Die unendlichen Geschichten einer unendlichen Welt.
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General Lichtschwinger

Sariri öffnete leise die Tür und schloss sie wieder, nachdem sie rein gekommen war. Der Raum lag durch die späte Zeit im halbdunkel, im Kamin flackerte das von Rhys’ verzauberte Feuer und loderte auf, als es Sariri’s Anwesenheit spürte.

Dennoch überkam den Raum nicht die gewohnte Wärme; es blieb kalt und als Sariri ihren Blick durch den Raum wandern ließ wurde ihr auch bewusst warum. Mit zusammengekniffenen Augen blickte sie die Elfe an, die ein Stück von der Tür entfernt an der Wand lehnte, die Arme vor der Brust verschränkt und Sariri anstarrte. „Wie…erwartet…“ Kalter Atem hauchte aus ihrem schmalen Mund.

„Er ist nicht hier, also verschewindet!“, fauchte Sariri angriffslustig.

„Er?“ Dae sah teilnahmslos drein.

„Den, den ihr ohne Zweifel sucht. Weswegen solltet ihr sonst hier einbrechen, Seelenlose?“ Der Ansatz eines Lächelns glitt über die Züge der Untoten.

„Ich…suche Euch, Lichtschwinger. Und der Zufall…öffnete mir…die Tür.“

Sariri übermannte kurz die Überraschung, dann brachte sie misstrauisch hervor: „Ihr solltet vermeiden meine Gesellschaft zu suchen, denn auch wenn die Allianz Abschaum wie Euch duldet, tue ich es nicht!“

Dae stieß sich von der Wand ab und schob mit einer fließenden Bewegung ihre Kapuze zurück. Darunter kam ihr bleiches, schmales Elfengesicht zum Vorschein, das von ihren blassgrünen Haaren umrahmt wurde. Das kalte Flackern ihrer Augen durchbohrte Sariri.

„Ihr seid...mein neuer…*sie machte eine kurze Pause*…General…“ Die Lippen verzogen sich zu einem spöttischen Grinsen, als sie Sariri eine Kopie der Schriftrolle zuwarf, die Aleena ihr vorgelegt hatte.

Sariri fing sie geschickt auf und entrollte sie – sie überflog die Schrift hastig.

„Was, beim Licht, ist in diese närrische Frau gefahren?“, flüsterte sie leise und zu sich selbst.

„Es kann sich nur um einen Fehler handeln!“, empörte sie sich und ließ das Pergament zusammenrollen.

„Eine Gemeinschaft wie die meine wird so etwas wie Euch niemals aufnehmen!“

„Ich folge nur…Befehlen…“, schnurrte Dae amüsiert. Ihr gefiel die aufgeegte und empörte Miene der Paladina. „Und Hauptmann Freiwind…hat mich Euch…unterstellt, Lichtschwinger.“ Sie grinste süffisant, sofern der Ausdruck auf ihren schmalen Lippen überhaupt erkennbar war.

„Wo ist Freiwind jetzt? Sie ist seit Monaten verschwunden und diesen Fehler hat sie ohne Zweifel voller Erschöpfung getan.“ Sariri klang voller Überzeugung.

„Ich werde dafür Sorgen, das er schnell behoben wird.“ Dae sah sie an: "Ihr könnt auch gleich dem König....seinen großen Fehler...vorhalten."

„Ich habe Euch eine Frage gestellt!“, zischte Sariri.

„Und die...bin ich gezwungen...zu beantworten?“, antwortete die Todesritterin seelenruhig. Dae 's Finger strichen fast zärtlich über den Griff ihrer Runenklinge Ashkandian.

„Es würde Euer entfernen zumindest beschleunigen und was den König angeht, ich denke er hat einfach jemand für die erste Linie gesucht, den er schnell Opfern kann, statt gute Männer zu verlieren.“ Sariri brachte ihr einen Blick gefüllt mit Abscheu entgegen. „Ah..kluge...Menschen...“, kicherte Dae mit rauer Stimme.

„Auch wenn ich mich frage, wie er darauf kommt das ihr überhaupt so viel Loyalität aufbringt das Schwert gegen die Geißel zu heben.“

„Was macht es für einen Unterschied...wen ich töte?“ „Für Euch gibt es anscheinend wirklich keinen Unterschied, von daher ist es am Besten wenn sich Eure ganze Brut gegenseitig tötet!“

Dae beachtete den Angriff der Draenei nicht, sondern wechselte das Thema: „Hauptmann Freiwind...befahl mir...hier auf Euch...zu warten...und mich vorzustellen...“ „Und wo hat sie Euch diesen Befehl gegeben?“

Dae deutete nach draußen, in Richtung der Kathedrale. „Tief unten in den Katakomben…zusammen mit diesem Schwächling...Grayson...“ Der Name des Paladins kam abwertend über die aufgesprungenen Lippen der Elfe.

„Ich glaube nicht, das Ihr von jemand anderes behaupten könnte er sei schwach: Wo Ihr doch Euren eigenen, schwachen Willen aufgeben habt, um ihm jemand anderen unterzuordnen.“

Dae 's Mundwinkel zuckten kurz.

„Somit seit Ihr und Euresgleichen nicht nur eine Schande, sondern Verräter und Schwächlinge.“ Sariri’s Schlag saß, auch wenn man es Dae nicht ansah. Sie war Beleidigung, Spott und Verachtung schon zu sehr gewohnt als davon beeindruckt zu sein.

„Wenn Ihr fertig seid...zu beleidigen...was mir nichts wert ist...“ Sie blickte der Draenei desinteressiert entgegen. „Sagt einfach...bescheid...Dann stelle ich mich vor...wie verlangt.“

„Ihr seid einer wie der andere! Ihr habt keine Existenz die es wert wäre, vorgestellt zu werden. Ich will einfach nur wissen wo Freiwind ist, dann verschwindet!“

„Sie sagt...sie würden Euch später...treffen.“

„Und wo?“

„Hier.“

„Euer Hauptmann...führt Euch ganz schön...an der Nase herum…“ Dae schmunzelt, wohl eine der seltenen Emotionen die man ihrem Gesicht abnehmen konnte. „Mein Hauptmann stellt sich als eine größere Närrin dar, als ich es je für Möglich gehalten hätte.“, erwiderte Sariri mit mühsam unterdrücktem Zorn.

„Wie konnte Tirion nur auf so eine Idee kommen...“, redete Sariri weiter, nachdem sie die Elfe gemustert hatte.

Dae 's Mundwinkel zuckten wieder kurz bei dem Namen. „Ihr habt einfach nichts an Euch. Nur Tot und Verzweiflung; was sollt Ihr der Allianz bringen außer Verrat?“

„Den Tod...unserer Feinde...“, hallte es zischend durch den Raum.

„Und Eurer "Verbündeten".“, schnaubte Sariri.

„Euch ist es doch vollkommen gleich was oder wenn ihr tötet. Hauptsache Ihr könnt Euren Durst stillen.“ Die letzten Worte spuckte sie förmlich angewidert aus.

„Ihr scheint...viel über Schatten zu wissen...allwissend...wie?“

„Genug um über Wesen wie Euch zu Urteilen und Richten.“

„Ja…das ist bekannt…über Lichtschwinger. Die Überheblichkeit eines Drachen…gepaart mit der Arroganz der Götter und dem Wissen der Unwissenden.“

„Was wisst Ihr schon von Paladinen – Nichts! Wenn Ihr auch nur eine Ahnung von uns hättet, wäret Ihr nie zu dem geworden, was Ihr jetzt seid.“

Dae lächelt emotionslos. „Paladine...sind der Grund warum es uns gibt...Licht...und Schatten.“

Eine kleine Pause. „Paladine...nähren die Reihen...des dunklen Fürsten.“

„Falsch; der einzige Grund warum es euch gibt, ist weil jemand willige Sklaven brauchte die nicht denken oder Emotionen zeigen.“

„Aber ich denke...Widerspricht das nicht...Eurer These?“ „Ich glaube kaum das ihr in der Lage seit auch nur Ansatzweise irgendetwas von unserem Glaube zu verstehen.“

„Ihr Todes’ritter’ versteht nichts von dem was uns heilig ist. das einzige was euch interessiert ist Tot.“ Sariri fuhr fort: „…und dadurch seid Ihr der Macht, nach der ihr strebt, so fern wie ihr nur sein könnt. Welch eine Ironie des Schicksals.“

„Glaube...ist Eure...Sache. Tod...die meine...“

„Ich frage mich wenn ihr den Tod zu verehrt, warum folgt ihr dann nicht seinem Ruf? Warum sterbt ihr nicht einfach? Nein ihr kommt immer und immer wieder auf das rufen eures Meisters wieder.“ Sariri ließ die Worte kurz wirken: „…Quält euch mit eurer verachtenden Existenz und eurem Hass auf euch selbst, den ihr nur dadurch freilassen könnt. indem ihr anderen Lebewesen größeres Leid zufügt als das eurige.“

Dae 's Lippen zitterten leicht und es wurde schlagartig eine Spur kälter um sie herum. Ihre Beherrschung fing langsam an zu bröckeln. „Ich sehe...Ihr habt euch eingehend mit unseren...Flüchen...beschäftigt...“, erwiderte sie mit einem arroganten, und deutlich gezwungenem Lächeln.

„Ich war nur auf der Suche nach einen Grund, der euch am Leben hält. Aber es ist nur der ruf eures Meisters den in euren Leben gibt es nichts wofür es lohnt zu leben.“

„Ehemaliger...Meister...Wir wollen doch nicht...auf falschen Tatsachen…streiten…“

„So glaubt ihr vielleicht.“ Dae verengte die eisblauen Augen zu Schlitzen.

„Meint Ihr wirklich ihr werdet je frei sein? Das könnt Ihr nicht, denn eure Seele sollte schon lange frei sein. Aber sie wird gefangen gehalten durch Euren unheiligen Körper, der sie knechtet und verdirbt.“

„Und das nur wegen ein bisschen mehr Macht.“, spottete Sariri.

„Urteilt nicht über etwas...das ihr nicht kennt, Lichtschwinger."

„Ich kenne Geschöpfe und Wesen wie Euch, die nur, weil sie schwach und unterlegen waren, die Seiten wechseln!“ „Deswegen sind alle gleich? Faszinierend...Die fanatische Sicht eines Lichtschwingers ist immer wieder ...amüsant“ „Wer einmal verraten hat, verrät immer wieder. Euch kann man nicht trauen! Ihr wechselt die Seiten, wie andere Kleidung. Immer auf der, die Euch gerade am besten nützt.“

„Auf welche Seite sollten wir jetzt noch wechseln, Lichtschwinger? ... Der schwarze König vergibt nicht, und er kennt keine Gnade. Wir sind auf niemandes Seite...sondern nur auf unserer...und ihr habt die Chance zu nutzen was wir sind...“

„...zu schwach euch selbst zu schützen...euer König hat das erkannt...kluger, kluger Mensch...“ Dae kicherte eisig.

„Ein Irrtum Eurerseits. Wir sind nicht auf euch angewiesen - nicht im Geringsten!“

„Das habe ich...gesehen...Eiskrone würde euch zermalmen hättet ihr nicht...unser Wissen.“

„Es sieht schlecht aus für euch, denn Eiskrone ist von uns belagert und euer König sitzt in der Falle. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis er besiegt wird!“, antwortete Sariri selbstbewusst.

Die Todesritterin ihr gegenüber lachte jedoch nur, und das eisige Timbre ihrer Stimme fuhr durch den Raum wie eine Windböe.

„Ihr versteht nicht was Eiskrone ist...was _er_ ist...und ihr versteht nicht, das _er_ nicht mein König ist..._Er_ ist nicht meine Seite..._ich_ bin meine eigene Seite... Die Todesritter brauchen die Allianz nicht um zu existieren...aber wir brauchen euch...um Rache zu nehmen...Und ihr braucht uns...um zu gewinnen...“

„Ein Wunschgedanke von Euch.“, erklärte Sariri.

„Das hat Euer König erkannt...das hat Tirion erkannt...es ist nur nicht bis zu den kleinsten Paladinen vorgedrungen...scheint mir...“

„Ich denke Ihr ermesst Euren Rittern zu viel bei und stuft sie zu wichtig ein. Ihr seid nur Knechte des Todes, nichts weiter!“

„Tod...ist das Geschäft des Krieges...und wir befinden uns...im Krieg...“

„Ich frage mich: Was macht ihr wenn ihr eure Rache bekommen habt? Dann hat euer Leben noch weniger Sinn als zuvor. Und das soll schon etwas heißen, wenn es nicht mal mit Rache einen Sinn ergibt.“

„Lasst das...meine Sorge sein...Lichtschwinger...Ihr rettet Euren Tag doch auch nur durch die Hoffnung...auf das Gute...“

„Weil wir wissen das wir danach in Frieden leben können, aber das ist für erbärmliche Kreaturen wie euch nie vorgesehen gewesen. Ihr werdet nie zur Ruhe kommen bis ihr alle zugrunde geht.“

„Hoffnung stirbt immer…zuletzt...und ist das erfüllenste Gefühl vor dem Ende...“ Dae grinst spöttisch.

„Es ist interessant, das Ihr überhaupt Hoffnung kennt wo Ihr doch Tag für Tag anderen dieser beraubt und das nur um euren Durst zu stillen oder euren Meister zufrieden zu stellen.“

 

„Auch ich kannte...sterbliche Zeiten...“, gab Dae zu und verzog einen Mundwinkel zu einem halben Grinsen, fast schien es, als entschuldigte sie den Umstand ihrer schwächlichen Sterblichkeit.

„Die Euch anscheinend nicht viel Wert war, da Ihr sie so einfach weggeworfen habt.“

„Urteilt nicht über Dinge...die ihr nicht kennt...“, wiederholte Dae wieder und lächelte, wobei ihre Augen gefährlich flackerten.

„Nennt mir ein anderen Grund, warum Ihr nun als das vor mir steht, außer pure Gier nach Macht.“ Selbstzufrieden schaute die draenische Paladine die Todesritterin an, diese jedoch ging nicht auf die Herausforderung ein. „Denkt...was ihr wollt...Ich lege keinen Wert auf...Anerkennung oder...Verständnis...“ Dae zischte die letzten Worte leise, ihre Geduld schien sich eindeutig dem Ende zu nähern.

„Ich bin nie auf die Idee gekommen, denn wenn Ihr auch nur ein Funken Interesse an den Lebensarten der Bewohner Azeroth’s hättet, wäret Ihr nicht zu einer Perversion dieser geworden.“

„Der General Lichtschwinger hat gesprochen...“ Dae 's Stimme troff förmlich vor Spott.

„Ich werde nun Frau Freiwind suchen um dieses Missgeschick, was Ihr unterlaufen ist zu beheben.“, beendete Sariri die Disskusion.

„Damit wir uns nie wieder sehen müssen.“

„Es wäre mir eine Erleichterung, das Laster des Lichtes abstreifen zu können…“

„Dann sind wir uns ja einig.“

„Wir warten hier.“ Dae gähnte halbherzig und ihre Fingerspitzen streichelten die Spitze der Schwertklinge auf ihrem Rücken.

„Ich habe den Befehl...hier zu verweilen...bis ihr meinen Befehlsgehorsam annehmt...General.“ Das letzte Wort klang amüsiert.

„Geht einfach nach oben in eins der Zimmer und wartet da. Dann muss ich Euch nicht länger in meiner Gegenwart wissen.“ „Wie Ihr verlangt...Lichtschwinger...“

Sariri legte ihr Schwert in Griffbereitschaft nahe des Sessels und setzte sich dann in diesen. Die Todesritterin wandte sich der großen, in der Wand eingelassenen Tür zu, die hinauf in das obere Stockwerk führte.

Mit der halb geöffneten Tür in einer Hand hielt sie inne. „"Er" lebt hier, richtig? "Er"...der meine Beute war...“, hauchte sie hungrig und sog die Luft, die ihr durch den schmalen Treppenaufgang entgegen flog ein. Sie wiegte sacht ihren Kopf.

„Nein tut er nicht und Ihr werdet Eure verfluchten Finger von ihm lassen!“, drohte die Draenei. Dae lachte unbeeindruckt.

„Interessant...etwas wie "er"...steht unter Eurem Schutz?“ Sie wandte sich wieder der Tür zu.

„Jeder steht unter meinen Schutz. Vor allem vor Wesen wie euch.

„ "Er" war nicht weit davon zu werden was ihr so verachtet...vielleicht wird er es noch...“ Sie schmunzelte still in sich hinein.

„Großmut...kommt vor dem Fall...Lichtschwinger...das lernen wir alle...irgendwann.“ Dae betrat den Treppenraum.

„Ich werde es nicht so weit kommen lassen.“, prophezeite Sariri.

Dae lächelte sacht und bevor sie die Tür hinter sich schloss, murmelte sie ein "Interessant...".

Sariri stieß ein Knurren aus und starrte die Tür an.

16.12.08 14:45
 


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