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Gesandte der Ritter der Schwarzen Klinge

„Alles, was ich bin: Zorn, Grausamkeit, Rache - all dies mache ich Euch zum Geschenk, mein auserwählter Ritter. Ich habe Euch die Unsterblichkeit gewährt, auf dass Ihr in einem neuen dunklen Zeitalter der Geißel zu meinem Herold werdet.“

Der Lichkönig

 

Dae fuhr in die Höhe. Der Schweiß ran von ihrem fahlen, eiskalten Körper, den ein Zittern schüttelte.

Die tiefe, eisige Stimme grollte in ihrem Kopf, hallte von den Wänden zurück und echote in ewigem Schall durch ihre Gedanken. Dae schüttelt heftig den Kopf – ihre Haare lösten sich aus dem spärlich gebundenen Zopf und fielen zerzaust auf die feuchten Schultern.

Sie sah schlecht aus. Blass, dünn, mit tiefen Augenrändern und hervorstechenden Wangenknochen. Ihre Augen huschten ängstlich zum Höhleneingang und weiter in die dunklen Schatten der felsigen Behausungen.

Nur eine Einbildung…nichts weiter…er war nicht hier….nur in meinem Kopf…

Dae ließ die angehaltene Luft geräuschvoll aus ihrer Lunge entweichen und viel zurück in ihr spärliches Lager aus angelaufenen und zerschließenen Decken.

Sich den Schweiß mit dem Handrücken von der Stirn wischend, glitt ihr verlorener Blick zu der dunkel glimmenden Waffe an ihrem Lager.

Ihre Finger strichen zärtlich und sogar liebevoll über den verzierten Griff. Ashkandian…die zerbrochene und neu geschmiedete Klinge ihrer Rache. Ehemals hatte sie Eramis Nachtschwinge gehört, einem Todesritter in Arthas’ Dienst. Derjenige Todesritter, der ihren Vater vor zwölf Jahren vernichtet hatte. Die Klinge war bekannt als der Befehlshaber der Ghule – das Schwert der Auferstehung – das bereits so viele Leben verschlungen hatte.

 

Dae schloss die Augen und genoss das Lied, welches die dunkle Klinge für sie summte.

Ashkandian rief nach ihr, ließ ihren verdrängten Hunger neu aufkeimen. Ihr Hunger nach Blut, Leid und Tod…Dae schauderte. Als sie ihre Augen öffnete glühten diese gierig.

Ein heftiger Schmerz durchzuckte den zerbrechlichen Körper der Frau und ließ sie sich mit verzerrtem Gesicht zusammenkrümmen.

Dae kannte den Schmerz und das Leid, den der unaufhörliche Hunger nach Verderbnis in ihr auslöste.

Es gab nur ein Heilmittel gegen dieses Leid: Sie musste ihren Hunger stillen.

Das Leben eines Todesritter ist einfach: Leben oder Leiden.

Dae erhob sich, Ashkandian brannte in ihrer Hand und summte ihr mit seiner sanften Stimme das ewige Lied über Leid und Tod ins Ohr. Ihre Augen funkelten vor kaltem Hass, keine Gnade war darin zu sehen.

 

Sie hatte dem Lichkönig abgeschworen, wollte diesem grausamen Leben entfliehen das ihr ihren freien Willen genommen – ihr Leben gekostet hatte und durch ihre Seele verpfändet worden war.

Nun diente sie dem Oden „Ritter der schwarzen Klinge“. Jenen Todesrittern die durch Arthas verraten und zur heiligen Stätte, der Kapelle des Hoffnungsvollen Lichts geschickt wurden. Morgraine war nun ihr Anführer, jener, der sie auch in dieses verfluchte Land der Allianz geschickt hatte …“Um Verbindungen zu knüpfen“.

 

Doch sie konnte dem nicht entfliehen, was sie war. Ein Todesritter. Geboren, um Leid und Verderbnis zu bringen – um zu töten.

Dae ging wieder auf die Knie, gebeugt von dem gewaltigen Schmerz der ihren Körper schlug. Sie rappelte sich wütend auf und spuckte auf den Boden.

„Verflucht.“, schimpfte sie.

Wenige, eiserne Schritte brachten sie hinaus in den heulenden Wind aus Regen.

Ihr Körper zitterte, nun nicht mehr vor Kälte, sondern vor schierer Erwartung ihren unstillbaren Hunger befriedigen zu können.

Blutdurst lenkte ihre Bewegungen zielstrebig den felsigen Pfad hinab, in Richtung der Banditen und Räuber, die in den Ebenen auf Beute warteten. Gefundene Opfer, um den blutigen Hunger einer Todesritterin zu stillen.

 

…….

 

Ashkandian sang sein todbringendes Lied in allen Oktaven der dunklen Seele seiner Meisterin und lenkte ihre Hand mit der Intention eines Mörders. Blut tropfte von der Klinge und vermischte sich mit dem regennassen Gras.

Dae schwang Ashkandian in die Höhe und warf ihren Kopf mit einem gellenden, tiefen Schrei in den Nacken. Das Schwert sang die letzten Noten seines Liedes und verstummte mit Daes Schrei, der gleichzeitig Befreiung von ihren Qualen und Vollendung ihres blutigen Rituals bedeutete.

Das Kinn sank auf ihre Brust, sodass ihre Haare das aschfahle Gesicht verdeckten. Sie taumelte und ihr Atem rasselte über ihre aufgerissenen, blutigen Lippen.

Erst nach einigen Minuten völliger Bewegungslosigkeit, in denen nur ihr kalter Atem und ihr pochendes Herz zu hören waren, hob die Verfluchte ihren Kopf.

Die Augen waren in ein eisiges Blau gehüllt, fast unnatürlich hell und stechend. Jedoch hatten sie nun einen warmen Glanz, etwas annähernd sterbliches – menschliches. Dae sog die mit Blutgeruch durchsetzte Luft ein.

„Es tut mir Leid.“ – unvermutet weich war ihre Stimme, der Ton eines sanften Kinderliedes -  Grausam im Schatten des Szenarios klingend.

Dann hatten ihre Augen den warmen Glanz verloren und blickten kühl über die verstümmelten und entstellten Körper der Banditen, deren Blut in die Erde sickerte.

 

…….

 

Dae betrat wieder ihre Höhle und ließ sich auf ihr Nachtlager fallen. Seit sie vor einigen Tagen nach Sturmwind geschickt wurde, um dem König Varian Wrynn die Unterstützung der schwarzen Ritter im Kampf gegen Arthas und der Geißel zu versichern, lebte sie hier.

Sie hatte sich noch nicht in die Stadt gewagt; die offensichtliche Verachtung der Bürger drohte jedes Mal ihre Beherrschung umzustürzen.

Also wartete sie, bis sich eine günstige Gelegenheit bot den König dieser Allianz zu finden.

Ein leises Seufzen glitt über ihre Lippen.

 

Heut Nacht werde ich endlich wieder schlafen können…keine Träume…

Ashkandian lag zufrieden neben ihr, sein Bluthunger war gestillt und die Runen auf der Klinge begannen langsam sich zu erholen. Dae’s Hand glitt kraftlos vom Griff des Schwertes.

In den Nächten bevor ihr Hunger seine Spitze erreichte nahmen ihre Alpträume stets zu, bis sie in einem fast fiebrigen Wahn Tage und Nächte ausharrte. Sie wusste das sie es nicht verhindern konnte, doch durch ihre eisige Willenskraft gelang es ihr mittlerweile sich ein paar Tage zurückzuhalten…Tage, in denen sie weder aß noch trank, denn um ihren Hunger zu stillen bedurfte es nur eines blutigen Opfers. Am befriedigendsten waren humanoide Wesen, ihr Blut …ihre Panik…ihre Angst…all das trieb den Preis den sie darstellten in die Höhe.

Dae leckte sich das Blut mit einem erschöpften Seufzen von den Lippen.

…Endlich…schlafen…

Ihre Augen schlossen sich müde und sie glitt in einen ruhigen Schlaf.

18.11.08 15:58
 


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