Die unendlichen Geschichten einer unendlichen Welt.
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Schatten

Dae schlenderte durch die leergefegten Straßen der Menschenhauptstadt; den Blick auf ihre Füße gerichtet, deren Weg sie selbst nicht kannte. Hinter ihr wurden die hektischen Geräusche zu einem monotonen Summen, das ihrer Aufmerksamkeit fern blieb.

Weshalb sollte ein Kampf mich interessieren? Er würde nur Ashkandian aufwecken und ihren Blutdurst nähren…

Der Schatten einer Unterführung verschluckte sie. Ihre Schritte hallten von den Wänden wieder während sie sich nach links wandte.

Der Pakt den Lord Morgraine ihr aufgezwungen hatte hielt sowieso ihr Schwert in der Scheide…weshalb also auf dem Kampfplatz verweilen?

Ein seltsames Prickeln bemächtigte sich Dae’s. Sie hob leicht ihren Kopf, jedoch ohne sich umzuschauen oder ihre Schritte zu verändern.

„He, du da!“

Dae stoppte ihre Bewegung.

Wieder ein feindseliger Stadtbewohner der ihr seine Verachtung zeigen wollte? Es langweilte…

Sie wandte sich nicht um, er würde sein Anliegen schneller über die Lippen bringen wenn er nur ihren Rücken sähe.

„Todesritter Dae Hyaddan, Elfe des Nachtwaldes, ich bin hier um dich zu König Varian Wrynn zu überführen, im Namen der Allianz und der guten Mächte Azeroths!“

Seine Stimme hatte einen tiefen Ton, klang voll und selbstbewusst. Als Dae sich umdrehte wusste sie auch was das Prickeln verursacht hatte. Die strahlende Rüstung des Paladins erhellte die dunkle Unterführung.

„Und wer…verlangt mich zu führen?“, hauchte sie; Neugier sprang in ihrer Stimme mit. Paladine, so sehr sie sie auch verabscheute, und so gefährlich sie waren, machten Dae immer wieder neugierig.

Paladine und ihre geheime Kraft des Lichts.

 

„Lord Grayson Schattenbruch, Paladin der Kathedrale des Lichts. Ich bin für Euch zuständig solange ihr Euch in Sturmwind aufhaltet.“

Dae nickte. Solche Vorsichtsmaßnahmen hatte sie erwartet.

Varian hatte wohl Angst um seine Untertanen…

Ein Grinsen glitt kurzweilig über ihre Lippen.

„Bringt mich zu Eurem König, Lichtschwinger.“

„Wie Ihr wünscht, Schwarzseele.“, antwortete er mit einer Verbeugung, die weder Respekt noch Achtung zeigte. Er ließ die Augen auf Dae gerichtet und starrte sie misstrauisch und voller Abscheu an, auch wenn in seiner sonstigen Höflichkeit nichts davon zu spüren war. Er deutete vor sich um sie voran zu schicken und lächelte starr.

Ich würde jemanden wie mich auch nicht gern hinter sich gehen lassen. Sehr geschickt von ihm.

Sie setzte sich in Bewegung und Schritt langsam in die angedeutete Richtung voran. Der Paladin folgte in kurzem Abstand, jedoch genug Abstand um ihre Auras nicht direkt zu spüren. Während sich vor ihr ein Schatten zu schieben schien, verbreitete der Paladin seine Aura des Lichts um sich vor ihrer Eiseskälte zu schützen.

Dae schmunzelte amüsiert.

Menschen sind ein amüsantes Volk. Immerhin schicken sie mir Paladine zur Bewachung, etwas anderes wäre lächerlich gewesen.

Gemächlichen Schrittes ließen sie die Unterführung hinter sich und traten in die späte Abendsonne hinaus, die die Straßen Sturmwinds in lange Schatten tauchte und die Dächer golden schimmern ließ.

„Lichtschwinger…habt Ihr Euch selbst für diese Mission gemeldet? Oder wurde es befohlen…etwas wie mich zu begleiten…Oder war es die Neugier auf etwas, das Euch so nahe steht wie ich?“

Dae wandte sich nicht um, dennoch spürte sie wie sich der Paladin anspannte.

Ich liebe solche Spiele…

„Geht schneller, Schwarzseele, ich will vor Einbruch der Nacht im Schloss sein.“

„Angst vor...der Dunkelheit…Kleiner?“

Sie sandte spielerisch ihre Aura nach ihm aus, berührte unter stillen Schmerzen sein Licht und streckte die unsichtbaren Finger ihrer Aura in das gleißende Licht seiner Seele.

Er zuckte automatisch zurück und versuchte sie abzuwehren. Sein Licht schmerzte Dae, doch schweigend nahm sie es hin und zog sich langsam zurück.

Keine Schwäche zulassen. Befahl sie sich in Gedanken.

„Verfluchte Seele, weicht!“

Er war schneller als erwartet und überrumpelte die Todesritterin, als er nach vorne rannte und sie mit einem heftigen Schlag seines Lichts gegen die nächste Hauswand beförderte.

Sie fauchte bösartig und die Peitschen ihrer dunklen Aura zischten hungrig nach ihm, erreichten ihn jedoch nicht.

„Ich weiß dass ihr nicht angreifen könnt. Also fordert mich nicht heraus, Schwarzseele!“

Selbstgefällig nickte er nach vorn.

„Dort drüben ist das Schloss. Geht, oder ich beende Eure Existenz hier. Wir sind nicht auf Gesindel wie Euch angewiesen.“

Dae spürte Übelkeit in sich aufsteigen, aber sie stieß sich trotzig von der Wand ab und lief nun schneller in Richtung Schloss.

Verfluchter Lichtschwinger…Dafür würde er büßen.

Sie erreichten nach wenigen Minuten die großen Tore des Schlosses. Wachen patrouillierten und standen Wache zu Hauf.

Missbilligende und verachtende Blicke trafen die Todesritterin und veränderten sich zu einer stolzen Miene angesichts des Paladins.

Einige spuckten vor die Füße Dae’s, während sie sich wenige Augenblicke später verbeugten oder mit den Handschuhen auf die Brust klopfend ihren Respekt ihrem Begleiter erwiesen.

„Uns steht bald eine Exekution bevor.“, nuschelte einer der Wachen.

Ein anderer zischte empört: „Mörder!“ Sie hörte Beleidigungen und Todesdrohungen.

Dae ging unbeeindruckt weiter. Ihr Begleiter jedoch lächelte süffisant. Seine Aura des Lichtes stieß sie unaufhörlich nach vorn, wie ein Speer den er ihr in den Rücken bohrte um sie voran zu treiben.

Kurz bevor sie den Thronsaal erreichten stockte Dae abrupt und ein Strahl seines Lichtes jagte in ihren Rücken. Schmerzerfüllt stöhnte sie leise.

„MÖRDER!“, der Schrei gellte durch die Flure des Schlosses und wurde von den Wänden zurückgeworfen.

Eine Frau war auf Dae zu gerannt, ein langes Küchenmesser in der Hand haltend. Blitzschnell fingen die Arme ihrer Aura die Frau auf, sie hielten sie an Handgelenken, Fußknöcheln und ihrer Hüfte fest und ließen sie nicht näher kommen.

Die Frau schluchzte und Schrie wild.

„Du hast meine Familie getötet! Stirb, Ausgeburt der Finsternis!! Brenne für die abscheulichen Taten deiner mickrigen Existenz!“

Sie brach verzweifelt in Tränen aus und strampelte, um die unsichtbaren Fesseln loszuwerden.

Viele Wachen waren herbei gesprungen und beobachteten das Schauspiel hilflos, manche versuchten die Frau zu befreien und schrieen Dae entgegen.

„Lass sie los.“ Das war der Paladin, der ihre nun ganz nah war. Er musste gegen die Übelkeit und Abscheu ankämpfen.

Dae ließ die Frau fallen und sah unbeeindruckt an ihr vorbei. Die Wachen zerrten die Frau zur Seite und machten Dae verängstigt den Weg frei.

Diese setzte sich wieder in Bewegung, langsam und erhobenen Hauptes betrat sie die hell erleuchteten Hallen des Königs. Er saß auf seinem Thron, neben sich einen kleinen, blonden Jungen der ihr neugierig entgegenblickte.

Sie trat bis kurz vor die Stufen des Thrones, dann sank sie auf ein Knie hinab.

Ihre kalte Stimme erfüllte den Raum, und ließ die Wachen erzittern.

„König Varian Wrynn…im Namen des Hochlords Darion Morgraine, dem Führer der Ritter der schwarzen Klinge, überbringe ich Euch – Dae Hyaddan, Elfe des Nachtwaldes und Ritter der schwarzen Klinge, als Gesandte der Verratenen folgendes Angebot: …“

Sie musste kurz Luft holen. Wie lange hatte sie dieses Gespräch schon geübt…

„Die Verratenen bieten der Allianz ihre Dienste an, um den gemeinsamen Feind der Welt, Fürst Arthas, dem Lichkönig, ein Ende zu bereiten. Wir bieten Euch unser Wissen, unsere Macht und unseren Willen zu töten in dieser dunklen Stunde des Krieges an.“

Einige Minuten Stille.

Dae rang den aufsteigenden Drang der Rebellion herunter.

Ich schulde Hochlord Darion Morgraine meine…Freiheit…

In der dämmernden Stille erinnerte sie sich zurück an den verhängnisvollen Tag, der ihre gebundene Existenz verändert hatte. Der Tag, an dem Morgraine die Todesritter von Arthas’ Band gelöst hatte – der Tag, an dem er ihnen eine neue Existenz zuwies.

Der Tag, an dem er ihnen vermeintliche Freiheit geschenkt hatte…

(Bitte schaut Euch dieses Video an )


3.12.08 13:09
 


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