Die unendlichen Geschichten einer unendlichen Welt.
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Licht und Schatten

 ~Wenn ihr noch nichts gelesen habt, empfehle ich euch hier zu beginnen!~

 

Wumh! – Eine lange, schwere Eisenkette eines Flickerschreckens riss Lanthalon mit einer Wucht von den Beinen, die ihn heftig gegen die Kaimauer fliegen ließ. Alle Luft wurde auf seinen Lungen gepresst und ein hässliches Knacken kündete den Bruch einiger Knochen an. Sei Schrei blieb erstickt und Blut sickerte über seine Lippen, während er keuchend am Fuße der Mauer lag. Der Schmerz der sich in ihm ausbreitete, betäubt seine Sinne. Mit verschwommenem Blick sah er auf – griff der Flickerschrecken weiter an, um sein Werk zu vollenden?

„Lanthalon!“ Eine Stimme…doch wem gehörte sie?

Er sah etwas…oder jemanden in golden scheinender Rüstung an ihm vorbeirennen, der riesige Untote wich zurück, doch bevor er auch nur ansatzweise davonlaufen konnte, traf ihn ein heller Lichtblitz. Wenige Sekunden später ging er stöhnend zu Boden.

Jemand beugte sich über Lanthalon. Er blinzelte. Hörner…

„Sa...ri...ri?“, keuchte er kaum hörbar und weiteres Blut rann über seine Lippen.

„Nicht sprechen; Ihr seid schwer verletzt.“ Hektisch rief sie zwei Priester herbei, die mit ihrer Hilfe Lanthalon auf eine Trage rückten und ihn eilig hinter die gesichtern Reihen des Hafens brachten.

Die golden leuchtende Draenei schenkte ihm nur einen weiteren kurzen Gedanken – die Untoten mussten aus dem Hafens Surmwinds vertrieben werden! Sie raffte ihren Hammer auf und rannte zurück an die Front, um die Untoten zu vernichten.

 

Lanthalon keuchte erschöpft und schloss die Augen. Seine rechte Seite brannte wie Feuer, als kämpfte diese grausame Seuche um seinen lebenden Körper. Er hatte zahlreiche Schnittwunden, Kratzer und blaue Flecken – der Kampf gegen die untoten Heerscharen im Hafen von Sturmwind war chaotisch und sehr hektisch gewesen und wütete schon seit zwei Tagen.

Ob es Sariri gut ging?

Sie hatte ihm das Leben gerettet – mal wieder. Der Angriff war überraschend gekommen, doch Lanthalon hatte zuvor schon an seinen graublauen Wunden ein brennen gespürt

…ob das eine Vorahnung gewesen war?

Er tastete seine rechte Seite hinab und verzog das Gesicht zu einer Grimasse. Das tat verdammt weh; und es fühlte sich gefährlich nach einer gebrochenen Rippe an. Er beruhigte seine stoßweise Atmung wieder und bemühte sich gleichmäßig zu Atmen; es fiel ihm sichtlich schwer.

Verdammte Untote.

Sie waren in großen Massen über den Hafen hergefallen und hatten sowohl die Wachen, als auch die Dockarbeiter und Schiffsfahrer überrascht. Ein hektischer Befehlsausruf des Königs Varian Wrynn hatte jedoch die Truppen schnell organisieren und ordnen können und gemeinsam hatten sie den Kampf begonnen.

Lanthalon hatte gerade noch Zeit sich in seine Rüstung zu zwängen und nach seinem Schwert zu langen, als er auch schon die Erschütterungen durch die Angriffe der riesigen Frostwyrms spürte.

 

Ein Husten schüttelte seinen Körper. Schnell legte er die Hand über seinen Mund und musste beunruhigt feststellen, das Blut über seine Lippen sickerte.

Das ist nicht gut…

Er sah sich im Lager um. Die Heiler der Kathedrale des Lichts hatten in aller Eile Feldbetten und Decken auf dem großen Kirchenplatz ausgebreitet um darauf die vielen Verletzten behandeln zu können. Nun huschten sie hektisch zwischen den einzelnen Betten hin und her und heilten die Menschen und machten ihnen Mut … Mittlerweile lagen jedoch auch immer mehr völlig erschöpfte Heiler auf den Betten und versuchten ihre Kräfte aufzufrischen. Und die Welle an verletzten Kämpfern ließ nicht nach, immer mehr verletzte und vor allem infizierte wurden in die Lager gebracht. Der Kampf schien immer noch nicht vorbei.

Sein Blick glitt zu den umher huschenden Heilern, die mit tiefen Rändern und düsteren Mienen ihre Arbeit verrichteten.

Ein Angriff auf Sturmwind – das zehrte an allen Kräften.

 

Sariri war immer noch dort. Aber sie wird sich schon durchschlagen.

Die Draenei hatte ihn hierher gebracht, nachdem etwas hartes ihn heftig gegen eine der Hafenmauer geschmettert hatte. Im Grunde war seine Erinnerung daran sehr verschwommen; er erinnerte sich noch an Sariri’s Gesicht, das besorgt über seinem ruhte und dann ein Paar Hände, das ihn stützte und mühsam die Straße hinauf bis in die gesicherten Reihen der Priester schleppte.

Lanthalon rappelte sich Stück für Stück an einer Mauer hoch und richtete sich dann so gut es ging auf. Er brauchte einen Verband und dringend schmerzstillende Kräuter…die er sicher in Aleena’s Haus finden würde. Mit langsamen Schritten und schmerzverzerrtem Gesicht arbeitete er sich durch die Reihen der Verletzten, die zum ende hin weniger wurden. Immerhin war noch nicht der gesamte Kathedralenplatz überschwemmt.

Er erreichte Aleena’s Haus schwer atmend und glitt erschöpft an der Tür hinab.

Nur eine Minute…ausruhen…. Dachte er.

Seine infizierte Wunde brannte plötzlich heftig und er musste leise Stöhnen.

Verdammte Untote!

Sein Körper begann zu zittern und ein unbehagliches Gefühl überkam ihn. Er öffnete die Augen.

„Ihr solltet…das behandeln lassen.“ Die eiskalte Stimme jagte ihm einen Schauer über den Rücken. Seine infizierte Wunde begann unangenehm zu prickeln.

Er sah zu „ihr“ hinauf…zumindest glaubte er das es sich hier um eine Frau handelte. Sie war vollkommen in eine nachtschwarze Rüstung gehüllt, eine Kapuze tief in ihr Gesicht gezogen verdeckte ihre Miene und ließ nur schemenhaft ihre schmalen Lippen erscheinen. Ihre Augen trugen ein kaltes, eisiges Flackern.

Lanthalon fehlten die Worte – und so starrte er sie nur an.

„Wenn Ihr so weiter macht…kann ich Euch als Diener vielleicht noch gebrauchen…“ Es schien eine Art Lächeln zu sein, das ihre Lippen kurz zu einer schräge verzog. Sie ging ein paar Schritte auf ihn zu und beugte sich hinab.

Sie roch süßlich nach Erde, musste er feststellen während er sie weiter stumm beobachtete.

„Die Angst von Euch Menschen wird langsam langweilig…“, brachte sie mit desinteressierter Stimmlage hervor. Dennoch streckte sie eine ihrer Hände aus und berührte die infizierte Haut, die sofort heftig zu brennen begann. Er stöhnte unterdrückt auf und biss sich heftig auf die Unterlippe, welche zu bluten begann.

„Was tut…ein Todesritter…hier?“, brachte er keuchend hervor. Ihre Gegenwart zog ihn gleichermaßen an und stieß ihn ab.

„Dienen.“ Ihre Augen flackerten zornig auf.

„Wem…?“

Wieder dieses seltsame Lächeln.

„Übertreibt es nicht…ich könnte Hunger bekommen…“

Ihre Hand strich über die verfallene, graue Haut, seine Rippen entlang und hinauf zu seinem Kinn.

Er erstarrte und schaute sie an.

Hunger? Er hatte noch nie einem Todesritter gegenüber gestanden, und vor allem nicht in Sturmwind! Hatten die Wachen sie nicht gesehen? Oder hatte sie sich deswegen so getarnt?

Er ließ seinen Blick über sie gleiten und entspannte sich ein wenig.

Sie konnte hier nicht viel ausrichten…zu viele Zeugen.

Sie sah eigentlich nicht erschreckend aus, ihre Haut hatte eine helle Farbe, und obwohl sie eisig kalt war, war sie trotzdem weich. Ihre Silouette war menschlich…was mochte sich unter dieser Rüstung verbergen?

Seine infizierte Wunde stammte von der untoten Seuche…war sie ihr deswegen so vertraut?

Die Todesritterin schenkte ihm einen seltsamen Blick und ihre Hand, immer noch an sein Kinn gelegt, zitterte kaum spürbar. Ihr Zeigefinger glitt über seine Unterlippe, die immer noch leicht blutete. Sie wischte das Blut ab und schloss kurz die Augen, bevor sie den Finger an ihre Lippen führte und kurz darüber leckte.

Lanthalon meinte eine erstickte, kalte Stimme zu hören.

„Mehr…“ Er erschauerte, blieb jedoch regungslos sitzen.

Ihr Blick hatte ihn wieder erfasst, nun spürte er wie aufgewühlt sie war, erregt durch den Geschmack seines Blutes – Angst einflössend.

 

Ein hell gleißendes Licht! - Plötzlich brach die schwarze Ritterin zusammen und stöhnte schmerzerfüllt. Die schiefe Kapuze enthüllte ein verzerrtes, blasses Nachtelfengesicht.

Sie lehnte über Lanthalon, eine Hand auf seine infizierte Wunde gepresst, mit der anderen stützte sie sich am Boden ab. Ein tiefes Grollen kam über ihre Lippen. Die Frau hob kurz ihren Blick und sah ihn verwirrt an.

„Was tut Ihr da, Todesritter?“ Eine drohende Stimme.

 Sariri stand aufrecht vor der dunkel gekleideten Frau, die Waffe in Bereitschaft und ihren Körper angespannt, sah sie der Todesritterin missfallend entgegen.

Lanthalon stöhnte dumpf, als ihn eine Welle eiskalten Zorns traf.  Die Frau hatte sich aufgerichtet – mit vor Wut funkelnden Augen und geballten Fäusten drehte sie sich um. In ihrem Blick stand purer Hass - Hass auf das Licht, das Sariri verinnerlichte.

„Das ist nicht Eure Angelegenheit, Lichtbringer!“, zischte sie. Ihre Finger lagen auf dem Griff ihres Zweihänders, der in einer kunstvoll verzierten Scheide ruhte.

Sie war bereit für den Kampf und wollte ihre Klinge ziehen, doch plötzlich hielt sie abrupt inne. Sariri, die schon in Kampfhaltung gegangen war, schaute sie überrascht an.

Die schwarze Ritterin fluchte in der alten Sprache der Elfen.

„Seid froh…das ich an einen Pakt gebunden bin…“ Sie ließ die Finger vom Griff der Waffe gleiten.

„Pakt?“, Sariri blieb misstrauisch.

„Ich bin die Gesandte der Ritter der schwarzen Klinge, Dae Hyaddan. Ich bin hier, um König Varian Wrynn die Unterstützung der Todesritter im Kampf gegen unser aller Feind zu unterbreiten.“

„Der Geißel.“

„Fürst Arthas…“, das unheimliche, zornige Zischen ging Lanthalon durch den gesamten Körper – eine weitere Welle dieses tiefen Hasses rollte über ihn.

„Macht…für…Rache…“

„Zu…schwach…“

Wirre, kalte Worte hallten in seinem Kopf wieder.

„Kleines…Mädchen…“

Ein hohes, spöttisches Lachen erklang.

Dann wurde es schwarz um ihn herum, sein letzter Blick nahm Dae und Sariri wahr, die sich gegenüberstanden und feindselig anstarrten – dann fiel er in das Schwarz der unergründlichen Tiefe unter ihm…

20.11.08 17:36
 


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