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Der Vertrag

Lord Grayson Schattenbruch ging die lange Regalwand entlang, in der etliche seiner Bücher lagerten. Sie waren sorgfältig nach Themen und im Alphabet geordnet und kein Staubkorn war darauf zu sehen. Er fuhr mit einem Finger über die Buchrücken und seufzte lang gezogen.

Heute war wieder einer dieser rastlosen Tage…

Seitdem er der Todesritterin nachgejagt war, waren zwei Tage vergangen. Zwei Tage, in denen sie sie gut bewacht in den Kellergewölben eingeschlossen hielten.

Grayson hatte dem König noch keinen Bericht erstattet, und war sich auch noch nicht sicher, wie er die Tatsache der Mordlust handhaben sollte.

Er fuhr sich nachdenklich über das Kinn und schob die spitze des Zeigefingers durch seine Lippen.

Eindeutig würde, so dachte Grayson, der Umstand der unkontrollierbaren Mordlust der Todesritter dieser Allianz ein Ende machen. Wrynn würde nicht so dumm sein, diese Schlächter länger in seinen Reihen zu lassen. Aber dennoch…

Er ließ die Bücherwand ein zweites Mal hinter sich und umrundete wieder den Raum, in dessen Mitte ein alter Holztisch stand.

….dennoch zögere ich.

Warum war das so?

Die Todesritter waren gefährlich, Feinde die man vernichten musste bevor sie es mit einem selbst taten.

Aber sollte man nicht, angesichts dieser aussichtslosen Kriegsgefahr in Nordend, die Stärke der Schlächter ausnutzen?

Seine Hand wischte den Schweiß von der fahlen Stirn des älteren Mannes.

Die Situation war…kompliziert.

Wir brauchen eine wirksame Waffe gegen sie…Jetzt, wo wir die einmalige Chance haben ihre wahren Schwächen herauszufinden.

Was könnte sie dann noch ausrichten? Verrat wäre dann das Todesurteil, oder wie immer man das für diese Kreaturen nennen wollte.

Er lächelte halb – kein siegreiches, aber auch kein völlig enttäuschtes Lächeln.

Die blonde, junge Frau sprang abwesend von einem hellbraunen Greifen, strich dem Tier kurz über den Schnabel und nickte dem Greifenmeister Sturmwinds zu, bevor sie sich in Bewegung setzte.

Ihre Aufmerksamkeit galt nicht der Umgebung, und auch wenn sie einige Begrüßungen der Bürger mit einem freundlichen Lächeln und einem „Das Licht mit Euch, mein Lieber!“ quittierte, war ihr Blick stets auf ein kleines, vergilbtes Buch gerichtet, dessen zerknitterte und halb verfallene Seiten im Auf und ab ihres schwungvollen Ganges wippten.

Sie hielt es mit der rechten Hand, während die linke nach jedem dritten Schritt eine wilde Haarsträhne aus dem Gesicht wischte, dessen blaue Augen hastig über die verschmierte Schrift des Buches huschten.

Bürgern und Besuchern der Stadt wich sie aus – oder sie ließ ausweichen, indem sie ohne aufzusehen ein „Vorsicht!“ oder „Darf ich bitte?“ verlauten ließ und einfach weiter ging.

Wie von selbst fanden ihre Füße den Weg über den Marktplatz, hinaus über die Brücke und auf den ruhigeren Platz der Kathedrale.

Das Kreischen und Kichern der Kinder rang ihr ein Lächeln ab, schaffte es jedoch nicht ihren Blick auf sich zu ziehen.

Sie umrundete den Brunnen, grüßte zwei Priester die am Rande auf einer Bank saßen und betrat dann den Samt der Stufen, die zur Kathedrale hinaufführten.

„Eins…zwei…“, sie sprach nicht laut, bewegte aber rhythmisch mit ihren Füßen ihre Lippen und endete damit, als sie den Türbogen erreicht hatte und in die Kirche eintrat.

Nur wenige Schritte trennten sie von einem „Herzlich Willkommen zurück, Priesterin Aleena!“, des Mannes am Eingang der großen Halle.

Jetzt erst ließ die ganz in weiß gekleidete Frau ihr Buch sinken und lächelte Warm.

„Das Licht mit dir, Bruder Saronos. Ich hoffe deiner Frau geht es gut? … Ich habe einen Termin bei Lord Schattenbruch.“

Der angesprochene Mann nickte nur stumm und wies nach rechts hinter sich.

„Er erwartet Euch sicher.“, murmelte er.

Aleena runzelte nicht die Stirn, trotzdem verwunderte sie diese Reaktion. Sie ließ die große Halle hinter sich und bog in einen Seitenflügel ein, dann stand sie kurz darauf vor einer hölzernen Tür, and er sie laut klopfte.

„Herin.“, schalt es von innen – Lord Grayson Schattenbruch war seiner Stimmlage zu Urteilen offensichtlich schlechter Launer.

Na wunderbar…, dachte Aleena und öffnete mit einem warmen Lächeln die Tür.

 

„Guten Abend, Lord, ich bin eiliger geflogen als es meinem Greifen lieber war…und habe noch nicht einmal zu Ende lesen können.“

Sie hob das Buch in ihrer rechen Hand.

„Seid Gegrüßt, Lady Aleena Laurana Freiwind.“ Er musterte interessiert das Buch. „Eine neue Errungenschaft nach der meine Bibliothek begehrt?“, fragte er neugierig.

Aleena musste grinsen.

„Natürlich, sofern sie nach alten Drei-Kupfer-Romanen giert, die von Dramatik nur so strotzen.“

Der enttäuschte Gesichtsausdruck des Paladins brachte sie zum Lachen.

Wieder mit ernster Miene fuhr Aleena jedoch fort: „Aber Ihr wisst weshalb ich hier bin, Lord Schattenbruch.“

„Ich vermute es, und ich bin darüber nicht begeistert.“

„Das wird kaum jemand sein…“ Aleena seufzte, jedoch umspielte ein wissendes und verstehendes Lächeln ihre Lippen.

„Aber man wird es verstehen.“, fügte sie hinzu.

Grayson kannte die junge Priesterin – vor allem für ihre Hartnäckigkeit und Intelligenz, die sie an den Tag legte und mit der sie es geschafft hatte, eine eindrucksvolle Menge an Streiter um sich zu versammeln.

Nun würde es ein zweiter werden…Ob die Wahl jedoch so klug war?

„Aleena, ich muss Euch auf die Gefahr hinweisen die diese Kreatur…“

Die angesprochene winkte desinteressiert ab.

„Ich weiß über die Konsequenzen, Gefahren und möglichen Hindernisse bescheid, Lord, Ihr seid nicht der erste der mich darauf hinweist.“

„Dann solltet Ihr Euch im Klaren darüber sein…“

„Ich BIN mir im Klaren darüber!“ Der energische und bestimmte Tonfall der sonst so samtweichen Stimme überraschte den Mann, sodass er nur nickte.

„Lasst mich sie sehen und mit ihr reden.“ Wieder ein weicher Tonfall.

„Folgt mir.“

 

Aleena lächelte angespannt und folgte dem Paladin hinaus aus dem ordentlichen Raum und die Stufen hinab in die unteren Räume der Katakomben.

„Hier haust sie schon seid Tagen?“, ließ die Priesterin empört verlauten und runzelte die Stirn.

„Es bleib uns nichts anderes übrig. Es gab  einige …Umstände die uns dazu brachten. Und seid versichert das die Bürger Sturmwinds ihnen nicht viel Respekt entgegen bringen.“

Aleena nickte.

Sie gelangten an eine mit mehreren Eisenschranken verriegelte Tür, die von vier Wachen bewacht wurde – allesamt Paladine, die sie respektvoll begrüßten.

„Weicht von der Tür!“, raunte einer der Wachen und entfernte mühsam und mit Hilfe seiner Kollegen die Riegel der Tür, dann öffnete er sie.

Eine tiefe Dunkelheit herrschte im Raum, die nur von einem hilflos flackernden Kaminfeuer durchbrochen wurde, dessen schein kläglich nach der geöffneten Tür züngelte.

Der Paladin stellte sich an den Türrahmen, betrat jedoch nicht den Raum.

„Lord Grayson Schattenbruch, und Lady Aleena Laurana Freiwind.“, stellte er vor und die beiden genannten traten in den dunklen Raum.

„Gebt Bescheid wenn ihr Hilfe braucht, Lord.“, wisperte die Wache und schloss damit die Tür. Man hörte, wie die Eisenriegel vorgeschoben wurden.

Aleena hob eine Augenbraue.

„Das halte ich für ziemlich übertrieben.“, musste sie zugeben.

Sie ließ den Blick durch den Raum gleiten, und nachdem sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, erspähte jemanden in der gegenüberliegenden Ecke.

Das war eindeutig SIE, sagte ihr Gefühl.

„Seid gegrüßt, ehemalige Elfe des Waldes. Mein Name ist Aleena, und ich bin der Hauptmann der Sturmklingen…falls ihr schon einmal von uns gehört haben solltet.“

Grayson trat unruhig einen Schritt vor, als eine eisige Stimme erklang.

„Geleidet Euch wohl…Priesterin des Lichtes…Aleena *eine kleine Pause entstand* Mensch der weiten Lande.“

Der Schatten trat aus der Ecke hervor und entpuppte sich als schlanke, schwarz gekleidete Nachtelfe, deren Blick in kühles Blau gehüllt war und interessiert de Priesterin begutachtete.

Ein neues Spielzeug? ,dachte Dae neugierig.

„Ihr könnt mich Dae nennen…Lichtträger.“

Aleena lächelte und nickte.

„Ich bin hier, um Eure Bekanntschaft zu machen, Dae, denn ich bin auserwählt Euch zu führen.“

Dae ging ein paar Schritte vor und umrundete damit Prietserin und Paladin schweigend.

„Seid Ihr zufrieden mit dem was Ihr seht, Dae?“

„Was ich sehe…ist…Hoffnung…und…was ich rieche…ist…Angst.“

Ihr Blick flackerte von Aleena zu Grayson und wieder zurück.

„Ich bin voller Hoffnung was unsere gemeinsame Zukunft angeht, jedoch zittere ich vor Angst, wenn ich daran denke mich die Schimpftirade meiner Generalin über meine wochenlange Abwesenheit anhören zu müssen.“

Dae musste unwillkürlich zischend Kichern.

Diese Priesterin hatte Schneid.

„Ihr habt…das Herz….auf der Zunge…junges Mädchen.“

„Dafür bin ich bekannt.“

Beide – Priesterin und Todesritterin - nickten.

„Setzt Euch und bringt mir vor….was Euch in mein tiefes…Gefängnis bringt.“

Dae deutete auf einen Tisch, an dem zwei Stühle standen.

An beiden Stühlen waren eiserne Ketten angebracht. Aleena schauderte es bei dem Gedanken, was hier schon alles passiert war, dennoch setzte sie sich.

Sie begann zu erzählen:

„Ich bin diejenige, die auserwählt wurde euch zu führen. Das bedeutet, dass ich angeboten habe Euch in meine Reihen aufzunehmen, Euch zu beobachten und Euch Aufträge zu geben. Meine Sturmklingen sind mitunter die fähigsten Kämpfer Azeroth’s. Wir kämpfen in diesem Krieg bis zum bitteren Ende …bis zum Sieg! Und Ihr seid mit dem heutigen Tag eine von uns.“

Dae schien nicht beeindruckt.

„Wer sagt… dass ich das will?“

Aleena schob schweigend eine Pergamentrolle über den Tisch.

„König Varian Wrynn, Euer oberster Befehlshaber und Herr in der gegebenen Allianz, befiehlt Euch sich unter meinen Befehl, wie auch meine Obhut und den Schutz der Sturmklingen zu stellen um für unsere Sache zu kämpfen.

 

Ihr habt also keine andere Wahl…es sei denn, ihr wollt wirklich in diesem Gefängnis hier verroten.“

Dae zischte und griff nach dem Pergament, um es eilig zu überfliegen.

„Was…für Aufgaben…werden das….sein?“, hauchte sie.

„Sie werden Euren Fähigkeiten entsprechen, Todesritter, keine Sorge.“

Aleena rang sich ein Lächeln ab, denn sie wusste das die eiskalten Augen des untoten Geschöpfes sie musterten.

„Ich bin…einverstanden…“

Aleena zückte eine gold-grüne Schreibfeder aus ihrer Tasche, hauchte an die Spitze und reichte sie der schwarzen Elfe und erwiderte: „Dann besiegelt den Vertrag.“

 

Dae nahm das Schreibgerät entgegen und murrte leicht, als die Mischung aus arkaner Magie und heiligem Licht ihre Fingerspitzen berührte und ein unangenehmes Kribbeln verursachte. Dennoch setzte sie ihren Namenszug unter den Befehl des Königs.

 

Sie zitierte die letzten Sätze des Befehls, während sie ihren Namenszug ind schwungvoller, feingliedriger Schrift mit goldener Tinte darunter setzte.

 

„Ich gelobe beim Pakt der Todesritter gegenüber dem König Varian Wrynn und der Allianz, der Priesterin Aleena Laurana Freiwind, Hauptmann der Sturmklingen, Loyalität und Befehlsgehorsam, bis mich der König oder der Hauptmann selbst von diesem Band löst.“


Dae Hyaddan                                    

Ritter der schwarzen Klinge

Elfe des Nachtwaldes

12.12.08 21:48
 


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