwenn es ein Ort geben würde an dem Ihr das sehen könntet, was Euer Herz am meisten verlangt, was wäre das?“

Sie.

Lanthalon blickte zu Sariri hinüber und lächelt halb.

„Du solltest so etwas nur fragen, wenn du es für dich selbst auch beantworten kannst.“

„Wieso kommt ihr auf die Idee dass ich das nicht beantworten könnte?“

Lanthalon ließ seinen Blick an ihr herabwandern.

„Weil du genauso rastlos im Kampf bist wie ich. Du hast nur einen Grund den du vorschiebst. Du kämpfst für deinen Glauben. Ich habe so etwas nicht. Ich kämpfe für...vielleicht für dieses Bild das ich sehen würde, wenn ich an diesem Ort wäre.“

„Ich würde gerne wissen was Ihr dann seht. Seht Ihr nur Euch alleine und einsam durch die Wildnis streifen? Was begehrt ihr in Wirklichkeit.“

„Was würde es dir bringen das zu wissen?“

„Vielleicht würde ich dann verstehen warum ihr das tut was ihr tut.“

„Ich _bin_ allein, und wäre dies die Erfüllung meiner Wünsche, dann sollte ich jetzt glücklich sein, oder?“

„Seid Ihr glücklich?“

Lanthalon schüttelte langsam den Kopf.

„Nicht wirklich.“

„Glaubt Ihr, wenn Ihr Themes nun zurück lasst und alle anderen auch, dass Ihr dann glücklich werden könnt? Oder könnte es sein das Ihr Eurem Glück gerade den Rücken zugedreht habt?“

Lanthalon wog den Kopf hin und her.

„Das ist schwer zu sagen...und würde ich letzteres bestätigen, hieße das doch alle Hoffnung aufzugeben, oder? Dazu bin ich noch nicht bereit.“

Er überlegte kurz.

„Vorgestern Morgen hat...mich jemand überrascht als ich Dalaran verlassen wollte. Wir wurden in einen Kampf verwickelt und...ich habe mich ernsthaft gefragt ob es besser gewesen wäre zu verlieren.“

Lanthalon leckte sich über die Lippen und schaute wieder auf den Fluss.

„Und was ist die Antwort auf diese Frage?“

„Ich bin noch nicht bereit aufzugeben. Denke ich.“

„Aber im Falle von Themes seid Ihr es?“

„Ich kann nicht mit Themes spielen, nur weil ich glaube dass sie wichtig für mich ist. Dazu habe ich zuviel bei ihr falsch gemacht. Vielleicht war es ein Fehler, von Anfang an.“

„Vielleicht ist es der Fehler das als Spiel an zu sehen.“

 

 

„Ich sehe die Beziehung zu ihr nicht als Spiel, ebenso wenig wie die anderen vor ihr. Zumindest nicht alle. Aber vielleicht sollte ich aufhören über meinen Schatten springen zu wollen. Etwas zu sein was ich nicht bin.“

Lanthalon zuckte resignierend mit den Schultern.

„Vielleicht solltet Ihr aufhören es nur zu versuchen und es endlich tun.“

„Ich habe vor einiger Zeit etwas geträumt...das mich nachdenklich gemacht hat. Mein Leben zieht immer und immer wieder dieselbe Schleife. Und ich frage mich ob das so sein muss. Ich habe jemanden getroffen der sagt, dass dies Schicksal ist. Dann frage ich mich: Gibt es ein Schicksal aus dem wir nicht herauskommen? Eine Schleife der wir nicht entrinnen können? Und wenn wir es doch können...ist das dann Absicht oder entrinnen wir wirklich unserem Schicksal?“

Lanthalon betrachtete Sariri von der Seite her nachdenklich.

„Ich denke schon dass wir unserem Schicksal entkommen können, wenn wir es wirklich wollen. Aber wenn Euch das so bewusst, ist das sich Euch Euer Leben lang im Kreis dreht, warum brecht Ihr nicht einmal diese Regeln?“

„Was sind die Regeln? Was  sind die Regeln in meinem Leben, denen ich immer und immer wieder folge?“

Er fuhr mit den Fingern durch seine Haare.

„Diejenige die ich traf, sagte mir, es seien Wege den ich folgen müsste. Jene die mich rufen und brauchen, deren Stimme ich folge und zu denen ich stoße.“

„Ich weiß nur wenig über Euch, nur das was Aleena mir einmal erzählt hat in einem ihrer unermüdlichen Redeschwalle. Und das ist, das Ihr immer wieder Frauen allein zurück lasst.“

Lanthalon lachte halb, aber es klang nicht amüsiert.

„Ich habe einen Hang dazu, schwierige Frauen zu treffen. Und ich schätze dass ich jedes Mal wenn ich sie verließ, ihnen etwas...mitgegeben habe. Ihnen etwas Gutes geben wollte.“

„Nur wann zerbrecht Ihr daran? Wann gibt Euch jemand einmal etwas? Oder viel mehr: Wann lasst Ihr Euch einmal etwas geben?“

Lanthalon lächelte sacht.

„Das ist eine berechtigte Frage.“

„Und kennt Ihr die antwort? Oder wartet Ihr so lange bis es zu spät ist?“

„Es gab eine Zeit, in der ich daran fast zerbrochen bin. Vor Themes. Vor Aleena. Vor Haluna. In dieser Zeit habe ich bewusst keine tiefere Bindung zu irgendjemandem gesucht. Und dennoch konnte ich damals das traurige Gesicht Haluna's nicht ignorieren.“

Er hielt kurz inne.

„Nach Haluna habe ich gehofft das es wieder so werden würde. Gefühlskalt und starr, um niemanden mehr so nah an mich heranlassen zu müssen.“

„Also habt Ihr schon vor langer zeit einmal den Fehler gemacht Euer Interesse hinter das von jemand anderem zu stellen?“

Lanthalon verzog seinen Mund und schnaubt leise.

„Würdest du die Tatsache, dass ich meine Verlobte freiwillig meinem Bruder überlassen und die Schuld daran auf mich genommen habe, als Ja betrachten?“

Lanthalon schmunzelte sacht und schaut Sariri abwartend an, die zu einem der großen Kristallbäume aufsah.

„Ich denke ja. Und deswegen begeht Ihr diesen Fehler nun wieder? Ich frage mich...warum habt Ihr damals nicht um sie gekämpft?“

„Weil sie glücklich mit ihm war.“

Lanthalon sprach diese Tatsache ganz nebenbei aus.

„Glücklicher als sie mit Euch war?“

„Ich habe geglaubt den Weg zu wählen, der am wenigsten Opfer fordert.“

„Ihr habt Euch also selbst geopfert?“

Lanthalon antwortete nicht.

„Bereut Ihr es?“, hakte Sariri nach.

„Ich frage mich, ob wir heute noch glücklich wären wenn ich damals nicht aufgegeben hätte. Sie hat mich nicht genug geliebt um die Finger von meinem Bruder zu lassen, deswegen denke ich dass es gut so war.“

„Vielleicht würdet Ihr ja das Bild von Eurer Verlobten mit Euch und Euren Kindern sehen?“

„Es wäre schön jemanden zu haben, mit dem man dieses Bild erreichen könnte.“

„Und doch habt Ihr Angst davor.“

„Weil es viel kosten würde.“

„Man muss bereit sein zu kämpfen um seine Ziele zu erreichen.“

„"Sie" sagte mir, das es mein Schicksal wäre die Seelen derer zu berühren, die mich rufen und dann weiterzuziehen. Das dies mich zu meiner Aufgabe führen würde. Was ist, wenn ich immer wieder aufhören muss mich auf jemanden einzulassen? Was wäre, wenn es genau das ist, was ich bin. Jemand, der nicht mehr kann als das was er schon Jahr lang macht. Weiterziehen.“

„Habt Ihr es schon einmal anders probiert?“

„Vielleicht ist das wirklich mein festes Schicksal. Sich auf jemanden einlassen, seine eigenen Bedürfnisse unter denen des anderen Stellen, mit einer Maske leben und dann weiterziehen. Vielleicht muss das so sein.

Das hat mich in letzter Zeit viel beschäftigt.“

„Ihr könnt nicht auf ewig unter einer Maske leben und ich glaube nicht das Ihr das wollt.“

„Deswegen habe ich diesen Weg hier gewählt. Ich will kein vorgefertigtes Schicksal...“

„Dann wollt Ihr als Eremit einsam in den Bergen leben?“

Lanthalon grinste schief.

„Ich habe es in den letzten Monaten so gehalten, bis Aleena und du mich gefunden habt.“

„Hat es Euch gefallen?“

„Das hier, das gefällt mir. Sich ohne Verpflichtungen jemandem nahe zu fühlen. Ich habe die Angewohnheit zuviel zu denken wenn ich allein bin. Und das tut mir oft nicht gut. Ich denke ich werde einfach die alte Variante des einsam seins nehmen. Ohne den Berg, meine ich.“

 

„Um Euch in Euren eigenen Gedanken zu verlieren? Bis Ihr irgendwann auf die nächste hilflose Frau trefft und spätestens dann holt Euch Euer Schicksal wieder ein.“

„Ich werde einfach hoffen, dass du da bist um mich dann zu bekehren...oder um mir kräftig auf den Kopf zu hauen.“

Lanthalon zwinkerte ihr zu, was Sariri mit einem sanften und gleichzeitig traurigen Lächeln benatwortete.

„Ich hoffe eigentlich dass ich das jetzt schaffe und nicht wenn es schon zu spät ist.“

„Als ob du stark genug wärst einen Sturkopf wie mich in einem mal zu bekehren.“

Lanthalon grinste schief.

„Euch ist also vollkommen bewusst das Ihr einen Fehler macht den Ihr schon bald bereuen werdet?“

„Ich habe oft genug immer wieder dasselbe getan, um zu wissen was es nicht mit diesem einen mal aufhören wird.“

 

 

„Ihr seid wirklich der größte Idiot den ich je getroffen habe.“, schlussfolgerte Sariri.

„Das ist das dritte Mal, von der dritten Person, das ich dieser Tage höre ich sei ein Idiot. Das sollte mir zu denken geben, oder?“

Lanthalon lachte wieder halbherzig.

„Das Ihr auf einem Holzweg seid, ja.“

„Nicht alles was ich getan habe war ein Fehler. Ansonsten wären Aleena und Rhys jetzt nicht zusammen. Haluna würde immernoch Jean hinterherlaufen, der sie nur ausnutzt und ihr wehtut. Juliana hätte jemanden geheiratet den sie nicht gut genug liebt.“

Er stockte.

„Themes...Themes war ein Fehler.“

„Oder vielleicht eine Chance endlich glücklich zu werden?“

„Das werde ich wohl nie herausfinden.“

„Weil Ihr davon laufen wollt.“

„Weil ich diese Chance vertan habe.“

„Woher wollt Ihr das wissen? Glaubt Ihr wirklich Themes hasst Euch nun auf einmal? Sie wird nicht umsonst Wochenlang nach Euch gesucht haben.“

„Ich weiß dass sie mich nicht hasst. Aber ich werde es nicht riskieren ihr noch einmal etwas Vergleichbares anzutun.“

Er musste an Themes’ Worte denken.

„Du vergisst, dass nicht ich diejenige bin, die diese Trennung will, sondern du. Ich kann... und werde... meine Gefühle für dich nicht einfach abschalten können... Dafür habe ich keinen gnomischen Schalter.“

 

„Ich traue mir nicht so weit, das ich es wagen würde das alles entschuldigen und zu ihr zurückkehren zu wollen. Das hat sie nicht verdient, ebenso wenig wie das was ich ihr bereits angetan habe. Ich weiß wann ich aufhören muss.“

„Vielleicht überlasst Ihr diese Entscheidung besser Ihr? Hat sie gesagt das sie Euch nie wieder sehen möchte?“

„Nicht direkt.“

„Ich bot dir einst meine Freundschaft... und ich wollte... nur dass du weißt, dass sie weiter gelten wird, denn ich stehe zu dem was ich sagte. Und ich sagte, nichts, was du jemals tust, würde sie ändern.“ Themes Worte hallten in seinem Kopf wieder.

„Nicht direkt oder vielleicht gar nicht?“

„Es geht nicht nur darum das sie mich nicht sehen will.“

„Sondern? Das Ihr Angst habt?“

„Themes war ein Fehler, weil ich geglaubt habe dass es anders wäre. Ich habe mich zu Anfang sehr dagegen gewehrt, weil ich dachte ich hätte aus den früheren Fehlern  gelernt.“

„Was ist wenn es wirklich anders ist?“

„Was ist, wenn es genauso enden würde wie alles andere? Ich bin es Leid einem Weg zu folgen, den ich mir nicht ausgesucht habe.“

„Aber genau dem folgt Ihr doch wenn Ihr nun weg lauft! Ihr habt doch selber gesagt es wiederholt sich alles immer wieder, nun tut es das schon wieder.“

„Danach nicht mehr. Dafür werde ich Sorgen.“

„Und daran glaubt Ihr mehr als das es dieses mal vielleicht anders wäre?“

„Die Sache mit Themes ist beendet. Sie wird nicht mein Versuchskaninchen sein. Und nun Schluss damit. Die Sache mit Themes...ist vorbei.“

Sariri sah ihn traurig an.

„Diese Wahl ist wirklich bedauerlich, ich hoffe nur dass es wirklich nicht endgültig entschieden ist.“

„Dieses Thema beschäftigt dich wohl sehr hm?“

„Ja.“

„Warum?“

„Weil ich nicht möchte dass Ihr weiter herum irrt, auf der Suche nach etwas vor dem Ihr flüchten könnt.“

„Warum? Warum soviel Mühe um mich, Sariri?“

Lanthalon trat einen Schritt näher an sie heran und suchte ihren Blick, Sariri jedoch wich ihm aus.

„Weil Ihr einmal eine Klinge wart…“

„Weil ich eine Klinge war? Das ist Lachhaft. Warum, wenn du deine Abscheu gegen mich vor wenigen Wochen noch nicht einmal ernsthaft verbergen konntest?“

„Vielleicht irrt Ihr Euch auch einfach in mir, genau wie Ihr Euch in der Sache mit Themes irrt.“

„Dann sag mir warum.“

Sariri wurde leicht rosa und man sah dass sie sich sichtlich unwohl fühlte.

„Vielleicht weil ich Euch ein wenig mag.“, räumte sie ein.

Lanthalon schaute überrascht, musste dann aber kaum merklich Schmunzeln.

„Und das ist schwer zuzugeben, weil ich ein Idiot bin?“

„Ja das seid ihr in der Tat.“

„Jemanden den man nur schwer mögen kann, richtig? Du hast dir soviel Mühe gegeben mich loszuwerden in der Vergangenheit, warum dann jetzt so?“

„Wie kommt Ihr auf die Idee dass ich Euch los werden will? Das will ich nicht und Ihr solltet nicht einfach so wegwerfen, was Euch jemand wie Themes so entgegen bringt.“

„Du hast dir immer viel Mühe gegeben nicht lange in meiner Nähe zu sein...seid diesem einen Abend.“

Sariri schnaubte leicht und Lanthalon musste nun selbst ein wenig Schmunzeln, als er sich daran erinnerte.

Als wäre es gestern gewesen erinnerte er sich an das betrunkene Genuschel Sariri’s, die völlig planlos von ihrem Licht gefaselt hatte.

„Du hast dir hartnäckig die Mühe gegeben mich zu hassen, gib es zu.“

„Nein!“

„Natürlich!“

Lanthalon lachte und er spürte wie gut ihm das tat.

Sariri schnaubte wieder.

„Du hast es keine fünf Minuten mit mir zusammen ausgehalten.“

Lanthalon lachte wieder und stieß mit der Hand gegen ihr Knie.

„Ist das ein wunder? Ihr benehmt auch meistens wie ein Idiot!“

„Das sagt die richtige, Miss Miesepeter.“

„Wir sind hier nicht um über uns zu reden sondern über Euch und Themes.“

„Ich finde uns aber ein viel interessanteres Thema. Und eines das sich vielleicht für mich noch nicht ganz so erledigt hat wie Themes.“

Lanthalon lächelte sie an.

„Aber eins was für Euch angesichts dieser Situation nicht von belangen sein sollte.“

„Warum sollte es nicht von belang sein?“

„Weil Ihr Euch für das alleine sein entschieden habt, schon vergessen?“

„Hmmm, vielleicht mache ich ab und an eine Ausnahme. Wenn du eine Ausnahme sein möchtest.“

Lanthalon sah sie abwartend an.

„Vielleicht. Das liegt auch wieder ganz an Euch.“

„Das liegt an mir ...und was kann ich tun damit es so ist?“

„Noch einmal über alles nachdenken. Und in der Zukunft mehr auf Euer Herz hören statt auf Euren Kopf.“

Lanthalon schmunzelte leise, und der Ton den er dabei von sich gab zeugte davon, das er diesen Ratschlag schätzte.

„Ich werde das in betracht ziehen.“

„Und was habt Ihr nun vor?“

„Dalaran ist kein guter Ort, wenn Themes und Fijendal dort sind. Vielleicht wäre es besser meine Reise fortzusetzen...ein bisschen herumzureisen.“

„Wenn Ihr dabei nicht dieses Gespräch vergesst und über dieses nachdenkt.“

Lanthalon nickte langsam.

„Ich denke das werde ich nicht so schnell vergessen.“

„Das hoffe ich doch. Dann hat dieser Abend ja was positives.“

„Mhm, das denke ich auch.“ Er schenkte ihr ein sachtes Lächeln.

 

„Was muss ich tun damit du mir das "du" entgegenbringst, Sariri?“

Lanthalon lehnte sich vor, stützte einen Ellbogen auf den Stein und grinste zu ihr hoch.

„Das stört mich schon eine ganze Weile.“

„Euch vielleicht nicht immer zum Ende des Gesprächs als Idiot zeigen?“, grummelte die Draenei und entlockte Lanthalon  damit ein verhaltenes Kichern.

„Ich bin für dich immer nur ein Idiot, wenn ich dir auf die Finger trete und etwas sage das dir nicht passt.“

Er sah sie prüfend an.

„Ist dir das zu nah, Sariri?“, fragte er vorsichtig.

Die Paladina gab nur ein Schnauben von sich.

„Also wirklich?“ Lanthalon schmunzelte amüsiert.

„Es ist nichts dabei jemandem, den man gut kennt, so etwas entgegenzubringen oder?“

„Vielleicht, vielleicht auch nicht. Kommt darauf an wie gut man jemanden kennt.“

„Kennst du mich gut genug?“

„Ich glaube noch nicht, nein.“

„Was musst du wissen damit du es tust?“, wollte er wissen.

„Ich denke das hat nichts mit Wissen zutun, sondern mit der Zeit.“

„Du brauchst ziemlich lange um dich auf jemanden einzulassen. Warum?“

„Vielleicht weil nicht alles in meiner Vergangenheit so glatt gegangen ist wie ich es gerne hätte.“

Sie wandte ihren Blick ab.

„Was ist der Grund dafür, dass ihr so vorsichtig mit der Beziehung zu anderen Menschen seid?“

„Der Feind schläft nie...“

„Deswegen braucht man Freunde, die aufpassen während man ruht. Das habe selbst ich begriffen.“

„Und da habt Ihr nicht Unrecht, jedoch können gerade die Feinde die ich bekämpfe einen schwer verletzten und ich meine nicht mit Waffen oder Magie…“

„Was dann?“

Er spürte Sariri’s Abweisung nur zu deutlich.

„Studiert die Vergangenheit der brennenden Legion dann könnt Ihr Euch diese Frage selbst beantworten.“

„Ich denke Aleena kann euch dabei helfen.“

„Aleena hätte dir auch viele Dinge über mich erzählen können...aber ich denke du hörst sie lieber von mir, oder?“

„Du hast gerade nach meinen Feinden gefragt, nicht nach mir.“

„Würdest du mir antworten wen ich die Frage anders stelle?“

„Zu einer anderen Zeit vielleicht.“

„Wann?“

„Wenn ihr mit eurer Rundreise fertig seit?“

„Dann beende ich sie hier, antwortest du mir?“

„Ihr kommt also gleich wieder mit nach Dalaran und zu Themes?“

„Ich bleibe in Dalaran.“

„Gut.“ Sariri stand auf.

„Dann kommt.“ Sie setzte sich in Bewegung, doch Lanthalon folgte ihr nicht.

„W-was?“

„Ihr habt eben gesagt Ihr bleibt in Dalaran.“

„Ja aber...“, stotterte er.

„Was aber?“

„Nicht jetzt sofort ...ich meine…“

„Was meint ihr?““

„Deine Antwort.“

„Kennt ihr die Vergangenheit meines Volkes?“

„Zum Teil.“

„Es gab eine Spaltung. Sargeras hat einst mein Volk gespalten. Die einen sind die Draenei, die anderen sind die Eredar oder auch Dämonen.“

Lanthalon nickte leicht und starrte auf ihren Rücken.

„Nun ja, auch später gab es einige Fälle .wo es den Eredar gelungen ist Draenei auf ihre Seite zu ziehen...“

Sie machte eine kurze Pause, dann sagte sie: „Das...sollte Euch fürs erstes als Antwort genügen...“

„Ich akzeptiere was du zu sagen bereit bist, Sariri.“

Und leise fügte er für sich hinzu: „Jetzt noch.“

Er ging an ihr vorbei, ein nichts sagendes Grinsen auf den Lippen, und schnippste ihr mit den  Fingern gegen eine Haarsträhne.

Ohne stehen zu bleiben drehte er sich um, ging noch einige Schritte rückwärts weiter und schob die Hände in seine Hosentaschen.

„Lass uns hoch gehen.“

Sariri wich seinem Blick schnell aus und verbarg ihre kurzzeitig glasig gewordenen Augen. Dann Schritt sie eilig an ihm vorbei und er folgte.

 

Als sie den Runenumrandeten Portalkristall erreichten blieb Lanthalon in einigem Abstand stehen.

„Nach dir.“, sagte er und deutete mit einem Nicken auf den Kristall.

Die Draenei nickte und betrat den Runenkreis, dann berührte sie vorsichtig den Kristall und verschwand.

Auch Lanthalon folgte ihr und fand sie wenige Minuten später im kleinen Park Dalaran’s wieder, der gleich an den Ausgangspunkt des Portalkristalls schloss.

„Habt Ihr Eurer altes Zimmer noch?“, fragte Sariri.

„Ich denke ich werde es wieder benutzen.“

„Gut.“

„Hast du ein Zimmer hier im Gasthaus?“

„Unter anderem ja.“

„Unter anderem?“

„Ich habe mir ein kleines Haus im Heulenden Fjord gekauft.“

„Oh...Mhm.“

„Und wohin willst du heute Nacht?“

„Ich denke ich werde auch im Gasthaus übernachten.“

„Gut.“

Er folgte ihr bis zum Gasthaus und ging mit ihr die Treppen hinauf in die oberen Stockwerke, die die Gästezimmer beherbergten.

Vor einer hölzernen Tür blieb Sariri stehen.

„Nun ich wünsche Euch eine Gute Nacht.“

„Ich dir ebenso, Sariri.“

Sariri nickte leicht und drehte sich dann um, um in ihr Zimmer zu gehen.

„Es war ein...angenehmer Abend. Den ich mir so nicht vorgestellt habe.“, fügte sie noch hinzu als sie nach ihrem Schlüssel kramte.

„Sariri?“

„Ja?“

„Danke.“

Lanthalon machte einige Schritte Rückwärts und wollte sich gerade umdrehen, als Sariri sich umdrehte und zulächelte.

Er zwinkerte kurz, dann nickte er und drehte sich endgültig um.

Als er die Treppen des Gasthauses hinunter lief, hörte er das Schließen der Holztür und seufzte leise.

Seine Gedanken sprangen wirr in seinem Kopf herum, als er den kurzen Weg zur Kanalisation Dalaran’s hinter sich brachte und in die Dunkelheit hinab stieg.

Er würde einfach abwarten und sehen, wie sich das alles entwickelte. Fort konnte er immer noch.

3.2.09 17:01
 


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