Die unendlichen Geschichten einer unendlichen Welt.
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Alte Freunde

Roter Mond fuhr mit einem glatten Schwung in Richtung des grauen Wolfes, der sich knurrend vor Lanthalon aufgebaut hatte, vollführte eine Wende in der Hand des Kriegers und sauste wieder auf das junge Raubtier hinab, das anhand der gefährlichen Waffe lieber mit einem Rückzug versuchte. Lanthalon machte drei Schritte nach vorn und ließ Roter Mond mit einer schwungvollen Bewegung über seine Schulter, zurück in die Scheide an seinem Rücken gleiten.

Er seufzte leise und setzte seinen Weg durch den Wald von Elwynn fort, seine Gedanken wanderten jedoch zurück nach Sturmwind, zu Themes und dem seltsamen Gespräch das sie noch vor wenigen Minuten geführt hatten.

Die angespannte Stimmung zwischen der Elfe und ihm...und jetzt dieses Abkommen mit „den Brüdern“ und dieser Taverne. Das ganze Roch eindeutig nach Ärger und Schwierigkeiten. Vor allem wenn er an Caljina's Worte dachte. Themes begab sich unwissend noch Näher

an die gefährliche Schurkin heran und er hatte keine Möglichkeit sie zu warnen.

Natürlich konnte sie sich sehr gut selbst verteidigen, sollte Caljina wirklich zur Waffe greifen; was ihm allerdings wirklich Sorge bereitete, war der Krieg auf verbaler Ebene, den Caljina perfekt beherrschte. Dagegen konnte man sich nur sehr schwer wehren.

Die Beziehung zwischen Themes und ihm war einfach nicht sicher genug, um dem standhalten zu können.

Also musste er etwas unternehmen.


Lanthalon hob seinen Kopf und runzelte die Stirn. Tief in Gedanken versunken hatte er bereits den Steinhügelsee erreicht, der oberhalb des Holzfällerlagers lag.

Links von ihm erstreckte sich das Wasser, das die kleine Insel Heldenwache umschloss, auf der einige Defias ihr Unwesen trieben. Ein weiteres Stück am See entlang befand sich ein größeres Murlocdorf, das geduldet wurde. Früher hatte Lanthalon hier oft gearbeitet, als Holzfäller, wie er sagte, in Wahrheit jedoch hatte er Defias und Murlocs gejagt wenn diese zu dreist wurden.

Immer noch die Stirn in Falten gezogen betrat er das kleine Waldstück des Lagers. Seine Aufmerksamkeit galt jedoch nicht seinem eigentlichen Ziel, sondern den einfach gebauten Strohdächern am See, von denen eine merkwürdige Stille ausging.

Er bewegte sich vorsichtig auf das Murlocdorf zu, während Roter Mond wie von selbst in seine Hände rutschte.


Der große Zweihänder mit seiner blutroten Klinge war eine neuere Errungenschaft des Kriegers. In feiner Arbeit und mit viel Mühe hatte Lanthalon die Klinge selbst nach dem Bild seines Schwertes Blut geschaffen. Der kleine Bruder seines Zweihänders Blut war nicht so tief mit Magie getränkt und auch nicht so wendig wie die alte Elfenklinge, jedoch war der Stahl mit dem er Roter Mond geschaffen hatte besonders hart und dennoch leicht genug, um sie zur Not in einer Hand halten zu können.

Blut jedoch hatte das volle Gewicht eines Zweihänders, und kostete deswegen sehr viel mehr Kraft.


Lanthalon näherte sich wachsam dem Ufer, und es dauerte nicht lange da sah er einige Murlocleichen auf dem taufeuchten Gras liegen. Er beugte sich hinab.

Brandverletzungen. Das war nicht das Werk von Defias.

Dennoch richtete er sicher wieder auf und folgte der Spur näher an das Ufer heran, bis ein seltsamer Klang an seine Ohren drang. Langsam schlich er weiter und spähte zum Ufer.

Im Wasser des Sees erkannte er die Silhouette einer Frau und im selben Augenblick drang auch der helle Gesang an sein Ohr, der vom See zu ihm hinüber wehte.


Lanthalon wollte gerade umdrehen und seinen Weg fortsetzen, als ihn ein seltsames Gefühl überkam. Etwas, das ihn an den Boden fesselte und seinen Blick erstarren ließ. Seine Muskeln verhärteten sich und begannen zu Schmerzen, als er verbissen versuchte sich zu bewegen.


Sarynn, der im Unsichtbaren verborgene Dämon, schmunzelte zufrieden.

Vergebens...Sieh sie dir an...“, zischte die Sukkubus in das Ohr des Kriegers. Und tatsächlich wandte der Mann seinen Blick der Frau zu, die am flachen Ufer badete. Ohne die Möglichkeit sich gegen die dunkle Magie zu wehren, ließ Lanthalon seine Waffe sinken, bis die Spitze den feuchten Boden berührte und leicht darin einsank. Die moosgrünen Augen des Kriegers wurden stumpf – sein Atem flacher. Der seltsam hypnotisierende Klang der klaren Frauenstimme zog den schwarzhaarigen Mann in seinen Bann und er lauschte dem traurigen Lied.

 

In den Tiefen dieser Dunkelheit bin ich gefangen
Verflochten mit viel Kummer und Schmerz
Jenes kalte Mondlicht umspielt meine Traurigkeit
Die ich an jedem Tag verspür'

Jene Macht lenkt mein Herz
Dein Geheimnis das hüte ich – in mir
Blasses Licht zeigt den Weg
Den ich kreuzen werde

Meine Tränen sind vergangen
Sie sind auf ewig verloren

Was auch geschieht, ich geh voran
Ich suche mein Herz, das ich vergaß

Dieser Traum bleibt ewig mein
Tief verborgen wie ein Schatz

Tränen vergeh'n
Nichts bleibt bestehen
Nur dieser Traumund was damals

geschah...“

Helles Licht blitzte plötzlich auf, und der starre Lanthalon spürte kalten Stahl an seiner Kehle.

An Eurer stelle, würde ich mich nicht allzu sehr bewegen.“, knurrte eine raue Stimme hinter ihm.

Der Bann des Dämonen ließ langsam nach, denn der unsichtbare Sukkubus schlich langsam zu seiner Meisterin zurück, die nun zum Ufer ging und sich ein Tuch über den Körper streifte.

Als Lanthalon die Starre komplett abschütteln konnte ging alles sehr schnell.


Roter Mond sauste nach oben, während Lanthalon sich auf den Boden fallen ließ um dem Schwert an seiner Kehle zu entkommen. Ein Schwung seines Körpers brachte ihn wieder auf die Beine und schon griff Lanthalon an. Roter Mond zeichnete einen Bogen nach, und hieb nach der Brust des Mannes, der seine silbern leuchtende Klinge dagegen hielt. Beide Schwerter prallten klirrend aufeinander und Lanthalon war gezwungen zurückzuweichen, um mehr Platz für einen erneuten Angriff zu haben. Der Angreifer jedoch ließ ihm dazu keine Gelegenheit.


Schicksal, der silberne Zweihänder , zuckte wild von einer Seite zur anderen und suchte nach einer Schwachstelle in der Verteidigung des Kriegers. Mit ungehaltenem Eifer ließ Raien seine Waffe auf den roten Stahl treffen. Eine Drehung seines Körpers änderte die Schlagrichtung und verfehlte nur wenige Zentimeter Lanthalon's Oberschenkel. Im selben Augenblick als Lanthalon nach hinten zurückwich, wurde seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes gelenkt.


Ihn beschlich ein unbehagliches Gefühl, das er nicht erklären, aber wohl deuten konnten. Mit viel Kraft stieß er nach vorn und hieb Roter Mond mit so viel Kraft gegen die silberne Klinge, das der Mann benommen zurück taumelte.

Lanthalon löste mit einer geübten Bewegung Blut aus seiner ledernen Scheide und die Magie des Zweihänders glühte im fahlen Mondlicht.

Schon wandte der Krieger sich um, Roter Mond in abwehrender Haltung vor sich, Blut lauernd dahinter.


Sein Gefühl hatte ihn nicht verraten. Als sich der Nachthimmel verdüsterte und die Wolken das fahle Licht des Mondes verschluckten, zischte aus dem Nichts eine lederne Peitsche heran. Lanthalon duckte sich instinktiv und riss Roter Mond zur Seite – zu spät. Die Peitsche wickelte sich um die rote Klinge und der heftige Ruck des vereitelten Rückzuges brachte den erfahrenen Krieger aus dem Gleichgewicht.

Ein schneller Schritt zur Seite rettete seine Stellung und vermutlich auch sein Leben, denn im selben Augenblick hörte er das knistern eines Feuers...

Erschrocken sah er zum Ufer des Sees.

In ein weißes Gewand gehüllt, das sich an den nassen Frauenkörper schmiegte, stand die Frau deren schaurigem Lied er gelauscht hatte. Er konnte ihr Gesicht nicht erkennen denn die Dunkelheit verschluckte jegliche Details. Lediglich ihre steife Haltung und die Bewegungen die sie mit ihren Händen vollführte waren zu erkennen.

Lanthalon ahnte was Folgen würde und bereitete sich vor, indem er die magische Elfenklinge Blut dem herannahenden Zauber entgegenstreckte.

Dies alles geschah in wenigen Sekunden, bevor ein riesiger Feuerball auf den Krieger zu rauschte. Er spürte die sengende Hitze und Verderbnis die von diesem mächtigen Zauber ausging.

Blut stürzte vor, zuckte wild in Anbetracht des Feuerzaubers und fuhrt mit seiner Klinge mitten in das Herz der Flamme. Für den Bruchteil einer Sekunde hielt Lanthalon den Atem an, dann spürte er wie die magische Klinge den Zauber abwehrte und dessen Bahn veränderte. Selbstsicher ließ sich Lanthalon zur linken Seite fallen, stach mit Blut in die Luft, genau dort wo er den unsichtbaren Besitzer der Peitsche vermutete. Ein Fauchen kündete von seinem Erfolg, dann ließ sich seine zweite Klinge locker aus ihrer Gefangenschaft befreien. Der Mann rollte seitwärts und kam etwas ungeschickt auf die Beine, die Begegnung mit dem mächtigen Zauber hatte ihn viel Kraft gekostet.

Zeit zum Ausruhen blieb ihm jedoch nicht, denn der zuvor noch benommene Paladin hatte sich erholt und griff nun voller Wut an. Hinter seinen Schwertschlägen lag sein volles Gewicht, das Lanthalon immer wieder Schritte zurückdrängte und in die Verteidigung zwang.

Raien!“, schrie die Magierin.

Der Krieger hörte sie und machte sich bereit, denn die Frau eilte herbei und stach mit einem kleinen Dolch nach Lanthalon, der sie mit Roter Mond leicht abwehrte. Sie war keine besonders gute Kämpferin – ihre Stiche waren kraftlos und ungeschickt, sie beherrschte Höchsten falls die Grundlagen der Kampftechnik. Lanthalon jedoch kannte die Verteidigung gegen solche Angriffe und konnte sie ohne nachzudenken einsetzten. Seine wirkliche Aufmerksamkeit galt dem Mann vor ihm, der ihn mit seinem Zweihänder nun immer weiter zurück schob.

Er hatte keine andere Wahl, denn ohne Blut und Roter Mond konnte er den Paladin in dieser Situation nicht besiegen.


Mit einem Schwung seines Körpers und einer Drehung brachte er die überraschte Frau hinter sich und Blut schmiegte sich mit einer sanften Bewegung seines Handgelenkes an ihre Kehle.

Zu spät.“, knirschte er mit vor Konzentration und Anstrengung zusammengebissenen Zähnen.

Eine kurze Atempause entstand, in der sich Raien und Lanthalon kühl musterten, dann schob Lanthalon Roter Mond abwehrend vor sich und die Frau.

Ich bin nicht hier um zu kämpfen.“, fuhr er fort und Lanthalon starrte den Mann an, der nun, in das fahle Mondlicht getaut, etwas in ihm weckte. Er erinnerte Lanthalon an jemanden, doch wusste er nicht genau wer es war. Ein leichtes Stirnrunzeln breitete sich auf seinem Gesicht aus.

Der Paladin spuckte auf den Boden.

Ihr schleicht Euch an eine wehrlose Frau heran und nehmt sie dann zur Geisel. Was davon sieht für Euch nicht seltsam aus?“

Ich bin hier um jemanden zu treffen.“

Jemanden zu treffen?“

Raien und Lanthalon umkreisten sich wie hungrige Raubtiere. Abwartend, angespannt, und darauf zielend, eine Schwachstelle in den Bewegungen des anderen zu erkennen.

Lanthalon zog die Frau mit sanfter Gewalt mit sich. Er wollte ihr nicht wehtun, und dennoch war sie die Chance gewesen, das hitzige Gefecht zu beruhigen.

Ich bin hier, um Caljina, Meisterin der Schattentänzer, zu treffen.“

Raien's Blick zeigte, das er diesen Namen kannte, jedoch tat er unwissend.

Caljina?“

Der Krieger hatte den Blick deuten können und ignorierte die angebliche Unwissenheit.

Mein Name ist Lanthalon. Ich bin ein alter Bekannter von Caljina.“

Noch bevor er zu Ende gesprochen hatte keuchte die Frau in seinen Armen. Mit einem unerwarteten Ruck drehte sie sich zu ihm um, und Lanthalon musste schnell Blut von ihr fort schieben, um sie nicht zu verletzen.

Lan...thalon?“, hauchte sie, und lachte dabei halb.

Lanthalon sah zu ihr hinab und musste nun ebenfalls vor Überraschung Keuchen.

Yaii?“ Die Gedanken wirbelten in seinem Kopf, und dieser Augenblick voller Unachtsamkeit ließ ihn Raien's Bewegung nicht merken.

Der Paladin hatte sich vorsichtig zur Seite bewegt, um mit einer einzigen, fließenden Bewegung Schicksal zu schwingen. Der weiß glänzende Stahl landete zwischen Yaiiri's und Lanthalon's Kehlen.

Keinen Schritt weiter, Fremder. Nimm deine Finger von meiner Schwester!“, fauchte er.

Deine...Schwester?“

Lanthalon blickte von Yaiiri zu Raien und wieder zurück. Tatsächlich war die Ähnlichkeit zwischen den beiden verblüffend und ihm wurde klar, an wen ihn Raien erinnert hatte.

Raien! Nimm die Waffe runter, verdammt! Das ist Lanthalon! Ein guter Freund! Er will uns nichts Böses!“, schrie Yaiiri und ihr Bruder zog gehorsam das Schwert zu Seite.

Er knirschte mit den Zähnen.

Lanthalon...“ sagte er und fügte in Gedanken hinzu: „...Ihr seid Caljina's Spielfigur.“

Yaiiri umarmte den großen Mann stürmisch.

Verzeih mir den Angriff vorhin, mein Lieber, ich habe dich glatt nicht erkannt!“

Ich ebenso wenig, Yaii, du bist groß geworden.“ Er schob seine Schwerter zurück in ihre Scheiden und fuhr dem Mädchen mit einer Hand durch die Haare.

Und du hast gefunden was du gesucht hast.“ Er deutete mit einem Kopfnicken auf Raien, der Schicksal gerade zurück in eine reich verzierte Scheide schob.

Yaiiri brachte ihm ein weiches Lächeln entgegen und nickte.

Lanthalon, das ist Raien.“ Nach einer kurzen Pause fügte sie mit liebevoller Stimme hinzu: „Mein Zwillingsbruder.“

Hasserfüllt starrte Raien dem Mann entgegen, an dessen Körper sich nun seine Schwester schmiegte. Er knurrte unzufrieden.

Meine Schwester erzählt nicht viel von Euch...ich bin gespannt darauf mehr zu erfahren.“

Damit wandte er sich um und ging den Weg hinab durch das kleine Waldstück, der ihn in das Holzfällerlager und in ein zu einem abgelegeneren Haus, indem Caljina lebte, führen würde. Das ehemalige Haus des roten Mondes.

Die Hexe nahm Lanthalon am Handgelenk und folgte ihrem Bruder, wobei sie den immer noch überraschten Krieger hinter sich herzog.

Wie hatte das alles so ausgehen können? Oder sollte er besser sagen:


Wie konnte das alles so beginnen?

22.3.09 23:30


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Auftrag: Sariri Teran

„Das war aber sehr unhöflich von dir.“ Caljina grinste breit und überwand mit einigen Schritten die Distanz zwischen den beiden.

Raien zuckte desinteressiert mit den Schultern.

„So gut war sie nicht.“
„Oh welche ist schon gut genug für dich? Vielleicht wollte sie ja nicht nur ein Mann für eine Nacht aber das soll mir das ganz egal sein.“

Die Schurkin schlich elegant um den Sessel herum, lehnte sich zu Raien hinüber und begann ihn mit sanftem Druck die Schultern zu massieren.

„Ich bin wegen was anderem hier.“,fuhr sie fort.

„Und was ist das?“ Raien drehte sich halb zu ihr um und musterte sie neugierig. „Es sollte wichtig sein...immerhin hast du mir deswegen meinen Spaß verdorben.“

„Oh es ist wichtig, zumindest für mich. Ich würde doch nicht wegen einer Nichtigkeit eine Nacht verderben.“

Caljina hatte sich hatte sich weiter über die Sessellehne zu ihm hinab gebeugt und hauchte in sein Ohr.
„Du sollst für mich Informationen beschaffen und ich glaube du bist genau die richtige Person dafür.“

Der Blick des Paladins wurde skeptisch, denn obwohl er es sich nicht anmerken ließ, musste er vor der rücksichtslosen Schurkin jederzeit auf der Hut sein.
„Wer?“, hakte er nach.
„Es ist eine weibliche Person, ich glaube nicht das du sie kennst. Ich muss mehr über sie herausfinden und vor allem was sie für einen Einfluss auf einen gewissen Lanthalon ausübt. Ihr Name ist Sariri Teran auch eine so genannte Paladina da her bin ich auf dich gekommen.“

Ihr süßes Lächeln das sie ihm schenkte, ließ Raien noch vorsichtiger werden.
„Du weißt das ich nicht soviel mit den Paladinen der Kathedrale zutun habe...“

Er gähnte demonstrativ und sah gelangweilt zu der Frau hoch. Die musterte ihn abschätzend, stieß sich dann vom Sessel ab und ging hinüber zum Bett, an dessen Pfosten sie sich lehnte.


„Immerhin ist es eine Frau...das könnte angenehm werden.“, unterbrach Raien die Stille.
„Ich glaube nicht das sie den gleichen Orden wie dir angehört. Nun ja ich hoffe du magst es Exotisch.“ Ihr Grinsen machte Raien wieder neugierig.
„Exotisch?“
„Wenn du sie siehst wirst du wissen was ich meine, nun auf jeden Fall besteht dein Auftrag da drin wie ich schon sagte Informationen über sie zu sammeln vor allem was sie über Lanthalon weiß und ihre Beziehung zu ihm wie du das machst ist deine Sache.“
„Zum Reden bringen kannst du sie doch auch selbst...Warum muss ich mich dann anstrengen?“

Entspannt, oder zumindest den Eindruck erweckend rutschte er tiefer in den Sessel.
„Weil sie zu jemanden der zumindest zu tut als wäre er ein Paladin oder etwas in die Art schneller vertrauen findet als zu einer Person wie mir und vielleicht kannst du sie auch ablenken und von Lanthalon abbringen.“
„Halt ihr eines deiner hübschen Messer an die Kehle und sie spricht sicher sehr vertrauensvoll mit dir...aber wenn du meinst. Also eher auf die...freundlichere Art.“
„Nun ja ihr Volk kann recht widerstandsfähig gegen meine Methoden sein leider.“
Raien kräuselte die Nase.
„Die harte Sorte, wie?“, er seufzte genervt.
„...Und dafür störst du mich.“, nuschelte er weiter.
„Wenn es leicht wäre hätte ich nicht dich gefragt das solltest du wissen.“
„Miss Caljina ist sich sicher nur zu fein die Drecksarbeit der Überzeugung zu leisten.“
Das freche Grinsen des Mannes war mit einem Hauch Überheblichkeit
„Oder ich habe einfach bessere zu tun und für solche Arbeit habe ich ja Leute wie dich die für mich arbeiten.“
„Also, wenn du mich so lieb bittest, mache ich es.“
Raien verzog einen Mundwinkel zu einem schiefen Grinsen.
„Hatte ich dir irgend wann die Wahl gegeben?“
„Ja, ich hätte dich auch ignorieren und mit Marina da weitermachen können, wo du mich gestört hast.“
„Wobei selbst das dich von nichts abgehalten hätte, wie ich dich kenne.“
„Richtig das hätte nur böse für das arme kleine Ding enden können. Und das wollen wir doch beide nicht.“
„Nein, da hast du recht. Das würde den Nachschub an Frauen wesentlich begrenzen. Ausgeglichenheit ist wichtig für einen Paladin.“ Der Sarkasmus in seiner Stimme war kaum zu überhören.
„Siehst du und ich wette mit dir du hast sie nicht das letzte mal gesehen jetzt wo sie schon eine Kostprobe von den berüchtigten Raien Silberschwinge bekommen hat.“

Raien lachte.
„Ich schätze mal das sie es sich zweimal überlegen wird mich noch einmal hierher zu begleiten...Aber der Ort lässt sich ja variieren.“
„So bleibt das ganze doch immer schön spannend. Bevor ich es vergesse hast du deine Schwester gesehen? Hier scheint sie ja nicht zu sein.“
„Sie ist in die Stadt geritten - hatte etwas zu erledigen.“, nahm er das Gespräch wieder auf.

Raien zuckte halb mit den Schultern.
„Wir haben das Haus also heute für uns...“
Caljina drehte sich elegant und ließ sich seitlich auf Raien's Bett fallen. Damit entlockte sie dem Paladin ein Schmunzeln.



„Ich soll mich mit dieser Paladina also gut stellen, und herausfinden was sie mit diesem Lanthalon zutun hat?“
„Ich dachte meine Anweisungen wäre eindeutig gewesen.“
„"Eindeutig" ist etwas anderes...Aber solange du nicht eindeutig wirst habe ich freie Hand, schätze ich.“
Raien schob sich vom Sessel und ging langsam um diesen herum auf Caljina zu, die immer noch auf dem Bett saß.
„So ist es nur solltest du nicht Preis geben warum du wirklich etwas über Lanthalon wissen willst.“
„Ich bin nicht dumm. Ich frage nur nach...ob wir sie nachher noch für etwas brauchen...Ansonsten kann ich ja..tun und lassen was ich will um die Informationen aus ihr herauszukriegen.“
„Ich brauche sie nicht nein ich will nur nicht das sie dazwischen Funkt.“
„"Dazwischen Funkt"...zwischen was soll sie nicht dazwischen funken?“
Raien 's Augen blitzten neugierig, als er sich vorbeugte und eine Hand ausstreckte um Caljina die roten Haare zurück zu streichen. Diese Geste ließ sich die feurige Frau gern gefallen.
„zwischen meine Pläne die ich mit Lanthalon habe.“
„Pläne...so so. Und was hat eine unbedeutende Paladina damit zutun?“
„Nun so weit ich weiß hat sie ihn schon mal aus den "Sumpf" befreit der ihn zu mir geführt hätte. Oder sagen wir zum Teil.“
„Sag bloß du bist pikiert darüber, das dir jemand entkommen ist?“
Darüber schien sich der Paladin sehr zu amüsieren.
Mir entkommt niemand. Man kann versuchen zu flüchten aber entkommen kann man nicht.“
„Du bist wirklich pikiert...“
Caljina funkelte ihn an.
„...niedlich“, fügte Raien mit frechem Unterton hinzu.
„Ich glaube mit niedlich wirst du mich nie beschreiben können.“
Raien lachte leise.
„Es hat einen gewissen Niedlichkeitsfaktor, wenn eine Frau pikiert darüber ist das ihr ein Mann abgehauen ist.“



„Lanthalon...dieser Name sagt mir irgendwo sogar etwas.“, überlegte Raien murmelnd.
„Er ist mir nicht abgehauen er hat den Fehler begangen sesshaft zu werden. Zumindest soweit das bei ihm zutrifft.
„Er hat es tatsächlich gewagt selbstständig zu werden?“

Caljina lachte laut auf.
„Lanthalon ist so weit entfernt davon selbständig zu werden wie du davon entfernt bist dich mit Untoten zu verbrüdern.“

Raien 's Miene wurde ein wenig düsterer. Das Thema „Untote“ brachte in ihm jedes Mal schmerzhafte Erinnerungen zurück, und er wollte auf keinen Fall Caljina eine Schwachstelle zeigen. Dennoch konnte er nicht verhindern das sich seine lockere Haltung kurz versteifte.

Wenige Sekunden später stellte sich jedoch wieder seine neutrale Fassade ein.


„Dennoch spielt er deine Spielchen nicht mehr mit, das ist doch, was dich so ärgert, wie?“
„Mich ärgert das er selbst nur eine Schachfigur in meinen Spiel ist er hätte wirklich Potenzial zu mehr gehabt.“
„Hast du ihm etwa mehr zugedacht als eine Spielfigur zu sein?“
Caljina schenkte ihm einen amüsiert Blick.
„Ich dachte du kennst mich besser. Nein aber er hätte vielleicht der König in meine Schachspiel werden können.“
„Hmm, lass mich doch auch mal das unvermutete Hoffen...Und was willst du jetzt noch von ihm?“
„Was glaubst du wohl? Mir ist ein wenig langweilig und er passt gerade in meine Pläne.“
Raien gab ein leises Murren von sich.
„Und dafür muss ich meine Abendaktivitäten unterbrechen? Nur damit du irgendwann deinen Spaß daran hast, alte Spielfiguren auf dem Feld herum zu schubsen.“
„Interessante alte Spielfiguren zu dem eine wichtige und vielleicht kann er mir bei der ein oder anderen Sachen helfen.
„Interessant...und wichtig. Und eventuell sogar hilfreich...Ein richtiger Hauptgewinn, wie?“
„Bist du neidisch das ich mir nicht so viel um dich machen?“ Caljina grinste ihn herausfordernd an.


Der Mann beugte sich auf beide Hände gestützt nach vorn, bis er nur noch wenige Zentimeter von ihr entfernt war.
Caljina zog eine Augenbraue hoch und schaute ihn an.
„Du sitzt gerade nicht in seinem Bett.“, schmunzelte Raien.
„Oh du meinst die Männer in deren Betten ich bin bedeuten mir was? Das finde ich witzig.“
„Oh nein...dann würde dir die halbe Menschheit etwas bedeuten und du müsstest Priesterin werden.“

„Das war nun aber ein wenig gemein.“ Sie lachte wieder.

Raien hauchte in ihr Ohr: "Ich frage mich nur ob du überhaupt in sein Bett kommen würdest..."
„Ich glaube wenn ich wirklich will würde ich das ja.“
Raien kicherte leise.
„Aber du willst natürlich nicht...“, stellte Raien in sarkastischem Ton fest.
„Das habe ich nicht gesagt. Er übt schon ein gewissen Reiz aus.“
Raien lachte und lehnte sich zurück in die Kissen seines Bettes. Er musterte Caljina mit amüsierter Miene.
„So-so. Meinst du es würde dir sein Bett ebnen wenn ich mir diese Sariri vornehme? Ich meine...ich bin ein wohlwollender Mensch...“
„Vielleicht.“
„...ich helfe dir gern.“
„Dann hoffe ich für dich das sie exotisch genug ist, um meine Aufmerksamkeit zu erregen.“
„Ich denke das ist sie kommt ganz auf deine Vorliebe drauf an.“
Raien schnurrte: "Kennst du die nicht?" Und entlockte Caljina damit ein Schmunzeln.
„Sagen wir dann eben auf deine exotischen Vorlieben.“

„Ich werde sie mir ansehen...irgendwelche Besonderheiten die ich beachten muss?“
„In welcher Beziehung meinst du das?“
Raien lachte.
„In denen die du kennst. Ein Tipp für meine Rolle? Bin ich dem Licht ergeben?“
„Ich kenne nur das was mir einige wenige Spione berichten das sie sich sehr ihrer Sache hingibt. Du solltest also den gläubigen Paladin spielen. Ich hoffe das bekommst du überhaupt hin.“
„Ist das eine Herausforderung?“
Erwiderte den Blick den Caljina ihm zuwarf und reckte kaum merklich sein Kinn nach vorn.

In Sturmwind arbeitete Raien unter Anleitung der Paladine der Kathedrale als Stadtwache. Seine Fähigkeiten mit der Waffe und sein Geschick im Umgang mit Menschen hatten ihm dort ein hohes Ansehen und Einfluss verschafft, von denen auch Caljina profitierte.

Obwohl er nicht tief dem Licht verschrieben war, sondern lediglich dessen Macht für sich und den erbitterten Kampf gegen die Geißel nutzte, spielte er täglich seine Rolle als gläubiger Anhänger.


„Für dich vielleicht ich weiß nicht wie gut du Schauspielern kannst.“
„Immerhin tue ich so als gefiele es mir das du in meinem Bett sitzt...ist das nicht was?“

Er schnaubte leise und zeigte Caljina ein herausforderndes Funkeln in seinen verschiedenfarbigen Augen.

Diese drehte sich halb zu ihm um und krabbelte leichtfüßig über ihn.

„Vielleicht kann ich dafür sorgen das es für dich wirklich angenehmer wird...“, schnurrte sie.

Wenn Yaiiri uns erwischt wird es Tote geben.“, murmelte Raien, bevor er Caljina zu sich hinab zog und leidenschaftlich küsste.


...


„Immerhin muss man dich nicht aus dem Bett werfen.“

Raien streckte sich und legte die Hände hinter den Kopf.
„Nein ich gehe freiwillig, das war nicht mal ganz so geplant. Auch wenn es angenehm war.“
Raien lachte leise.
„Hmm, dafür lief es ganz gut nach meinem Plan.“, grinste er frech zu ihr hinüber, während sie bereits ihre Sachen einsammelte und anzog.
„Das ist auch eine Ausnahme.“
„Sicher?“
„Voll und ganz.“ Zuletzt band sie sich ihr Stirnband wieder um.
„Du kennst deine Aufgabe und ich dulde nicht das du diese missachtest.“

„Ich habe viele Aufgaben...“
„Aber nur meine sollten die sein die Wichtig für dich sind.“
„Aber natürlich...Caljina. Du bist das einzige was wichtig ist...“
Raien kicherte amüsiert.
„Hör auf dich lustig über dich zu machen. Das haben schon viele versucht.“
„Wenn ich die Gefahr nicht liebte, würde ich nicht mit dir schlafen.“
„Übernimm dich nicht.“
„Keine Sorge.“
„Einen schönen Abend wünsche ich noch.“, sagte sie schließlich und verließ eilig und ohne zurückzublicken das Zimmer.
„Ebenso, Caljina“, murmelte Raien hinter ihr her und gähnte dabei herzhaft.

18.3.09 14:06


Der Schauspieler

„Hallo.“ Themes brachte die letzte Treppenstufe hinter sich und stand abwartend hinter Lanthalon, der vorgebeugt an einem der Tische im Gasthaus Dalaran's saß.
Lanthalon drehte sich halb um und lächelte ihr entgegen.
„Guten Abend, Themes.“ Er klang ziemlich förmlich.
„Setz dich doch, wir können sicher gleich bestellen.“ Sein schiefes Grinsen entlockte Themes nur ein steifes Nicken. Die Stimmung zwischen den beiden war immer noch angespannt.
„Schön, dass du... noch Zeit gefunden hast.“
„Sicher, immerhin haben wir das so vereinbart, richtig? Möchtest du etwas trinken?“
„Hmmm... einen Saft bitte.“
„Ja... vereinbart.. das ist richtig. Vielleicht hatte ich nur nicht damit gerechnet, dass...“, fügte sie seufzend hinzu.
Lanthalon beugte sich kurz zu der Gnomin hinunter, die an den Tisch getreten war um ihre Bestellungen aufzunehmen. Er orderte einen weiteren Wein für sich und etwas Saft für Themes, bevor er sich ihr wieder zuwendete.
„Und... viel zu tun?“
Lanthalon schüttelte leicht den Kopf.
„Es geht.“
„Keine Kämpfe?“
„Keine ernsthaften schlimmen. Es waren eher Untersuchungen und so was...“
„Hmm.. ich nehme an, du darfst nicht darüber reden?“
Mit einem Schulternzucken verkündete er: „Langweiliges Zeug...und ich will ja nicht das du am Tisch einschläfst.“
Themes lächelt halb. „Danke.“
„Und wie waren deine Zeit?“
„Hmm.“
Der Mann tastete nach seinem Weinglas und nippte kurz daran, ohne seine Augen von Themes zu nehmen.
„Recht.. ereignislos. Dalaran lädt irgendwie zum Nichtstun ein...“
„Das ist aber ziemlich schlecht...ich dachte wir könnten damit immerhin unser Tischgespräch ausfüllen.“
Er schmunzelte dabei und hoffte die Stimmung etwas aufheitern zu können.
„Hmm...Ich habe ein neues Kleid...“
Themes zupfte an ihrem Kleid.
Lanthalon spähte hinüber, konnte aber herzlich wenig von ihrem Kleid erkennen.

„Oh, verzeih...der Tisch...nun musst du noch einmal für mich aufstehen.“
„Ich dachte immer ich mag dunkle Sachen... aber hier.. bekommt man kaum etwas anderes.. So langsam werden sie langweilig.“
„Wie.. du hast gar nicht richtig geschaut?“
Themes unterdrückte ein Grinsen.
„Ich hab...Äh, zuviele Schläge auf den Hinterkopf bekommen.“
Lanthalon nickte eilig, es war ihm unangenehm das er ihr dafür kein Kompliment hatte machen können. Immerhin trug sie nicht oft ein Kleid und vielleicht war es eine nette Geste für ihn gewesen. Er schüttelte kurz den Kopf um diesen Gedanken loszuwerden. Sie waren Freunde, und näherten sich gerade erst wieder einander.
„Wenn man mit Sariri und Dae reist verliert man schnell den Blick für so etwas.“
Er versuchte belustigt zu Grinsen, es misslang ihm jedoch und er rettete sich mit einem schiefen Lächeln.
„Dae?“
„Mhm. Sariri's "Schützling".“
„Sie hat was neues gefunden? Oder ist das noch immer diese Draenei?“
Lanthalon musste bei dem Gedanken daran, das Sariri Dae freiwillig aufgenommen hatte grinsen.
„Keine Draenei...und von "finden" kann nicht die rede sein. Eher "aufgezwungen".“

„Hhm... das hat sie gewiss begeistert.“
„Sie war sehr entzückt, vor allem da Dae eine Todesritterin ist.“
„Todesritter...“
Themes schüttelte den Kopf.
„Sowas kann man einem aufzwingen?“
„Aleena's Idee.“
Themes runzelte die Stirn.
„Wie kommt sie denn auf so eine Idee?“

Wieder sein resignierendes Schulterzucken.
„Frag mich nicht, ich weiß nur das sie es als Chance sieht, für was auch immer...und es ihr irgendjemand aufgehalst hat diese Todesritterin aufzunehmen. Oder zu unterweisen, wie auch immer. Und schlussendlich ist das an Sariri hängen geblieben.“
„Die Arme. Auch wenn wir die selbe Sache verfolgen... Es bleiben Untote. Und ... falls wir gegen Arthas den Krieg gewinnen... Werden sie sich danach gegen uns wenden.“

Das unwillige Murren der Elfe ließ Lanthalon kurz den Mund verziehen, er hatte keine großartige Diskussion über die Todesritter anfangen wollen.
Themes nahm ihr Glas und drehte es nachdenklich in den Händen.
„Wie man es auch dreht, da sind sie nun mal.“
„Sie hätten auch da bleiben können wo sie waren...“
„Und ob wir es wollen oder nicht, sie können sich frei bei uns bewegen und uns kennen lernen. Warum also nicht selbst den potentiellen Feind inspizieren?“
Ihr Brummen zeugte eindeutig von ihrem Missfallen.
„Das soll Sariri mal machen.“
„Sie würde lieber gleich alle auf einmal vernichten.“
„Sie kocht also innerlich die ganze Zeit?“
Lanthalon nickte und schmunzelt dabei amüsiert. Die Zeit die er mit Sariri und Dae verbracht hatte war nicht völlig verschwendet gewesen, die Gegenseitigen Streitereien hatten ihn gut unterhalten, auch wenn er Dae immer mit Vorsicht genoss. Sie hatte ihn immerhin auf einen großzügig gedeuteten Befehl hin fast getötet.
„Und du machst einen weiten Bogen um sie, hm?“
„Um Sariri?“
„Ja.“
„Man gewöhnt sich daran mit ihr umzugehen, dann ist ihre Gesellschaft sogar ziemlich angenehm.“
„Angenehm...“ Themes machte eine kurze Pause um einen Schluck zu trinken.
„ Ertragbar.“, verbesserte Lanthalon sich selbst.
„Mhm.“
Eine kurze Pause entstand, in der Lanthalon hastig einen Schluck Wein nahm und danach mit seinen Fingern am Glasrand spielte. Ihm gefiel das angespannte Gespräch nicht sonderlich. Es machte ihn sogar etwas nervös, denn er wollte eigentlich einen lockeren Abend mit Themes verbringen.
„Naja..Dann hast du was zu tun ... mit der Todesritterin..“

Themes' Bemerkung klang spitz und Lanthalon zog kaum merklich eine Augenbraue hoch.
„Sie ist die ganze Zeit mit uns gereist.“
„Ja, das sagtest du.“
„Immerhin muss Sariri sie unter Beobachtung halten...und ich muss zugeben das ihre Schwertkunst ziemlich gut ist.“
„Und das macht sie zu einer angenehmen Begleitung?“
„Das macht sie zu einer guten Kämpferin. Allerdings vermute ich das ich öfter ihr Schwert in meinem Rücken gehabt hätte als unsere Feinde, wenn Sariri nicht dabei gewesen wäre.“
„Wieso?“
„Ich glaube ich war von Anfang an nicht sonderlich beliebt bei ihr. Wir hatten ein paar...Streitigkeiten.
„Hast du ihr zu viele Komplimente über ihren blassen Teint gemacht?“ Themes verzog den Mund.
„Nein, über ihren Attraktiv Geruch und die kuschlige Kälte.“ In Lanthalon's Stimme floss ein übertrieben sarkastischer Unterton mit, sodass Themes ihre Augenbrauen hob und ihn ansah.

Der Krieger unterdrückte ein Schnauben: Worauf wollte Themes hinaus?
„Sie ist ein Todesritter...das einzige was wir gewechselt haben waren sarkastische Kommentare und unterschwellige Beschimpfungen...außerdem ist sie nicht gerade eine sehr Gesprächige Frau.“ Dagegen ist Sariri eine Klatschtante.“
„Wie kommst du dann auf angenehme Gesellschaft? Ist die Auswahl sonst so miserabel?“

Wieder ihr spitzer Ton.
„Ich habe von...Sariri geredet. Aber wenn man den ganzen Tag irgendwo im Schnee herum stapft ist die Auswahl auch nicht wirklich größer.“
„Ich dachte, die Truppe wäre größer?“
„Nur wir drei.“
„Hört sich nicht nach Spaß an. Ich dachte, es wäre eine größere Einheit.“
Lanthalon schüttelte den Kopf.
„Sariri ist eher allein unterwegs als mit größeren Trupps.“
„Hmm..Dann hatte ich das falsch eingeschätzt..Ich dachte, es sei eine Kampfgruppe. Was wollt ihr zu dritt dann ausrichten?“
Lanthalon kräuselte pikiert die Nase.
„Wir haben Blümchen gepflanzt.“ Diesmal konnte man den Sarkasmus kaum überhören.
Themes verdrehte die Augen.
„Vergiss es.“
„Ging wunderbar, Dae hat die Löcher gegraben, Sariri hat...“
„Lass und über was andere reden als über die drei lustigen Gärtner.“ Sie rieb sich angestrengt über die Stirn.
„Mhm, was schlägst du vor? Wetter?“

Nun war es Themes die abweisend mit den Schultern zuckte.
„Wenn du in zynischer Stimmung bist, wird es eh schwer...“
„Ich bin nicht in zynischer Stimmung...du hast mich gefragt was ich ausrichten kann.“
„Das war doch eine normale Frage?“
Der Mensch ihr gegenüber schwieg, und so fuhr Themes fort.

„Nicht, dass ich nicht an eure Fähigkeiten glaube.. Aber an anderer Stelle wird mit hunderten gekämpft. Und zu dritt... Ein Spähtrupp... möglich.“
„Wir haben Aufträge erfüllt, und eben Untersuchungen. Ich habe nicht behauptet das wir uns zu dritt in einen Haufen Untoter stellen.“
Themes nickte leicht.
„Das klingt doch wie eine Antwort.“

Sie warf Lanthalon einen prüfenden Blick zu.
„Ist das hier für dich ein Pflichttreffen?“
Er schaute überrascht zu ihr hoch und wehrte wohl etwas zu eilig ihre Vorwürfe ab.
„Was? Nein! Warum sollte es?“
„Wir hatten schon mal angenehmere Themen. Angenehmere Stimmung... Sowas eben. Dein Schreiben wirkte etwas steif, als müsstest du ein Versprechen einlösen. Du weisst, was ich über diese Art der Pflichterfüllung denke.“
Lanthalon hob eine Augenbraue und legte den Kopf schief. Er stellte sein Glas ab, das er zuvor noch in den Fingern gedreht hatte.
„Ich musste mich ziemlich beeilen das zu schreiben...“
Themes schaute Lanthalon nachdenklich an.
„Wie hast du dir diesen Abend denn vorgestellt?“
Lanthalon trank eilig einen Schluck und leerte damit sein Glas.
„Wir sitzen nett zusammen, und reden ein wenig?“
„Ich find's gerade eher angespannt.“
Themes hob schweigend die Schultern.
„Dann...ändern wir das.“
Lanthalon lächelte .aufmunternd
„Findest du nicht?“
Themes legte den Kopf schräg und sah ihn an, Lanthalon jedoch zuckte nur hilflos mit den Schultern.
Der Anflug eines Lächelns erlosch von Themes' Gesicht, als sie Lanthalon's Geste sah.
Ich meine, ich erwarte nicht das es so ist wie...früher. Das...Hmm, muss sich eben erst einpendeln.“, sagte er eilig und versuchte dabei überzeugend zu nicken.
„Wünscht du dir, es wäre wie früher?“
„Es bringt nichts sich das zu wünschen, man kann die Zeit ja nicht zurückdrehen.“
„Das war nicht die Frage.“
Lanthalon verzog unbehaglich kurz den Mund.
„Es wäre leichter wenn es wir früher wäre, dann würden wir keine "angespannte Stimmung" haben.“
Lanthalon setzte ein Lächeln auf, als er den eigentümlichen Blick bemerkte, mit dem Themes ihn musterte. Sie nickte langsam und lehnte sich dann schweigend in ihrem Stuhl zurück.


„ Du warst die Wochen also nur hier?“
„Hier und in Darnassus... nach meiner Mutter sehen.“
Lanthalon nicktw langsam.
„Nichts mit Fijendal unternommen? Oder sonst wem? „
Themes schüttelte den Kopf.
„Dieser Rubinius hat sich auch nicht wieder blicken lassen.“
„Mh?“, fragte Lanthalon, obwohl er die Elfe sehr wohl verstanden hatte und Rubinius ihm noch sehr gut bekannt war. Innerlich schien sich etwas in ihm gegen dieses Thema zu sperren, doch das ignorierte Lanthalon.
„Der Elf vom Mondfest.“
„Oh..achja...stimmt da war etwas. Er hat sich nicht wieder gemeldet?“
Themes schüttelte knapp den Kopf.
„Nein. Aber das habe ich auch nicht erwartet.“
„Warum nicht? Ihr habt euch...doch gut verstanden.“
Lanthalon 's Lächeln wurde eine Spur schmaler. Auch wenn er lächelte, so zwang ihnen dieses Gespräch doch zu größerer Beherrschung als er sich selbst gegenüber eingestehen wollte.
„Ich meine, er müsste ein ziemlicher Idiot sein dich nicht zu mögen, richtig?“
Themes hob desinteressiert die Schultern.
„Mal abgesehen davon das ich ihn für einen...“ Er winkte ab.
„Ich versteh mich mit einigen gut...“
„Vielleicht hat er nur viel zutun...oder streunert herum.“
„Aber... ich habe gelernt dass Männer dazu neigen meist nicht das zu tun, was sie sagen. Von daher.... ist es besser, nichts zu erwarten. Das erspart .... einiges.“
Themes lächelte schmal.
„Nicht alle sind so. „
„Bisher konnte mich kaum jemand vom Gegenteil überzeugen.“
„Das wird aber irgendwann jemand tun. Außerdem musst du dich ja nicht gleich auf ihn einlassen.“
„Versteh mich nicht falsch, ich bleibe optimistisch... bis mich jemand überzeugt eben.
Themes runzelte die Stirn.
„Lanthalon... wir sind hier um unsere Beziehung... wieder hin zu bekommen... Und da sagst du sowas?“
„Ich meine nur das daraus ja auch eine Freundschaft werden kann! Nicht das du...“, beeilte er sich zu Widersprechen.
„... ja?“
„...und er, also, das ihr gleich einen romantischen Spaziergang am Strand macht. Oder sowas...“
Lanthalon verdrehte die Augen.
„Mhm.“
„Warum sollte ich das wollen? Ich meine, die Idee klingt verlockend... Aber... warum sollte ich das wollen?“
„Die Idee mir diesem Jäger am Strand zu spazieren klingt verlockend?“ Lanthalon konnte sein Misfallen nicht ganz aus seinem Tonfall verbannen.
„Ein romantischer Spaziergang generell. Aber ich warte ja schon seit... wie lange...?... dass wir etwas in die Richtung unternehmen.“
„Es ist einiges dazwischen gekommen...aber wir können das immer noch nachholen.“
Themes warf Lanthalon wieder einen dieser merkwürdigen langen Blicke zu, auf den er die Stirn in Falten zog.
„Ja... das... wäre schön.“
Lanthalon lächelte sacht.
„Gut, dann machen wir es einfach wenn du Lust dazu hast.“
„Was ist mit dir? Auf was hast du Lust?“
„Mit dir einen Abend am Strand zu verbringen.“
„Wirklich?“
„Möglichst romantisch, wenn du willst können wir uns aber auch mit Schlamm bewerfen und prüfen wer es aushält die meisten Muscheln an den Kopf geworfen zu bekommen.“
Themes musste unweigerlich grinsen.
„Wir könnten auch Murlocs bewerfen und sehen wer schneller rennt...“
„Ich komme auf Plan B zurück falls du doof wirst.“
„Dann können wir gleich mit Plan B beginnen, Themes, das weißt du doch.“
Nun grinste auch Lanthalon, erleichtert über die Wendung des Gespräches.
„Ich gebe ungern die Hoffnung so schnell auf. Ich weiss nur nie... was du wirklich willst. Also... ohne dass ich es vorher gesagt habe.“

„Unaussprechliche Dinge, Themes, ich bin ein Mann! Deswegen sag ich's ja nie...würde dich viel zu sehr schockieren.“
„Gar nicht wahr.“
Sie schob die Unterlippe vor.
„Ich will nur... dass du ehrlich zu mir bist.“
„Glaubst du etwa ich bin keiner?“
„Ein Mann?“
„Aye.“
„Also.... ich hab noch keinen Bew...Öhm... doch.“
„Ich bin zwar ein miserabler...aber ich bin einer.“
Lanthalon schmunzelte sacht.
„Unbestritten.“
„Braves Mädchen.“
Themes murrte.
„Sag das nicht.“
„Warum? Etwas unartiges das ich nicht weiß? Raus damit!“
Lanthalon lachte leise, während Themes die Nase kraus zog.
„Du hast...deinen Teller gestern nicht leer gegessen, kleine Themes?“
Themes funkelte ihn an.
„Das bin ich? Ein kleines Mädchen?“
Lanthalon setzte ein breites Grinsen auf.
„Solange bis du mir das Gegenteil beweist.“, fuhr er fort sie zu necken. Themes jedoch schaute ihm Todernst entgegen.
„Ich muss hier gar nichts beweisen, Lanthalon.“

Themes rang deutlich um ihre Beherrschung schob ihr Glas von sich. Lanthalon 's Grinsen verebbte und er schaute skeptisch.
„Vielleicht solltest ...du dir ein anderes kleines Mädchen suchen.... das du nicht ernst zu nehmen brauchst.“
Es folgte ein entrüstetes Schnauben.
„Das war ein Scherz, Themes.“, antwortete Lanthalon ihr in ruhigem Ton.
„Nein, war es nicht.Das ist es doch... die kleine Themes...“
„Natürlich war es das, ich habe ihn schließlich selbst gemacht!“
„Nichts nimmst du ernst...“
Lanthalon stellte sein Glas auf den Tisch.
„Hast du nicht vorhin gesagt die Stimmung ist zu angespannt?“
„Ja, ist sie.“

Nach einer kurzen Pause setzte sie erneut an.
„Ist sie noch.. Du hast recht, es geht nicht rückgängig zu machen, auch wenn wir es wünschten.“
Der Krieger stand auf.
„Was soll das denn jetzt? Es war ein Scherz!“
Themes presste die Lippen zusammen.
„Scherze sollen die Stimmung auflockern habe ich gehört, das ist so üblich.“, schnaubte Lanthalon.
„Ich kann die Anspannung nicht abschalten, tut mir Leid.“

Sie rieb sich über die Stirn.
„Ich .. weiß nicht, wie.... was... was ich machen soll.“
„Ganz normal mit mir reden?“
„Alles... was hier passiert... kommt mir wie ein schrecklicher.. Alptraum vor.. Alles wirkt so unecht..“
Themes machte eine Geste, die das Lokal und halb Dalaran mit umfasste.
„Wir müssen uns eben erst daran gewöhnen, Na und? Das dauert eben etwas.“
„Ich bin nicht gut in diesen... kleinen....Gesprächen... und so tun als sei alles... eitel Sonnenschein.“
Die Elfe straffte ihre Schultern.
„Du konntest dich früher normal mit mir unterhalten...und bist nicht wegen ein wenig Neckerei in die Luft gegangen.“
„Zu dem Braven... Mädchen hatte ich dir schon was gesagt...“
Lanthalon machte die Lippen schmal, dann schob er die Hände in seine Hosentaschen und zuckte mit den Schultern.
„Gut, dann lass ich's. Sonst noch etwas das ich lassen sollte? Wenn wir schon dabei sind.“
Lanthalon zwang ein Grinsen auf seine Lippen, das ihm jedoch nur halb gelang. Er musste sich bemühen den aufkochenden Ärger hinunter zuschlucken.
Themes fuhr sich mit beiden Händen über das Gesicht und ließ ihre Hände einen Moment lang auf ihren Augen ruhen.
Der Krieger musterte die Elfe, und musste feststellen wie ausgelaugt und müde sie aussah.
„Tut... tut mir Leid.. Ich weiß nicht... was...“ Sie ließ die Hände wieder sinken.
„Schon in Ordnung.“, sagte er und sie rieb sich über die Unterarme.
„Nein... ist es nicht... Es tut mir wirklich Leid. Und... die Reaktion war... unangemessen.“
Themes versuchte wieder gerade zu stehen und das Kleid glatt zu streichen.
„Ob sie unangemessen war oder nicht ist egal...du hast so reagiert und das hatte seinen Grund.“
Sie winkte ab.
„Das... soll nicht dein Problem sein..vielleicht hast du recht.... wenn ich mich benehme wie ein kleines Mädchen.... habe ich das wohl auch so verdient.“
Er musste kurz schlucken, bevor er zu seiner Antwort ansetzte.
„Das tust du nicht...Es ist nur ein Überrest von früher. Eine dumme Angewohnheit.“

Eine Angewohnheit die er gemocht hatte und nun ablegen musste.
Themes atmete tief durch.
Jetzt ist die Stimmung angespannt.“
Lanthalon zog einen Mundwinkel zu einem schiefen Grinsen hoch.
„Mhm..“
Themes legte ihre Hände an ihren Ellenbogen als würde sie sich selber umarmen.
„Hast du heute noch etwas vor?“
„Hmm... später, ja. Wieso?“
„Mh...nur so“
Themes schaute zum Tisch.
„Ich... sollte mich wohl wieder setzen, nicht?“
Lanthalon schüttelte allerdings den Kopf.
„Oh... dann.. ist unser Treffen vorbei?“
Wieder ein Kopfschütteln, das Themes mit einem fragenden Blick beantwortete.
Lanthalon machte ein paar Schritte auf sie zu und greift nach ihrem Handgelenk.
„Komm mit.“

Er wartete keine Antwort ab, sondern zog die Elfe kurzentschlossen hinter sich her. Sie verließen das Gasthaus, legten ein kurzes Stück auf der vollen Straße zurück und betraten dann den Turm der Kirin Tor. Vor einem Portal hielt Lanthalon inne und deutete mit einem „Nach dir.“ darauf.
Themes schaute ihn fragend an, ging jedoch gefolgt von Lanthalon durch das Portal.


Als sie auf der anderen Seite ankamen musterte Themes bereits neugierig ihre Umgebung, während Lanthalon sich kurz schüttelte und etwas ähnliches wi "Portale..." nuschelte. Dann wandte er sich der Elfe zu.
„Warst du schon mal hier oben?“
„Nein..“

Ein Schmunzeln glitt über seine Züge und er nahm wieder ihre Hand, um sie auf dem kleinen Raum hinauszuführen.
„Es wird dir gefallen, komm.“

Sie betraten einen Runden Balkon, der um den ganzen Turm herumzugehen schien.
„Ohhh..“, staunte Themes.
„Das ist.... wunderschön..“

Er führte sie zum Rand des Balkons und sie blickten gemeinsam auf das geschäftige Treiben Dalarans hinab.
„Mhm...nicht unbedingt das schönste, aber dafür lohnt sich sogar der Gang durch das Portal.“
Themes drückte seine Hand.
„Ich.. bin sehr beeindruckt.“
Lanthalon lächelte zufrieden.
„Schön das es dir gefällt.“
„Ja, sehr.“

Sie schenkte ihm ein Lächeln, bevor Lanthalon den Blick von ihr abwandte, kurz über Dalaran sah und sich dann wieder ihr widmete.
„Ich will nicht das du denkst ich nehme dich nicht ernst.“ Seine Stimme klang fest und das veranlasste Themes etwas beschämt zu Boden zu schauen.
„Denn das tue ich...ich versuche nur...das ganze nicht starr werden zu lassen. Du hast gesagt wir schauen was kommt, und dafür brauchst du niemanden der dich nur in eine Richtung drängt oder?“
„Hmm... nein, wohl nicht. Ich... freue mich auch dass du dir Zeit genommen hast..“
„Ich nehme mir alle Zeit die du willst...du musst es nur sagen“
„Und das liegt nicht daran das ich es nicht auch will.“, fügte er eilig hinzu, sodass sie es nicht wieder missverstehen konnte.
„Ich warte darauf das du es sagst, damit ich mir sicher sein kann das es in Ordnung ist. Ich meine...ein romantischer Spaziergang und das, was ich noch tun würde, ist kaum ein guter Weg eine Freundschaft aufzubauen, hm?“
„Ich.. habe dich vermisst, Lanthalon. Und...“ Ihre stimme wurde leiser. „.. habe mich verdammt alleine gefühlt die letzte Woche.. Sie wollte einfach nicht vorbei gehen...Ich weiss es nicht, was gut ist... Ich weiß nur, es... ist gut dich zu sehen.“
„Das geht mir ebenso...und nach deiner Reaktion vorhin ist es gut das zu hören.“
Lanthalon schmunzelte sacht.
„Ich.. hätte es wohl eher sagen sollen..“
„Du sagst es, wenn du bereit dafür bist und wenn du willst, ganz einfach. Das einzige womit du mich los wirst, ist eine klare Verabschiedung deinerseits. Oder wenn du nochmal offiziell meine Männlichkeit untergräbst dann werde ich echt böse...“
Themes ging einen Schritt auf Lanthalon zu und nahm ihn in den Arm. Dieser stockte einen Moment, dann legte er einen Arm um Themes. Seine linke Hand ließ er jedoch weiter auf dem Geländer ruhen.

Während sie ihn einmal fest drückte, schwirrten Lanthalon wirre Gedanken durch den Kopf.

Er hätte sie gern länger umarmt...hätte ihren Duft genießen und den Geschmack ihrer Haut schmecken wollen...und doch konnte er nicht.

Alles... was hier passiert... kommt mir wie ein schrecklicher.. Alptraum vor.. Alles wirkt so unecht..“ Er hörte ihre verzweifelt klingende Stimme in seinem Kopf wiederhallen.

Sie hatte recht. Eigentlich war das alles nur gestellt...ein insziniertes Schauspiel, das von ihren Problemen ablenkte. Doch das hier gerade, die Sehnsucht nach ihr, fühlte sich ziemlich echt an. Den Stich den er gespürt hatte, als sie von Rubinius redete. Das schmerzende Gefühl, als sie ihm vorwarf sie nicht ernst zu nehmen.

Er wollte sie zu nichts drängen, wollte ihr genug Vertrauen schenken, damit sie ihre Freundschaft wieder aufleben lassen konnten. Und doch zweifelte sie an all dem, was er versuchte. Und zugegeben, er hatte selbst mit dieser Situation zu kämpfen und war deswegen ein schlechter Schauspieler.

Es steckt doch noch etwas vom alten Lanthalon in dir.“

Caljina's Stimme in seinem Kopf...und ihre brennenden Lippen auf seinen.

Er musste den Gedanken mit aller Macht vertreiben, um nicht über Caljina nachdenken zu müssen.

Er war hier um Themes zu beweisen das er es ernst meinte, das er nicht wieder fortlaufen würde. Themes' nicht wieder zu enttäuschen war ihm wichtig, wichtig genug um seine eigenen Vorstellungen und Wünsche erst einmal zurück zu stellen...und dennoch...und dennoch ging ihm die Tatsache, das Caljina ihn aufgesucht und einen Plan für ihn hatte, nicht aus dem Kopf.
Themes löste sich von ihm und nahm vorsichtig Abstand, während sie ihn musterte. Lanthalon musste ziemlich verwirrt aussehen, denn die Elfe beeilte sich ihm ihr Verhalten zu erklären.
„Mir.. war danach.“

Ein Grinsen lag auf ihren Lippen.

Und... ich bin weit davon entfernt dich... eindeutig zu verabschieden.“
„Sehr beruhigend...“, brachte der Mann hervor.
Themes schaute wieder auf die Stadt.
„Hier könnte ich es eine Weile aushalten.“

10.3.09 17:14


Caljina

„Du hast die Briefe bekommen, nehme ich an?“

Lanthalon zuckte zusammen. Er erkannte die Stimme und ein Unbehagen breitete sich in ihm aus. Sich umwendend und nach ihr Ausschau haltend tastete er zu seinen Waffen.

Vor noch wenigen Sekunden glaubte er sich allein in der Taverne „zur Zauberkrähe“ in der Kanalisation Dalarans. Ein Glas Wein stand vor ihm auf dem Tisch, es war bereits sein drittes, das er entspannt und zufrieden nach seiner Rückkehr von der Front getrunken hatte.

„Du wirst mich nicht sehen, solange ich es nicht will.“

„Zu feige um aus dem Schatten zu kommen?“ Seine Stimme klang bemüht spöttisch und er versuchte die Unruhe gänzlich zu unterdrücken.

„Oder versuchst du deine Überlegenheit zu demonstrieren?“

Die schlanke und durch trainierte Frau die in diesem Moment an einen der Holzpfeiler gelegt auftauchte war Lanthalon gut bekannt. Caljina, eine alte Freundin aus seinen dunkleren Tagen. Auch jetzt noch spürte er eine gewisse Aufregung in sich aufsteigen, sobald er sieh sah.

„So ungefähr.“, antwortete sie ihm.

„Nur leider bin ich das bereits von dir gewohnt, und es beeindruckt mich nicht mehr.“

„Schade, aber das verwundert mich nicht.“

Lanthalon ließ misstrauisch seinen Blick über sie wandern.

„Was willst du hier, Calijna?“

„Mich davon überzeugen das du nicht der Waschlappen geworden bist, von dem mir meine Informanten berichten.“

Der Krieger verengte die Augen.

„Hast du genug Zeit um dich über anderer Leute Leben zu informieren?“

„Um genau zu sein...“

Caljina wanderte um seinen Stuhl herum, blieb dahinter stehen und stützte sich auf dessen Lehne. Lanthalon musste hart darum kämpfen sich nicht um zu drehen, um ihr nicht die Genugtuung zu geben seine Angst zu spüren. Denn Angst sollte man vor dieser Frau eindeutig haben. Caljina war ein berüchtigter Schurke, die ihr Handwerk perfekt beherrschte. Nicht nur das, sie war von Natur aus eine Spielerin. Und gerade das war das gefährliche an ihr.

„...musste ich andere damit beauftragen dich zu beobachten. Dafür habe ich wahrlich keine Zeit.“

Caljina strich mit ihren Fingerspitzen seinen Nacken entlang.

„Und es war sehr traurig mit anzusehen wie du verweichlicht bist.“

Sie beugte sich weiter zu ihm hinab und flüsterte leise in sein Ohr: „Verweichlicht, untrainiert, und in der miesesten Gegend Dalarans hockend. Und das obwohl ich einen so guten Gebrauch von deinen einzigartigen Fähigkeiten machen könnte.“


Die Schurkin ging um den Stuhl herum und ließ sich elegant auf seinem Schoß sinken.

„Vermisst du nicht die alten Zeiten? In denen du Macht hattest...und gefürchtet wurdest? Schau dich jetzt an, Lanthalon...du bist nichts weiter als ein Armseliger Schatten dessen was du einst warst...unnütz für mich und meine Pläne.“

„Ich habe etwas gefunden das mehr wert ist als das! Hier habe ich Freunde gefunden, bei denen ich nicht nach einem Dolch Ausschau halten muss, den sie mir in den Rücken rammen könnten.“

„Wie diese Paladina mit der du zusammen bist? Oder dem Elfchen? Du läufst ihnen nach wie ein Hund! Bald wirst du bemerken das jemand wie du bei ihnen nicht mithalten kann. Aber immerhin...hat dein Geschmack nicht zu sehr gelitten. Sie ist zwar tollpatschig und ein wenig naiv, dein Elfchen, aber immerhin kann sie mit Waffen umgehen.“

Lanthalon schob sie wütend von seinem Schoß und erhob sich dann.

„Sie sind mehr wert als du es je warst!“, fauchte er.

„Oh ja, die Freundschaft, ist sie nicht schön und so lieb und teuer? Ach herrlich.“
Caljina wandte sich ihm zu und sah ihn spöttisch an.
„Es ist traurig wie verbittert du dabei klingst...Selbst wenn du es nicht wahrhaben willst. In all den Jahren...bin selbst ich über dich und deine Methoden hinweg.“
„Ach findest du? Ich finde es eher amüsant wie du auf einmal für Freundschaft, Liebe und das Gute einstehst - wirklich niedlich.“
„Wenn man bemerkt das man etwas falsches getan hat, wendet man sich gern der anderen Seite zu. Deine Seite hat mir nie gut getan.“
„Oh, ich glaube sie tat dir wesentlich besser als das was du jetzt bist.“ Sie sah sich um.“..und machst.“
„Ich trauere ihr nicht nach, auch wenn ich hier Fehler gemacht habe.“

„Du machst dein Leben lang Fehler, mein kleiner Lanthalon.“
„Und du siehst deine nicht ein, Caljina.“
„Ich bin hier um ein paar Fehler von dir wieder aus zu gleichen.“
Caljina lachte.
„Du glaubst ich habe Fehler? Ich denke eher ich arbeite höchst effizient.“
„Ich rede nicht von deiner Arbeit. Irgendwann wirst du das merken...Das dieses Leben nicht alles ist.“
„Der geläuterte Lanthalon versucht mir also Lebensratschläge zu geben? Amüsant.“
„Ich versuche mein Leben auf die Reihe zu bekommen. Das solltest du auch.“
Caljina streichelte ihm über die Wange und trat dann ganz nah an ihn ran.
Lanthalon griff nach ihrem Handgelenk, um sie davon abzuhalten.
„Vielleicht merkst du auch einfach das mein Leben doch die wahre Erfüllung ist.“, flüsterte sie in sein Ohr.
„Und ich denke in so einigen Sachen bin ich das auf jeden Fall für dich zumindest schien es mir immer den Anschein zu haben“ Ihre schnurrende Stimme summte in seinem Kopf und bevor er etwas dagegen tun, oder es überhaupt wahrnehmen konnte, überwand Caljina die letzten Zentimeter zu ihm und küsste ihn leidenschaftlich.
In den wenigen Sekunden die sie ihn küsste wurden viele Erinnerungen in Lanthalon wach und er musste sich zwingen nicht daran zu denken.

Caljina löste sich ebenso überraschend wieder von ihm, wie sie ihm näher gekommen war.
„Du wirst schon sehen das mein Leben für dich das richtige wahr und nicht dieses Elfchen.“


Lanthalon blinzelte perplex.

„Und wenn nicht...“ Sie zuckte mit den Schultern. „...war es zumindest ein lustiges Spiel.“

Sie sah ihn abwartend an, doch Lanthalon brauchte einige Minuten um sich wieder zu sammeln.
„Was suchst du bei mir?“
Der Krieger runzelte die Stirn.
„Nur sagen das ich wieder da bin.“
„Vielleicht bemerkst du einfach, das es hier etwas gibt, das dein jetziges Leben dir nicht bieten kann, Caljina.“


„Vielleicht habe ich einfach wieder Lust mit dir zu spielen...“
„Dann bist du hier falsch, denn ich bin nicht dein Spielzeug. Das ist vorbei.“
„Eine Maus sucht sich auch nicht aus ob sie das Spielzeug einer Katze ist und trotzdem ist sie das.“ Ihr Lachen erklang.
„Ich werde nicht mitspielen, Caljina“
„Wer sagt das du die Wahl hast?“
Ich sage das.“
„Oh na dann.“ Sie drehte sich um.
„ Dieses Spiel hat für mich vor langer Zeit geendet.“
„ Der Spielleiter sagt wann das Spiel zu ende ist im normal Fall.“ Wieder ihr Lachen.
„Es gibt kein Spiel.“
„Wie ich schon sagte, sei dir nicht so sicher das du die Wahl hast, meine Maus.“



„Ich wünsche dir einen angenehmen Abend mit deinem Wein, Lanthalon.“

Sie drehte sich kurz um und grinste ihn gewinnend an, woraufhin der Mann seine Augen verengte und sie feindselig ansah.
„Halte dich aus meinem Leben raus!“

Caljina schmunzelte.
„Mal sehen was sich ergibt, vielleicht werde ich dein Elfchen mal ein wenig genauer beobachten.“
„Lass die Finger von ihr!“, drohte Lanthalon.
„Sagtest du nicht sie bedeutet dir nichts? Also dachte ich mir, vielleicht ist sie was für mich und meine Zwecke.“
„Sie wird sich niemals auf die einlassen. Themes ist weitaus klüger als du denkst. Sie wird jemandem wie dir kein Gehör schenken.“

“Ein Rohdiamant der geschliffen werden will.“ Murmelte Caljina und es schien als Rede sie mehr zu sich selbst als zu dem wutentbrannten Mann hinter ihr.

„Was?“ Sie wandte sich wieder zu ihm um „Hast du etwas gesagt?“
„Lass die Finger von ihr, ich warne dich.“
„Das hängt ganz von dir ab.“ Ihr süßes Lächeln war ebenso scharf wie gefährlich.
„Von mir ab?“, fragte Lanthalon.
„Naja, wer von euch beiden interessanter für mich ist.“
„Was willst du von uns? Themes wird dich ignorieren und von keinem Nutzen sein!“
„Na dann. Wie du schon sagtest, sie interessiert dich ja eh nicht mehr.“


„Wenn ich erfahre das du mit ihr spielst...“
„Halt! Siehst du das?“ Sie streckte ihren rechten Arm zur Seite weg.
Lanthalon musterte ihn mit in Falten gezogener Stirn.
„Ich habe Gänsehaut! Endlich mal wieder ein wenig Spannung, ich bin ganz aufgeregt.“

Das kalte Lachen fuhr Lanthalon wie ein Messer über die Haut.
Bevor er sich selbst stoppen konnte reagierte er auch schon. Mit einem Satz nach vorn war er bei Caljina und noch bevor diese reagieren konnte hatte er bereits hastig nach ihrem Arm gegriffen und sie mit Schwung gegen einen der hölzernen Stützpfeiler der Taverne befördert. Es krachte dumpf, als ihr Rücken gegen das Holz schlug, doch Lanthalon war ihr bereits gefolgt und verdrehte ihr Handgelenk grob nach oben, sodass sie sich nicht mehr wehren konnte.
„Das ist kein Spiel.“, zischte er. Seine Augen funkelten wütend und ein Knurren kam über seine Lippen.
Das Einzige was er der Schurkin damit entlockte war ein für wenige Momente verzogenes Gesicht, dann lächelte sie.
„Wie unerwartet...Es steckt doch noch etwas vom alten Lanthalon in dir.“
Lanthalon presste sie mit seinem Körper noch dichter gegen den Pfeiler.

„Wenn ich will mehr als du glaubst...“
Caljina schnurrte leise.
„...also sei vorsichtig.“
„So gefällst du mir schon viel besser, die Maus wert sich. Na komm, ich bin dir wehrlos ausgeliefert bring es jetzt zu Ende wenn du dich los sagen willst von mir.“ *schmunzelt ihn an und ihre Augen funkeln*
„Das ist kein Spiel, verdammt nochmal!“
Lanthalon verschärfte den Druck auf ihr Handgelenk und änderte schmerzhaft den Winkel indem er es verdrehte.
„Ich habe mich bereits von dir losgesagt, und dagegen wirst du nichts tun können.“

Caljina's Miene verzog sich wieder kurz, dann beugte sie sich unter Schmerzen vor.

„Schade wirklich das dies nicht ganz die gewünschte Position von mir ist, auch wenn ich das Verhalten schon viel mehr mag.“

Bevor er wusste was geschah fanden sich ihre Lippen erneut auf seinen. Sie küsste ihn und biss dabei auf seine Unterlippe. Er keuchte leise, doch durch seinen Griff war es ihm nicht möglich sich von ihr zu lösen, ohne sie komplett freizugeben.
Lanthalon erwiderte eine kurze Sekunde ihren Kuss, dann drückte er sie grob zurück. Während seine Augen wild funkelten bemerkte Caljina aber deutlich die Verwirrung in ihm.

Ganz hatte er die alte Zeit doch nicht vergessen.

„Du bist mich erst los wenn du mich tötest oder du mich langweilst.“ Sie grinste.
Lanthalon verdrehte ihren Arm ein weiteres Stück, dann ließ er sie abrupt los und ging einige Schritte zurück.
„Verschwinde! Und lass dich hier nicht mehr blicken.“
Caljina rieb sich mit ihrer Hand das verdrehte Handgelenk und schaute ihn amüsiert an.
„Nun ja ich wollte ja eh gehen ,wie du vielleicht weißt und da du mich nun so nett aufgefordert hast...“
Schmunzelnd wendete sie sich zum gehen.
„Noch einmal einen schönen Abend, Lanthalon.“
Als ob er sich davon überzeugen müsse das sie wirklich geht, schaute Lanthalon ihr nach.
Caljina ging ein paar Schritte hob dann die Hand zum Abschiedsgruß und während sie zu flimmern, schien sie dann plötzlich einfach zu verschwinden.
Lanthalon starrte noch einige Sekunden auf die Stelle, an der Caljina verschwunden ist, dann fuhr er sich mit einer Hand durch die Haare. Er leckte sich kurz über die Lippen.

Was sollte das werden? Weshalb war sie hier gewesen? Und warum gerade er...?


28.2.09 11:12


Freunde

Die Nacht hatte er sich unruhig von einer auf die andere Seite gewälzt und kaum Schlaf gefunden. Lanthalon hatte den Tag damit verbracht über das Geschehene nachzudenken – gebracht hatte es jedoch nichts.

Am Abend hatte er die wenigen Sachen gepackt die er bei sich hatte und war aufgebrochen.

Raus aus Dalaran – Fort von diesen lästigen Erinnerungen.

 

Als er Runenkreis des unteren Portalkristalls verließ und einen Blick hoch warf, spürte Lanthalon wie ihm die Geschehnisse der vergangenen Tage im Nacken saßen und ihn drängten zu fliehen.

Er seufzte leise.

„Ihr habt es also vor, ja?“

Sariri lehnte gegen einen Holzpfeiler und beobachtete Lanthalon.

„Gibt es eigentlich nichts anderes für euch als mir nachzurennen?“, murmelte dieser.

„Irgendjemand muss Euch ja davor bewahren Dummheiten zu tun, die Ihr bereuen werdet.“

„Dummheiten...dann bist du definitiv zu spät, Sariri.“

Lanthalon lächelte schief, als Sariri auf ihn zukam.

„Meint Ihr? Ich glaube es ist erst zu spät wenn Ihr nicht mehr seid.“

„Hmm, habt Ihr das ihr zu verdanken?“ Sie betrachtete sein Gesicht und spielte natürlich auf seine linke Wange an, die immer noch leicht geschwollen war und mittlerweile eine bläuliche Farbe am Kiefer angenommen hatte.

Lanthalon 's Wangenmuskel zuckten widerwillig.

„Ihr und Fijendal.“

„Hmm, ja, Aleena sagte das du mit ihm redest und ich habe Themes gesehen wie sie das Gasthaus betreten hat.“

„Eine Warnung wäre hilfreich gewesen.“, schnaubte Lanthalon.

„Aber wie das Gespräch verlaufen ist weiß ich nicht. Wobei ich es mir denken kann.“

Lanthalon verzog den Mund und zuckte gleichzeitig zusammen, denn die linke Seite seiner Unterlippe war leicht aufgesprungen und schmerzte immer noch unangenehm.

„Zumindest ist die Sache jetzt geklärt, das sollte dich und Aleena wohl zufrieden stellen. Und Fijendal. Du auch.“

Sariri zog ihren Handschuh aus und ihre Hand fing leicht an zu leuchten, die Worte von Lanthalon ignorierte sie erst einmal.

„Damit könnt ihr nicht los ziehen.“, erklärte sie und strich mit ihrer Hand vorsichtig über seine Wange. Lanthalon spürte durch das bekannte Kribbeln, das ihre Heilung Erfolg zeigte. Er sah Sariri überrascht an.

„Ist die Sache wirklich geklärt?“

„Themes weiß das ich nicht tot bin, ich habe ihr gesagt das ich sie nicht mehr Wiedersehen werde. Es gibt also keinen Klärungsbedarf mehr.“

Er bewegte prüfend seinen Unterkiefer und nickte, als er keinen Schmerz mehr verspürte. Seine  Finger fuhren kurz über seine Wange, die keine Schwellung mehr zeigte.

„Vielleicht sind Schmerzen ganz gut um mir beizubringen was für ein Idiot ich bin.“

„Wenn es helfen würde wäret Ihr nicht hier oder?“, antwortete Sariri.

 „Vielleicht brauche ich nur mehr davon - von den Schmerzen, meine ich.“

Sariri zog ihren Handschuh wieder an.

„Danke.“ , nuschelte er.

 

Sariri ignorierte ihn und fuhr fort:

„Ich glaube in Wahrheit erleidet Ihr im Moment ganz andere Schmerzen, die ich nicht heilen kann.“

Lanthalon zuckte gleichgültig mit den Schultern.

„ Aber das wollt Ihr Euch nicht eingestehen nehme ich an.“

„Ich hatte lange genug Zeit mir diese Situation vorzustellen, findest du nicht? Und im Endeffekt, auch wenn ich nicht wollte dass es so endet, fahre ich gut damit. Themes hat Fijendal und wird das verkraften, auch wenn sie gestern ziemlich ... mitgenommen aussah.“

„Und sie hat euch nie etwas bedeutet? Ist sie Euch wirklich vollkommen egal?“

Prüfend sah sie den Krieger an.

„Wirkt es so?“

Lanthalon erwiderte ihren Blick direkt.

„Das ist schwer zu sagen. Ich glaube Ihr wisst es selbst nicht oder habt Angst vor der Antwort, deswegen lauft Ihr lieber weg, als eine Antwort zu suchen.“

„Es sollte so sein, das sie mir nichts bedeutet, denn ich werde sie nie wieder sehen. Es wäre eine Tragödie wenn ich sie immer noch lieben würde oder? Und ich mag keine Tragödien. Deswegen bedeutet sie mir nichts. Deswegen Liebe ich sie nicht.“

Lanthalon lächelte kaum merklich.

„Wie ich schon sagte, ich hatte genug Zeit. Und nun habe ich auch mehr Möglichkeiten, immerhin muss ich mich nicht mehr verstecken.“

„Es liegt nur an Euch das Ende dieser Geschichte zu bestimmen. Wollt Ihr es wirklich so enden lassen? Oder lasst Ihr euch weiter von Eurem Schicksal mitschwemmen bis Ihr irgendwann einmal die nächste Frau trefft, die Euch etwas bedeutet, um dann wieder weg zu laufen und die nie enden wollende Geschichte weiter zu schreiben?“

„Ich habe nicht vor mich von meinem Schicksal auf einen Weg drängen zu lassen, den ich nicht will. Deswegen habe ich mich so entschieden.“

Er holte Luft.

„Themes war nicht mehr als ein Abzweig meines Schicksals. Eine Entscheidung die ich nicht selbst getroffen habe. Und das habe ich nun korrigiert, wenn auch nicht so wie ich es wollte.“

„Vielleicht ist sie aber auch die die euch weg bringen kann von eure vorher bestimmten weg in die Einsamkeit.“, gab Sariri zu bedenken.

„Dann schätze ich habe ich diese Chance verspielt. Themes wird das was vorgefallen ist nicht vergessen. Und sie wird daraus lernen, das ich niemand bin dem man leichtsinnig vertrauen kann.“

„Das glaube ich nicht. Nicht so lange Ihr es nicht wirklich wollt.“

Sariri’s Blick hing in der Ferne.

„Wem kann man schon vertrauen?“

Sie ging einige Schritte, dann wandte sie sich zu ihm um.

„Wollen wir ein wenig spazieren gehen?“

Lanthalon schaute sie an und musste unwillkürlich leicht lächeln. Er nickte.

Während sie zusammen den leichten Hanf hinab durch einige Ruinen gingen, setzten sie ihre Unterhaltung fort.

„Selbst viele Ehepaare vertrauen sich nicht.“

„So? Dann sollte das anders sein.“

„Ja aber es ist schwer vertrauen zu finden. Das solltet Ihr am besten wissen oder?“

Sie erreichten das Zentrum einer Ruine.

„Eine wunderschöne Kultur.“ Stellte Sariri fest und wechselte damit ganz unvermittelt das Thema.

„Eine vernichtete - zumindest hier.“

„Und doch überdauern ihre Städte die Ewigkeit.“

Sariri schloss die Augen.

„Und Sorgen für nichts weiter als Erinnerungen, die niemandem nützen.“

 

„Spürt ihr die Magie an diesen Ort?“

„Ich spüre dass hier etwas vergangenes lebt, nicht mehr. Das ist in diesem ganzen Wald sehr oft vorhanden.“

„Ja, ich finde es wirklich schön hier. Aber Ihr könnt Euch an solchen Dingen nicht erfreuen. Es muss schlimm sein immer rastlos zu sein und zu versuchen seiner Vergangenheit zu entkommen.“

Sariri setzte sich auf eine nahe gelegene, steinerne Bank und betrachtete ihn. Sie wirkte in dieses Moment ganz anders als sonst, musste Lanthalon feststellen.

Lanthalon folgte ihr und lehnte sich an die Bank. Er schaute auf den Fluss hinter Sariri.

„Wwenn es ein Ort geben würde an dem Ihr das sehen könntet, was Euer Herz am meisten verlangt, was wäre das?“

Sie.

Lanthalon blickte zu Sariri hinüber und lächelt halb.

„Du solltest so etwas nur fragen, wenn du es für dich selbst auch beantworten kannst.“

„Wieso kommt ihr auf die Idee dass ich das nicht beantworten könnte?“

Lanthalon ließ seinen Blick an ihr herabwandern.

„Weil du genauso rastlos im Kampf bist wie ich. Du hast nur einen Grund den du vorschiebst. Du kämpfst für deinen Glauben. Ich habe so etwas nicht. Ich kämpfe für...vielleicht für dieses Bild das ich sehen würde, wenn ich an diesem Ort wäre.“

„Ich würde gerne wissen was Ihr dann seht. Seht Ihr nur Euch alleine und einsam durch die Wildnis streifen? Was begehrt ihr in Wirklichkeit.“

„Was würde es dir bringen das zu wissen?“

„Vielleicht würde ich dann verstehen warum ihr das tut was ihr tut.“

„Ich _bin_ allein, und wäre dies die Erfüllung meiner Wünsche, dann sollte ich jetzt glücklich sein, oder?“

„Seid Ihr glücklich?“

Lanthalon schüttelte langsam den Kopf.

„Nicht wirklich.“

„Glaubt Ihr, wenn Ihr Themes nun zurück lasst und alle anderen auch, dass Ihr dann glücklich werden könnt? Oder könnte es sein das Ihr Eurem Glück gerade den Rücken zugedreht habt?“

Lanthalon wog den Kopf hin und her.

„Das ist schwer zu sagen...und würde ich letzteres bestätigen, hieße das doch alle Hoffnung aufzugeben, oder? Dazu bin ich noch nicht bereit.“

Er überlegte kurz.

„Vorgestern Morgen hat...mich jemand überrascht als ich Dalaran verlassen wollte. Wir wurden in einen Kampf verwickelt und...ich habe mich ernsthaft gefragt ob es besser gewesen wäre zu verlieren.“

Lanthalon leckte sich über die Lippen und schaute wieder auf den Fluss.

„Und was ist die Antwort auf diese Frage?“

„Ich bin noch nicht bereit aufzugeben. Denke ich.“

„Aber im Falle von Themes seid Ihr es?“

„Ich kann nicht mit Themes spielen, nur weil ich glaube dass sie wichtig für mich ist. Dazu habe ich zuviel bei ihr falsch gemacht. Vielleicht war es ein Fehler, von Anfang an.“

„Vielleicht ist es der Fehler das als Spiel an zu sehen.“

 

 

„Ich sehe die Beziehung zu ihr nicht als Spiel, ebenso wenig wie die anderen vor ihr. Zumindest nicht alle. Aber vielleicht sollte ich aufhören über meinen Schatten springen zu wollen. Etwas zu sein was ich nicht bin.“

Lanthalon zuckte resignierend mit den Schultern.

„Vielleicht solltet Ihr aufhören es nur zu versuchen und es endlich tun.“

„Ich habe vor einiger Zeit etwas geträumt...das mich nachdenklich gemacht hat. Mein Leben zieht immer und immer wieder dieselbe Schleife. Und ich frage mich ob das so sein muss. Ich habe jemanden getroffen der sagt, dass dies Schicksal ist. Dann frage ich mich: Gibt es ein Schicksal aus dem wir nicht herauskommen? Eine Schleife der wir nicht entrinnen können? Und wenn wir es doch können...ist das dann Absicht oder entrinnen wir wirklich unserem Schicksal?“

Lanthalon betrachtete Sariri von der Seite her nachdenklich.

„Ich denke schon dass wir unserem Schicksal entkommen können, wenn wir es wirklich wollen. Aber wenn Euch das so bewusst, ist das sich Euch Euer Leben lang im Kreis dreht, warum brecht Ihr nicht einmal diese Regeln?“

„Was sind die Regeln? Was  sind die Regeln in meinem Leben, denen ich immer und immer wieder folge?“

Er fuhr mit den Fingern durch seine Haare.

„Diejenige die ich traf, sagte mir, es seien Wege den ich folgen müsste. Jene die mich rufen und brauchen, deren Stimme ich folge und zu denen ich stoße.“

„Ich weiß nur wenig über Euch, nur das was Aleena mir einmal erzählt hat in einem ihrer unermüdlichen Redeschwalle. Und das ist, das Ihr immer wieder Frauen allein zurück lasst.“

Lanthalon lachte halb, aber es klang nicht amüsiert.

„Ich habe einen Hang dazu, schwierige Frauen zu treffen. Und ich schätze dass ich jedes Mal wenn ich sie verließ, ihnen etwas...mitgegeben habe. Ihnen etwas Gutes geben wollte.“

„Nur wann zerbrecht Ihr daran? Wann gibt Euch jemand einmal etwas? Oder viel mehr: Wann lasst Ihr Euch einmal etwas geben?“

Lanthalon lächelte sacht.

„Das ist eine berechtigte Frage.“

„Und kennt Ihr die antwort? Oder wartet Ihr so lange bis es zu spät ist?“

„Es gab eine Zeit, in der ich daran fast zerbrochen bin. Vor Themes. Vor Aleena. Vor Haluna. In dieser Zeit habe ich bewusst keine tiefere Bindung zu irgendjemandem gesucht. Und dennoch konnte ich damals das traurige Gesicht Haluna's nicht ignorieren.“

Er hielt kurz inne.

„Nach Haluna habe ich gehofft das es wieder so werden würde. Gefühlskalt und starr, um niemanden mehr so nah an mich heranlassen zu müssen.“

„Also habt Ihr schon vor langer zeit einmal den Fehler gemacht Euer Interesse hinter das von jemand anderem zu stellen?“

Lanthalon verzog seinen Mund und schnaubt leise.

„Würdest du die Tatsache, dass ich meine Verlobte freiwillig meinem Bruder überlassen und die Schuld daran auf mich genommen habe, als Ja betrachten?“

Lanthalon schmunzelte sacht und schaut Sariri abwartend an, die zu einem der großen Kristallbäume aufsah.

„Ich denke ja. Und deswegen begeht Ihr diesen Fehler nun wieder? Ich frage mich...warum habt Ihr damals nicht um sie gekämpft?“

„Weil sie glücklich mit ihm war.“

Lanthalon sprach diese Tatsache ganz nebenbei aus.

„Glücklicher als sie mit Euch war?“

„Ich habe geglaubt den Weg zu wählen, der am wenigsten Opfer fordert.“

„Ihr habt Euch also selbst geopfert?“

Lanthalon antwortete nicht.

„Bereut Ihr es?“, hakte Sariri nach.

„Ich frage mich, ob wir heute noch glücklich wären wenn ich damals nicht aufgegeben hätte. Sie hat mich nicht genug geliebt um die Finger von meinem Bruder zu lassen, deswegen denke ich dass es gut so war.“

„Vielleicht würdet Ihr ja das Bild von Eurer Verlobten mit Euch und Euren Kindern sehen?“

„Es wäre schön jemanden zu haben, mit dem man dieses Bild erreichen könnte.“

„Und doch habt Ihr Angst davor.“

„Weil es viel kosten würde.“

„Man muss bereit sein zu kämpfen um seine Ziele zu erreichen.“

„"Sie" sagte mir, das es mein Schicksal wäre die Seelen derer zu berühren, die mich rufen und dann weiterzuziehen. Das dies mich zu meiner Aufgabe führen würde. Was ist, wenn ich immer wieder aufhören muss mich auf jemanden einzulassen? Was wäre, wenn es genau das ist, was ich bin. Jemand, der nicht mehr kann als das was er schon Jahr lang macht. Weiterziehen.“

„Habt Ihr es schon einmal anders probiert?“

„Vielleicht ist das wirklich mein festes Schicksal. Sich auf jemanden einlassen, seine eigenen Bedürfnisse unter denen des anderen Stellen, mit einer Maske leben und dann weiterziehen. Vielleicht muss das so sein.

Das hat mich in letzter Zeit viel beschäftigt.“

„Ihr könnt nicht auf ewig unter einer Maske leben und ich glaube nicht das Ihr das wollt.“

„Deswegen habe ich diesen Weg hier gewählt. Ich will kein vorgefertigtes Schicksal...“

„Dann wollt Ihr als Eremit einsam in den Bergen leben?“

Lanthalon grinste schief.

„Ich habe es in den letzten Monaten so gehalten, bis Aleena und du mich gefunden habt.“

„Hat es Euch gefallen?“

„Das hier, das gefällt mir. Sich ohne Verpflichtungen jemandem nahe zu fühlen. Ich habe die Angewohnheit zuviel zu denken wenn ich allein bin. Und das tut mir oft nicht gut. Ich denke ich werde einfach die alte Variante des einsam seins nehmen. Ohne den Berg, meine ich.“

 

„Um Euch in Euren eigenen Gedanken zu verlieren? Bis Ihr irgendwann auf die nächste hilflose Frau trefft und spätestens dann holt Euch Euer Schicksal wieder ein.“

„Ich werde einfach hoffen, dass du da bist um mich dann zu bekehren...oder um mir kräftig auf den Kopf zu hauen.“

Lanthalon zwinkerte ihr zu, was Sariri mit einem sanften und gleichzeitig traurigen Lächeln benatwortete.

„Ich hoffe eigentlich dass ich das jetzt schaffe und nicht wenn es schon zu spät ist.“

„Als ob du stark genug wärst einen Sturkopf wie mich in einem mal zu bekehren.“

Lanthalon grinste schief.

„Euch ist also vollkommen bewusst das Ihr einen Fehler macht den Ihr schon bald bereuen werdet?“

„Ich habe oft genug immer wieder dasselbe getan, um zu wissen was es nicht mit diesem einen mal aufhören wird.“

 

 

„Ihr seid wirklich der größte Idiot den ich je getroffen habe.“, schlussfolgerte Sariri.

„Das ist das dritte Mal, von der dritten Person, das ich dieser Tage höre ich sei ein Idiot. Das sollte mir zu denken geben, oder?“

Lanthalon lachte wieder halbherzig.

„Das Ihr auf einem Holzweg seid, ja.“

„Nicht alles was ich getan habe war ein Fehler. Ansonsten wären Aleena und Rhys jetzt nicht zusammen. Haluna würde immernoch Jean hinterherlaufen, der sie nur ausnutzt und ihr wehtut. Juliana hätte jemanden geheiratet den sie nicht gut genug liebt.“

Er stockte.

„Themes...Themes war ein Fehler.“

„Oder vielleicht eine Chance endlich glücklich zu werden?“

„Das werde ich wohl nie herausfinden.“

„Weil Ihr davon laufen wollt.“

„Weil ich diese Chance vertan habe.“

„Woher wollt Ihr das wissen? Glaubt Ihr wirklich Themes hasst Euch nun auf einmal? Sie wird nicht umsonst Wochenlang nach Euch gesucht haben.“

„Ich weiß dass sie mich nicht hasst. Aber ich werde es nicht riskieren ihr noch einmal etwas Vergleichbares anzutun.“

Er musste an Themes’ Worte denken.

„Du vergisst, dass nicht ich diejenige bin, die diese Trennung will, sondern du. Ich kann... und werde... meine Gefühle für dich nicht einfach abschalten können... Dafür habe ich keinen gnomischen Schalter.“

 

„Ich traue mir nicht so weit, das ich es wagen würde das alles entschuldigen und zu ihr zurückkehren zu wollen. Das hat sie nicht verdient, ebenso wenig wie das was ich ihr bereits angetan habe. Ich weiß wann ich aufhören muss.“

„Vielleicht überlasst Ihr diese Entscheidung besser Ihr? Hat sie gesagt das sie Euch nie wieder sehen möchte?“

„Nicht direkt.“

„Ich bot dir einst meine Freundschaft... und ich wollte... nur dass du weißt, dass sie weiter gelten wird, denn ich stehe zu dem was ich sagte. Und ich sagte, nichts, was du jemals tust, würde sie ändern.“ Themes Worte hallten in seinem Kopf wieder.

„Nicht direkt oder vielleicht gar nicht?“

„Es geht nicht nur darum das sie mich nicht sehen will.“

„Sondern? Das Ihr Angst habt?“

„Themes war ein Fehler, weil ich geglaubt habe dass es anders wäre. Ich habe mich zu Anfang sehr dagegen gewehrt, weil ich dachte ich hätte aus den früheren Fehlern  gelernt.“

„Was ist wenn es wirklich anders ist?“

„Was ist, wenn es genauso enden würde wie alles andere? Ich bin es Leid einem Weg zu folgen, den ich mir nicht ausgesucht habe.“

„Aber genau dem folgt Ihr doch wenn Ihr nun weg lauft! Ihr habt doch selber gesagt es wiederholt sich alles immer wieder, nun tut es das schon wieder.“

„Danach nicht mehr. Dafür werde ich Sorgen.“

„Und daran glaubt Ihr mehr als das es dieses mal vielleicht anders wäre?“

„Die Sache mit Themes ist beendet. Sie wird nicht mein Versuchskaninchen sein. Und nun Schluss damit. Die Sache mit Themes...ist vorbei.“

Sariri sah ihn traurig an.

„Diese Wahl ist wirklich bedauerlich, ich hoffe nur dass es wirklich nicht endgültig entschieden ist.“

„Dieses Thema beschäftigt dich wohl sehr hm?“

„Ja.“

„Warum?“

„Weil ich nicht möchte dass Ihr weiter herum irrt, auf der Suche nach etwas vor dem Ihr flüchten könnt.“

„Warum? Warum soviel Mühe um mich, Sariri?“

Lanthalon trat einen Schritt näher an sie heran und suchte ihren Blick, Sariri jedoch wich ihm aus.

„Weil Ihr einmal eine Klinge wart…“

„Weil ich eine Klinge war? Das ist Lachhaft. Warum, wenn du deine Abscheu gegen mich vor wenigen Wochen noch nicht einmal ernsthaft verbergen konntest?“

„Vielleicht irrt Ihr Euch auch einfach in mir, genau wie Ihr Euch in der Sache mit Themes irrt.“

„Dann sag mir warum.“

Sariri wurde leicht rosa und man sah dass sie sich sichtlich unwohl fühlte.

„Vielleicht weil ich Euch ein wenig mag.“, räumte sie ein.

Lanthalon schaute überrascht, musste dann aber kaum merklich Schmunzeln.

„Und das ist schwer zuzugeben, weil ich ein Idiot bin?“

„Ja das seid ihr in der Tat.“

„Jemanden den man nur schwer mögen kann, richtig? Du hast dir soviel Mühe gegeben mich loszuwerden in der Vergangenheit, warum dann jetzt so?“

„Wie kommt Ihr auf die Idee dass ich Euch los werden will? Das will ich nicht und Ihr solltet nicht einfach so wegwerfen, was Euch jemand wie Themes so entgegen bringt.“

„Du hast dir immer viel Mühe gegeben nicht lange in meiner Nähe zu sein...seid diesem einen Abend.“

Sariri schnaubte leicht und Lanthalon musste nun selbst ein wenig Schmunzeln, als er sich daran erinnerte.

Als wäre es gestern gewesen erinnerte er sich an das betrunkene Genuschel Sariri’s, die völlig planlos von ihrem Licht gefaselt hatte.

„Du hast dir hartnäckig die Mühe gegeben mich zu hassen, gib es zu.“

„Nein!“

„Natürlich!“

Lanthalon lachte und er spürte wie gut ihm das tat.

Sariri schnaubte wieder.

„Du hast es keine fünf Minuten mit mir zusammen ausgehalten.“

Lanthalon lachte wieder und stieß mit der Hand gegen ihr Knie.

„Ist das ein wunder? Ihr benehmt auch meistens wie ein Idiot!“

„Das sagt die richtige, Miss Miesepeter.“

„Wir sind hier nicht um über uns zu reden sondern über Euch und Themes.“

„Ich finde uns aber ein viel interessanteres Thema. Und eines das sich vielleicht für mich noch nicht ganz so erledigt hat wie Themes.“

Lanthalon lächelte sie an.

„Aber eins was für Euch angesichts dieser Situation nicht von belangen sein sollte.“

„Warum sollte es nicht von belang sein?“

„Weil Ihr Euch für das alleine sein entschieden habt, schon vergessen?“

„Hmmm, vielleicht mache ich ab und an eine Ausnahme. Wenn du eine Ausnahme sein möchtest.“

Lanthalon sah sie abwartend an.

„Vielleicht. Das liegt auch wieder ganz an Euch.“

„Das liegt an mir ...und was kann ich tun damit es so ist?“

„Noch einmal über alles nachdenken. Und in der Zukunft mehr auf Euer Herz hören statt auf Euren Kopf.“

Lanthalon schmunzelte leise, und der Ton den er dabei von sich gab zeugte davon, das er diesen Ratschlag schätzte.

„Ich werde das in betracht ziehen.“

„Und was habt Ihr nun vor?“

„Dalaran ist kein guter Ort, wenn Themes und Fijendal dort sind. Vielleicht wäre es besser meine Reise fortzusetzen...ein bisschen herumzureisen.“

„Wenn Ihr dabei nicht dieses Gespräch vergesst und über dieses nachdenkt.“

Lanthalon nickte langsam.

„Ich denke das werde ich nicht so schnell vergessen.“

„Das hoffe ich doch. Dann hat dieser Abend ja was positives.“

„Mhm, das denke ich auch.“ Er schenkte ihr ein sachtes Lächeln.

 

„Was muss ich tun damit du mir das "du" entgegenbringst, Sariri?“

Lanthalon lehnte sich vor, stützte einen Ellbogen auf den Stein und grinste zu ihr hoch.

„Das stört mich schon eine ganze Weile.“

„Euch vielleicht nicht immer zum Ende des Gesprächs als Idiot zeigen?“, grummelte die Draenei und entlockte Lanthalon  damit ein verhaltenes Kichern.

„Ich bin für dich immer nur ein Idiot, wenn ich dir auf die Finger trete und etwas sage das dir nicht passt.“

Er sah sie prüfend an.

„Ist dir das zu nah, Sariri?“, fragte er vorsichtig.

Die Paladina gab nur ein Schnauben von sich.

„Also wirklich?“ Lanthalon schmunzelte amüsiert.

„Es ist nichts dabei jemandem, den man gut kennt, so etwas entgegenzubringen oder?“

„Vielleicht, vielleicht auch nicht. Kommt darauf an wie gut man jemanden kennt.“

„Kennst du mich gut genug?“

„Ich glaube noch nicht, nein.“

„Was musst du wissen damit du es tust?“, wollte er wissen.

„Ich denke das hat nichts mit Wissen zutun, sondern mit der Zeit.“

„Du brauchst ziemlich lange um dich auf jemanden einzulassen. Warum?“

„Vielleicht weil nicht alles in meiner Vergangenheit so glatt gegangen ist wie ich es gerne hätte.“

Sie wandte ihren Blick ab.

„Was ist der Grund dafür, dass ihr so vorsichtig mit der Beziehung zu anderen Menschen seid?“

„Der Feind schläft nie...“

„Deswegen braucht man Freunde, die aufpassen während man ruht. Das habe selbst ich begriffen.“

„Und da habt Ihr nicht Unrecht, jedoch können gerade die Feinde die ich bekämpfe einen schwer verletzten und ich meine nicht mit Waffen oder Magie…“

„Was dann?“

Er spürte Sariri’s Abweisung nur zu deutlich.

„Studiert die Vergangenheit der brennenden Legion dann könnt Ihr Euch diese Frage selbst beantworten.“

„Ich denke Aleena kann euch dabei helfen.“

„Aleena hätte dir auch viele Dinge über mich erzählen können...aber ich denke du hörst sie lieber von mir, oder?“

„Du hast gerade nach meinen Feinden gefragt, nicht nach mir.“

„Würdest du mir antworten wen ich die Frage anders stelle?“

„Zu einer anderen Zeit vielleicht.“

„Wann?“

„Wenn ihr mit eurer Rundreise fertig seit?“

„Dann beende ich sie hier, antwortest du mir?“

„Ihr kommt also gleich wieder mit nach Dalaran und zu Themes?“

„Ich bleibe in Dalaran.“

„Gut.“ Sariri stand auf.

„Dann kommt.“ Sie setzte sich in Bewegung, doch Lanthalon folgte ihr nicht.

„W-was?“

„Ihr habt eben gesagt Ihr bleibt in Dalaran.“

„Ja aber...“, stotterte er.

„Was aber?“

„Nicht jetzt sofort ...ich meine…“

„Was meint ihr?““

„Deine Antwort.“

„Kennt ihr die Vergangenheit meines Volkes?“

„Zum Teil.“

„Es gab eine Spaltung. Sargeras hat einst mein Volk gespalten. Die einen sind die Draenei, die anderen sind die Eredar oder auch Dämonen.“

Lanthalon nickte leicht und starrte auf ihren Rücken.

„Nun ja, auch später gab es einige Fälle .wo es den Eredar gelungen ist Draenei auf ihre Seite zu ziehen...“

Sie machte eine kurze Pause, dann sagte sie: „Das...sollte Euch fürs erstes als Antwort genügen...“

„Ich akzeptiere was du zu sagen bereit bist, Sariri.“

Und leise fügte er für sich hinzu: „Jetzt noch.“

Er ging an ihr vorbei, ein nichts sagendes Grinsen auf den Lippen, und schnippste ihr mit den  Fingern gegen eine Haarsträhne.

Ohne stehen zu bleiben drehte er sich um, ging noch einige Schritte rückwärts weiter und schob die Hände in seine Hosentaschen.

„Lass uns hoch gehen.“

Sariri wich seinem Blick schnell aus und verbarg ihre kurzzeitig glasig gewordenen Augen. Dann Schritt sie eilig an ihm vorbei und er folgte.

 

Als sie den Runenumrandeten Portalkristall erreichten blieb Lanthalon in einigem Abstand stehen.

„Nach dir.“, sagte er und deutete mit einem Nicken auf den Kristall.

Die Draenei nickte und betrat den Runenkreis, dann berührte sie vorsichtig den Kristall und verschwand.

Auch Lanthalon folgte ihr und fand sie wenige Minuten später im kleinen Park Dalaran’s wieder, der gleich an den Ausgangspunkt des Portalkristalls schloss.

„Habt Ihr Eurer altes Zimmer noch?“, fragte Sariri.

„Ich denke ich werde es wieder benutzen.“

„Gut.“

„Hast du ein Zimmer hier im Gasthaus?“

„Unter anderem ja.“

„Unter anderem?“

„Ich habe mir ein kleines Haus im Heulenden Fjord gekauft.“

„Oh...Mhm.“

„Und wohin willst du heute Nacht?“

„Ich denke ich werde auch im Gasthaus übernachten.“

„Gut.“

Er folgte ihr bis zum Gasthaus und ging mit ihr die Treppen hinauf in die oberen Stockwerke, die die Gästezimmer beherbergten.

Vor einer hölzernen Tür blieb Sariri stehen.

„Nun ich wünsche Euch eine Gute Nacht.“

„Ich dir ebenso, Sariri.“

Sariri nickte leicht und drehte sich dann um, um in ihr Zimmer zu gehen.

„Es war ein...angenehmer Abend. Den ich mir so nicht vorgestellt habe.“, fügte sie noch hinzu als sie nach ihrem Schlüssel kramte.

„Sariri?“

„Ja?“

„Danke.“

Lanthalon machte einige Schritte Rückwärts und wollte sich gerade umdrehen, als Sariri sich umdrehte und zulächelte.

Er zwinkerte kurz, dann nickte er und drehte sich endgültig um.

Als er die Treppen des Gasthauses hinunter lief, hörte er das Schließen der Holztür und seufzte leise.

Seine Gedanken sprangen wirr in seinem Kopf herum, als er den kurzen Weg zur Kanalisation Dalaran’s hinter sich brachte und in die Dunkelheit hinab stieg.

Er würde einfach abwarten und sehen, wie sich das alles entwickelte. Fort konnte er immer noch.

3.2.09 17:01


Der verhinderte Verrat

In diesem Moment klopfte es kräftig an der Tür.

 „Lanthalon Forthing! Ich muss mit dir reden!“, drang eine laute Stimme durch die hölzerne Tür.

Es klopfte wiederholt.

Lanthalon runzelt die Stirn und sah zu Aleena hinab.

Sie rief hastig: "Fijendal! Kommt rein."

Aleena zuckte zusammen, wischte sich hastig über die Augen und taumelte von Lanthalon zurück, der sie kurz am Arm packen musste, damit sie nicht das Gleichgewicht verlor.

Fijendal öffnete die Tür und trat drei Schritte in den Raum hinein und machte in Anbetracht der Szene ein ziemlich missmutiges Gesicht.

Lanthalon grüßte den Nachtelf mit einem misstrauischem Blick und einem kaum merklichen Nicken.

Aleena sah von einem zum anderen.

Ihre Stimme zitterte als sie hervorbrachte: "Ich..ich lass euch dann lieber allein...Ihr habt sicher viel zu bereden."

„Ich denke auch... bitte geh.“, erwiderte Fijendal mit festem Blick auf Lanthalon.

Lanthalon zuckte halb mit den Schultern und lehnte sich an die Wand. Er schaute Aleena kurz nach als sie eilig den Raum verließ.

Die Tür fiel mit einem leisen Knall ins Schloss – danach herrschte Stille.

 

Fijendal trat näher an Lanthalon heran, der den Nachtelf immer noch musterte.

Dieser sah den Mann abschätzig einen langen Moment lang, wobei sein Atem heftiger wurde und man sah, wie Wut in ihm hochkochte.

„Beeilt Euch mit dem was Ihr sagen wollt, je eher wir hier fertig sind desto eher kann ich gehen.“, sagte Lanthalon mit unbeeindruckter Miene und verschränkte die Arme vor der Brust. Er verzog jedoch kurz das Gesicht als er die linke Schulter bewegte, auf der immer noch eine oberflächliche Wunde zu sehen war.

Fijendal ´s Gesichtsausdruck verhärtete sich anlässlich Lanthalon’s Aussage. Lanthalon sah die Faust des Elfen zu spät heransausen, um völlig ausweichen oder sie aufhalten zu können.

Mit einer harten Rechten traf Fijendal seinen linken Kiefer.

„Du geht nirgendwo hin, du Feigling!“, fauchte er ihn an.

Lanthalon verzog schmerzhaft das Gesicht und ein Knurren kam über seine Lippen, aber er setzte auch nicht an sich für diesen Schlag zu revanchieren. Schweigend sah der den Nachtelfen an und wartete ab.

„Wieso bist du wieder weg? Weißt du was du Themes mit deinem verschwinden antust?“

Lanthalon schloß kurz die Augen und öffnet sie dann mit einem Seufzen wieder.

„Ich hätte mir denken können dass es auf so eine Diskussion hinausläuft.“

„Die hättest du dir sparen können wenn du mit ihr die Verhältnisse geklärt hättest.“

Lanthalon leckte sich kurz über die Lippen.

Der Elf schüttelte den Kopf.

„ Dann auch noch auf so verstohlene Art und Weise. Was geht nur in dir vor Mann!“, sagte er abwertend.

Lanthalon schaute halb zur Seite.

 Er hatte nicht die geringste Lust Fijendal das zu erklären. Fijendal, dem Themes vertraute, und der sie nun beschützte. Fijendal, der an Lanthalon stelle stand und nun für Themes sorgte.

„Dinge die niemanden etwas angehen. „

Fijendal knirschte angespannt mit den Zähnen.

„Das ist deine Sicht der Dinge. Solange es jemandem, der mit nahe liegt schadet, mische ich mich ein.“

Er wurde von einer Welle aufschäumender Wut gepackt, die ihn Lanthalon finster ansehen ließ.

 „Das ich ihr nicht von meinem Aufbruch gesagt habe war nicht geplant.“

Lanthalon zuckte halb mit den Schultern.

„Du..!“, keuchte Fijendal, Lanthalon jedoch sah ich ruhig an.

„Ist es dir denn völlig gleich? Nicht geplant sagst du? Dann hättest du es nachholen können. Der Schiffsverkehr mit Truppenreserven ist fast nahtlos.“

„Es hat sich nicht ergeben. Und dann...hielt ich es für besser es auf sich beruhen zu lassen.“

„Du hast es so aussehen lassen als ob du mit der "Hoffnung" die Handelsroute abfährst. Und dann machst du dich hierher auf? Nicht geplant, beim Taurenarsch ... geplant!“

Die Stimme des Elfen wurde vor Wut immer lauter.

Lanthalon wog den Kopf einmal nach rechts und nach links.

„Ich habe auch nicht geglaubt dass es so lange dauert. Es war jedenfalls nicht so geplant wie es nun geendet ist.“

„Was kann den so wichtig sein, das es so lange dauern darf, das die Frau die dich liebt, dich hoffnungslos verloren glaubt?“

Lanthalon 's Lippen wurden schmal.

Es wurde Zeit das Fijendal ging.

„Themes hat nie... Es ist nicht so tief gewesen als das sie nicht über mich hinwegkommen würde.“

Er wechselte schnell das Thema.

„Aleena sagte, das du hier bist um eine Entscheidung zu treffen. Was glaubt Themes wo ich bin?“

„Sie glaubt du bist tot. „

Lanthalon nickte langsam.

„Noch...“, fügte Fijendal hinzu.

„Und du bist hier um zu entscheiden, ob du das bestätigen sollst oder nicht.“

„Ich kann es ihr nicht verweigern. Ich bin kein Schlächter. Ich bin scheiß wütend ja. Wenn du nicht so lädiert wärst hätte ich auch weniger Skrupel gehabt. Aber ich versuche mir alte Gewohnheiten nicht wieder anzugewöhnen.“

Lanthalon verzog den Mund zu einem halben, angedeuteten Grinsen. Das fast überhaupt keine Emotion zeigte, sondern eher aufgesetzt wirkte.

„Ich wäre nicht hier, wenn Aleena nicht diese Mittel ergriffen hätte um mich zurückzubringen. Ihr solltet ihr also danken das ich so lädiert bin, und nicht gänzlich tot. Zumindest könnt ihr so Euer Gewissen und Eure Wut befriedigen.“

Setzte nach: „Bevor Ihr zu Themes zurückkehrt und ihr erklärt das ich tot bin.“

„Du kannst mich nicht manipulieren.“, fuhr Fijendal ihn an.

Lanthalon rang das höchstens ein Schmunzeln ab.

Er hatte schon ganz andere Dinge so hingebogen, wie er sie benötigte.

„Ich möchte dass du zu ihr gehst und das Loch schließt das du hinterlassen hast, bevor du verschwindest.“

Eine kurze Pause entstand. Und ein heftiger Wortsabtausch folgte. Fijendal und Lanthalon sahen sich wütend an.

„Was bist du nur  für ein Feigling? Wenn du sie meiden willst, dann schließe mit ihr ab.“

„Ich will sie nicht meiden, ich habe nur schon vor langer Zeit versucht ihr nicht zu nahe zu kommen. Das ist ziemlich kläglich gescheitert. Ich schätze, es würde ihr mehr wehtun wenn ich jetzt zu ihr ginge.“

„Falsch, das würde dir wehtun. Sonst könntest du es einfach. Ob es ihr wehtut, wirst du dann sehen.“

„Und das würde ihr helfen? Zu sehen dass ich von ihr fortgerannt bin, und nun zu ihr zurückkomme um ihr zu sagen das ich sie verlassen habe?“

„Wieso willst du ihr denn nicht zu nahe kommen? Was ist den dass für ein Zustand. Liebe ohne absolute nähe?“

„Dann weiß sie wenigsten woran sie ist.“

„Ich liebe sie nicht.“, erwiderte Lanthalon knapp. „Und dasselbe gilt für sie.“

 

 

„Wenn sich dich liebt, wird sie das auch Verletzten. Aber es bleibt nicht diese ungewisse Hoffnung.“

„Themes ist vielleicht verliebt, aber das ist weitab von Liebe. Und darüber wird sie hinweg kommen.“

„ Wie alle anderen, jeden Tag, immer wieder aufs Neue.“

„Das passier bei ihr nicht jeden Tag! Es passier immer seltener, weil sie von Spezialisten wie dir sitzen gelassen wird!“

„Deswegen wollte ich so etwas nie zulassen. Ich habe sie gewarnt.“ Lanthalons Stimme klang kühl, ebenso wie seine steinerne Miene.

„Vielleicht dachte sie, sie nimmt eine besondere Stellung ein und hat die Warnung deshalb nicht wahrgenommen.“

Fijendal seufzte.

„Sag mir einen Grund weshalb du nicht mit ihr reden willst.“

Lanthalon holte Luft, um ihm die Gründe herunterzubeten. Dabei klang er so teilnahmslos, das Fijendal nur den Kopf schütteln konnte.

„Weil es ihr weh tun würde. Weil wir nicht zusammen gehören. Weil sie glücklich werden kann ohne mich. Weil ich nicht mehr zu ihrem Leben gehöre, und das vermutlich auch gut so ist.“

„Du hast ein Loch in ihrem Herzen hinterlassen mit deinem stillen Verschwinden. Und das wird ihr ein Leben lang Schmerzen bereiten. Weil ihr Herz schon solche Löcher in sich trägt.“

Lanthalon runzelte kaum merklich die Stirn, ließ sich aber ansonsten nichts anmerken.

„Was für ein Gefühl soll das einer Frau geben, wenn ihr die Männer stillschweigend aus dem Leben schwinden...fliehen.“

 „Mein Verschwinden erspart ihr die Auseinandersetzung mit dem Gedanken, warum sie nicht gut genug sein konnte. Denn das wird sie sich unweigerlich fragen.“

 „Das braucht sie aber nicht, da du eine Antwort auf ihre Frage hast!“

„Welche Antwort habe ich denn? Das ich nicht gut genug für sie bin?“

Lanthalon schnaubte.

„Oder vielleicht das sie alles richtig gemacht hat und wir einfach nicht zusammen passen? Als ob sie das nicht als billige Lüge abtun würde. Sie wird mir das nicht glauben selbst wenn es wahr ist.“

„Wieso solltest du denn nicht genug für sie sein? Stellte sie absurde Ansprüche and ich?“

„Sie würde glücklicher mit jemand anderem.“

„Woher willst du das wissen ob sie es nicht glaubt, ohne es zu Versuchen. Ist den die die Chance, dass sie es doch tut nicht wert die Sache so gut wie möglich abzuschließen.“

„Hör auf dich mit Hirngespinstmännern der Zukunft zu vergleichen. War eure gemeinsame Zeit nicht..... schön?“

„Die Sache "gut abschließen" bedeutet für mich ein für alle mal aus ihrem Leben zu verschwinden. Weil meine Präsenz darin sie nur behindern würde.“

„Ihre Wahrnehmung im Bezug auf dich wird sich mit der Zeit ändern, wenn ihr anders miteinander umgeht.“

Lanthalon seufzte leise.

Fijendal verstand es einfach nicht.

„Wenn es nicht so ist, verpasse ich die Chance mich endgültig aus ihrem Leben zu streichen. Unwiderruflich.“

„Wieso, wenn du das wünscht, kannst die Nummer ja noch mal abziehen. Diesmal vielleicht eine Schatzsuche mit der Hoffnung in Mitten des Maelstroms. Bist doch ein kreativer Kopf was das angeht.“

Der Ton Fijendals ärgerte Lanthalon und er knurrte unwillig.

„Ich tue das hier nicht weil es mir Spaß macht!“, fauchte er.

Fijendal jedoch grinste nur leicht hämisch.

„Sondern, weil du Angst hast?“

„Weil ich ihr und mir das ersparen will.“

„Was ersparen?“

Lanthalon starrt an Fijendal vorbei auf die Tür.

Fijendal fragte zuviel….aber er musste ihm antworten, sonst würde der Elf keine Ruhe geben.

„Es ist leichter jemanden zu verlieren, wenn man ihn wirklich verliert und er nicht nur einfach geht. Wenn man sich nicht die ganzen Ausreden anhören muss, die Leute für solche Gelegenheiten erfinden.“

Lanthalon dachte an Juliana und Darian.

„Es ist vielleicht leichter für dich.“

„Themes glaubt ich sei tot! Sie wird kaum hoffen das ich um die Ecke komme und ihr in die Arme falle.“

„Das wohl kaum.“

„Es _gibt_ keine Wahrheit.“

„Aber du bist nicht tot. Und ich werde dich nicht als tot erklären. Soll ich ihr sagen dass du lebst, aber ein Feigling bist? Es nicht wert bist, das sie sich Gedanken über dich macht? Das du wie Daed bist?“ Fijendal sah ihn an.

„Weil sie’s einfach nicht ist, nicht bringt? Ich glaub ich kann dich nicht verstehen.“

„Dann seid Ihr es der Ihre Zukunft zerstört, nicht ich. Ich will Ihr das ersparen. Deswegen gehe ich nicht zu ihr. Weil sie genau das denken wird, egal wie ich es ihr beibringen. Egal was ich sagen werde. Sie wird denken "Dass sie es nicht bringt"  und "dass sie es nicht wert ist". Und genau das wird ihr die Steine in den Weg legen.“

 „Ihr versteht mich nicht?“ Lanthalon wurde wütend.

„Das was Themes’ will kann ich ihr nicht geben, aber sie sucht es verzweifelt in mir. Wenn ich sie verlasse wird sie den Fehler nicht bei mir suchen, so wie sie es sollte.“

„Du könntest ihr das Gegenteil beweisen, aber du denkst ja dasselbe von dir...“, warf der Schurke ein.

„Ich denke das, weil ich weiß dass es so ist!“

„Aber was ist denn dein "Fehler", den du mit dir Trägst? Das du sie nicht aufrichtig liebst?“

 

 

„Das...ist eben so.“

„Sag’s ihr einfach...“

„Ich habe nicht vor es ihr zu sagen, egal was Ihr oder Aleena euch einfallen lasst. Aber ich werde das nächste Mal nicht so ruhig sein wie dieses Mal. Was auch immer ihr Aleena erzählt habt, es ist mir egal was sie oder ihr macht.“

„Du hast wohl überhaupt keinen Stolz was?“

„Was hat das mit Stolz zutun?“

„Das du zu dem stehst was du tust. Vor Themes, nicht vor Außenstehenden. Was würdest du machen wenn ich sie zu dir bringe? Ohne das du darauf vorbereitet bist?“

Ich würde mich freuen ihr Gesicht zu sehen…das ich so lange Zeit vermisst habe.

Lanthalon schüttelte kaum merklich den Kopf um diesen Gedanken loszuwerden.

„Du müsstest sie jetzt in dieser Sekunde aus dem Hut zaubern.“, antwortete er stattdessen kühl.

Fijendal zuckte mit den Achseln.

Lanthalon verengt die Augen, er hatte ein seltsames Gefühl bei diesen

„Das kann ich nicht, Aber vielleicht kann ich dich finden. Nach dem ich weiß wo du jetzt  gerade bist.“

„Ich habe es die ganzen Wochen vorher geschafft nicht gefunden zu werden.“

„Es würde einiges vereinfachen, wenn du zu ihr gingest.“

„Die Sache wäre bereits erledigt, wenn ihr Euch nicht daran klammern würdest das ich zu ihr zurückkehre. Sie hat bereits damit abgeschlossen, wenn sie den Gedanken an meinen Tod in Erwägung zieht. Wenn sie den Gedanken an mein Verschwinden oder meinen Tod akzeptiert hat, dann wird es ihr besser gehen. Sie wird weiter machen.“

„Das sagt sie. Aber das "hofft" sie nicht.“

Fijendal blickte ihn zweifelnd an.

„Soweit kenne ich sich mittlerweile auch.“

„Wann werden Hoffnungen schon erfüllt.“ Lanthalon klang gefühllos und seine Miene verriet immer noch keine Regung.

„Unfälle passieren, und so ist auch meiner passiert. Themes weiß dass Menschen eben sterben, dass diese Welt gefährlich ist.“

 

„Was hindert dich denn so daran sie zu verletzen, wenn du sie nicht liebst?“

Fijendal seufzte.

„Das hat Themes nicht vedient, und das wisst Ihr genauso wie ich. Sie ist...sie hat es nicht verdient verletzt und enttäuscht zu werden. Und ich hätte ihr das gern von Anfang an erspart.“

Lanthalon schloss kurz die Augen und sammelte sich.

„Mit Eurem feigen Verschwinden verletzt ihre sie umso mehr! Und ich trage die Schuld wenn ich ihr von deinem nicht-tot erzähle.“

„Das sich das alles solange hinzieht war nicht meine Absicht...“, räumte der Krieger ein.

„Du willst nicht mit ihr reden. Ich will dass du mit ihr redest. Das ist ein Konflikt.“, stellte Fijendal fest und Lanthalon fügte hinzu:

„Mit dem Unterschied, das ich Themes nicht weiter belasten will, und Ihr nur darum herumgehen wollt,  Ihr etwas zu erzählen das nicht der Wahrheit entspricht.“

Es klopfte leise an der Zimmer Tür, und Lanthalon blickte misstrauisch zu Fijendal, als dieser sich sofort der Tür zuwandte.

„Einen Moment.“

Lanthalon Zog die Stirn in Falten. Was sollte das jetzt? Wer sollte dieses Zimmer betreten wollen außer…

Er atmete erleichtert aus, als Fijendal ihm bekundete, das er eine Erfrischung beim Wirt geordert hatte.

„Du wirst doch nichts dagegen haben? Das viele reden macht so einen trockenen Mund.“

Fijendal zwinkerte, und der plötzliche Umschung der Stimmung machte Lanthalon wieder misstrauisch.

Der Elf  öffnete die Tür einen Spaltweit, nahm ein Tablett mit einer Karaffe Wasser und einigen Gläsern entgegen und stellte sie auf dem Bett ab.“

„Ich weiß, du bevorzugst Wein. Aber davon wird meine Zunge immer so pelzig.“

Grinsend schloss er die Holztür und schenkte sich danach ein Glas Wasser ein.

„Da ich heute Nacht noch gern aufbrechen will, reicht Wasser denke ich völlig.“

„Wohin willst du denn hier? Mit deinen Verletzungen?“

Lanthalon Antwortete darauf nicht, stattdessen fuhr er fort:

„Da ich mit Euch geredet habe, wird Aleena mich wohl gehen lassen ohne weiter hinter mir herzulaufen.“

„Wenn Aleena euch gehen lässt, ist das ja schon Mal die halbe Miete.“

„Ihr müsst gute Argumente gehabt haben, um sie derart handeln zu lassen.“

Er spürte die Enttäuschung über Aleena’s Verhalten in sich hochsteigen.

„Normalerweise gehörte ihre Freundschaft und Hilfe mir und...niemand anderem den sie kaum kennt.“

Er ließ den Blick über Fijendal wandern.

„Sie macht sich wohl größere Sorgen um dich als du dachtest, wenn sie schon zu Leuten wie mir kommt.“

„Sie hat sich schon immer zu viele Sorgen gemacht.“

„Du verhältst dich komisch. Ich würde ihre Sorgen wohl teilen, wenn du mir mehr bedeuten würdest.“

„Ich habe sie nicht gebeten sich um mich zu sorgen, oder mir nachzulaufen. Ebenso wenig wie Themes Euch bitten würde, hierher zukommen um mit mir zu reden.“

„Darum muss man Freunde auch nicht bitten. Sie tun es einfach. Damit hast du Recht. Es ist meine Entscheidung. Sie bedeutet mir sehr viel. Wenn auch auf eine andere Art und Weise.“

Der Nachtelf nahm einen Schluck Wasser, und in der aufkommenden Stille musste Lanthalon hart mich sich ringen. Ein Funken Eifersucht brannte in ihm und ließ ihn innerlich knurren.

„Und deswegen verlangt Ihr von mir, mit ihr zu sprechen und sie zu verletzen? Werdet Ihr derjenige sein der die Scherben zusammenkehrt?“ Ihr seid euch genauso wenig wie Aleena darüber bewusst, was das anrichten würde.“

„Ja, ich werde da sein um ihr zu helfen. Es ist so eine hässliche Angewohnheit, aber ich werde dich einfach nicht in Ruhe lassen, bis das geklärt ist.“

Lanthalon setzte ein sarkastisches Lächeln auf, das so schnell wieder verschwand wie es gekommen war. Langsam aber sich verabschiedete sich seine Geduld.

„Es scheint als habt Ihr nicht vor mir in der nächsten Zeit meinen Frieden zu lassen.“

„Wer weiß welch Überraschung uns noch aufgetischt wird….“, sagte der Elf nur und blickte Lanthalon an. Dieser brachte nur ein missmutiges Schnauben zustande.

 „Ja, ich glaube das würde mich auch nerven. Aber ich wüsste gerade nicht was du dagegen tun könntest.“

„Ganz einfach, meine Sachen packen und verschwinden.“

„Wohin denn? Ins Kriegsgebiet? Zurück in die Königreiche?“

„Dahin wo ich will.““

„Ach so eine Reise macht Spaß. Ich könnte dich dabei etwas bei Laune halten, wie wäre das?“

Lanthalon 's Miene verfinsterte sich.

„Ich reise allein, und ihr kehrt dorthin zurück wo ihr hergekommen seid. Und helft Themes weiter zu machen. Ich habe mit Euch geredet, damit habe ich das erfüllt was ich hier sollte. Meine Entscheidung ändert sich dadurch nicht.“

„Und jedes Mal wenn sie aufs Meer sieht und wieder einen ‚Gesucht-Lantahlon’-Flugzettel zerknüllt soll ich sagen, er hatte bestimmt einen schönen Tod?“

„Sie wird aufhören an mich zu denken.“, brachte der groß gewachsene Mann hervor.

„Das Daed einfach abgehauen ist denkt sie heute noch!“

Auch Fijendal’s Geduld litt unter der Sturheit des Kriegers.

„Du bis so ein Idiot!“, schrie er diesem aufgebracht entgegen.

Lanthalon jedoch flüchtete sich in seine vorgetäuschte Ruhe.

„Ich weiß nicht wer dieser "Daed" ist, oder was er getan hat aber..“ Er beendete den satz nicht, denn er wurde durch ein abwinken Fijendal’s unterbrochen.

„Das verlange ich auch gar nicht.“

„Ich erspare ihr genau das, Fijendal, nämlich diese erneute Situation dass jemand vor ihr wegläuft.“

„Das ist doch gelogen. Denn genau das tust du. Du läufst! Und das sogar mit Irrfährten.“

 

In diesem Moment änderte sich die Stimmung im Raum so schlagartig, dass man die Gefühle im Raum fast hätte greifen können.

Lanthalon klappte fast der Mund auf, als er plötzlich Themes seitlich hinter Fijendal stehen sah. Er starrte sie perplex an.

Wie konnte sie…?

Themes ballte ihre Hände an den Seiten zu Fäusten.

„Genau das... tut er. Wieder einmal.“, zischte sie mit leiser, aber scharfer Stimme.

Fijendal schluckte, und auch Lanthalon musste diese Situation erst einmal begreifen.

Die Elfe ging einige Schritte auf Lanthalon zu.

„Du.. bist so ein sagenhafter Feigling, dass mir dafür die Worte fehlen, Lanthalon Forthing.“

Lanthalon sah Themes an, dann warf er einen fragenden Blick zu Fijendal.

„Seid wann...?“, brachte er mühsam hervor.

„Genug um zu begreifen, was für ein Arsch du bist.“ Sie ging die letzten Schritte an ihn heran und schubste ihn unsanft. Seine Bandagen missachtend gegen die Wand.

Lanthalon ließ sie gewähren, zu verwirrt um darauf überhaupt reagieren zu können.

Themes’ Gesichtsausdruck war finsterer als alles, was Lanthalon bisher an ihr gesehen hatte. Ihre Lippen waren zu dünnen, unbarmherzigen Strichen gezogen.

Lanthalon schloß kurz die Augen, legte den Kopf in den Nacken und schmunzelt ergeben.

Welch Ironie das sie jetzt hier auftauchte. Er hatte es so lange verhindern wollen, und hatte es fast geschafft endgültig zu verschwinden. Und jetzt das hier.

„Damit hast du vermutlich recht.“, stellte er in einem sarkastischen Tonfall fest.

Die Ironie dieser Situation musste an den anderen beiden wohl vorbeigegangen sein.

Themes holte mit einer unvorbereiteten Geste aus und zielte mit ihrer rechten Faust auf Lanthalon’s Kinn. Dieser zuckte zwar, wich ihr aber nicht aus – konnte es auch gar nicht, denn sie war ziemlich schnell. Ihre Faust fand zielsicher sein Gesicht und prallte mit einem knirschenden Geräusch darauf. Mit einer harten Linken setzte Themes nach, diesmal traf der Schlag den Krieger in den Bauch.

Er keuchte und sackte halb zusammen. Seine rechte Hand in die Seite gepresst, die von seinem Kampf mit Dae noch lädiert war, richtete er sich wieder auf und sah Themes mit festem Blick entgegen.

„Lauf nur weg, Lanthalon...“, knurrte die Elfe bedrohlich.

„Aber von deinen Schatten und vor deinen Verantwortungen wird das ein ewiges Rennen werden.“ Mit einem Ruck zog sie ihn halb hoch und drückte ihn  gegen die Wand.

Lanthalon sah sie mit schmal zusammengepressten Lippen schweigend an, während Themes mit dem linken Ellenbogen gegen seine Brust drückte und ihre Rechte sich mit einem festen Griff um seinen Hals legte. Sie kam ihm ein Stückchen näher und hinter der kalten Wut in ihren Augen schimmerte etwas wie großes Bedauern und Enttäuschung.

„ Alles....“ Lanthalon spürte wie sie um ihre Beherrschung rang.

„…was ich wollte, war... Ehrlichkeit. Wahrheit. .. Wahr.. Wahrhaftigkeit.   Und nun sehe ich, wie du es mit einem Lächeln fortwirfst, als bedeutet dir das alles nichts.“

Themes betonte ihre Worte durch erhöhten Druck auf seine Brust, und jedes Wort fuhr schmerzhaft durch Lanthalon’s Körper.

Lanthalon sah wie Fijendal das Geschehen mit einem gequälten Bedauern beobachtete, dann richtete er selbst einen Blick an den beiden Nachtelfen vorbei zur Tür.

Mit ihrer rechten Hand zwang Themes seinen Blick wieder nach oben.

„Sieh mich wenigstens an, denn dies ist die Wahrheit. Eine, vor der du immer wieder davonrennst wie ein panischer ... Esel!“

Ihre Wangenmuskeln zuckten.

Der Blick des Kriegers richtete sich auf sie, und er war diesmal fast ein wenig zu starr – eine nichts sagende Miene.

 „Was willst du jetzt von mir hören?“, presste er hervor.

„Wie ich sagte... die Opferrolle passt dir zu gut. Ich will nichts mehr von dir hören. Ich bringe dir nur Befreiung von deiner letzten Lüge. Vor deiner letzten Flucht. Mach das, was dir gefällt.“

Er spürte wie verletzt sie war, und sehnte sich danach ihre Schmerzen lindern zu können. Je länger er Themes betrachtete, umso deutlicher regte sich der Drang in ihm, sie festzuhalten. Ihr zu sagen, das er sie liebte. Sie zu bitten bei ihm zu bleiben.

Doch dafür war es zu spät. Und er musste zu Ende bringen was er angefangen hatte.

 

 „Ich hoffe... du findest dich eines Tages selber… und stehst zu dem, der du wirklich bist.“

Themes verzog den Mundwinkel, aber es ähnelte nicht im Entferntesten einem Lächeln.

„Wenn es dir lieber ist, dass du für mich tot bist, dann sei dem so.“

„Das hatte…nur einen Grund. Es sollte dir das hier ersparen.“

„Glaube mir... alles, was ich in den letzten Wochen durchgemacht hatte, war Tausend mal schlimmer. Lügen ist das, mit dem ich nicht leben kann. Ich dachte, das wäre dir irgendwann einmal aufgefallen.“

„Es sollte sich nicht in die Länge ziehen, und es war auch nicht so...geplant. Es sollte nicht so sein wie es jetzt ist.“ Er verhedderte sich in seinen Worten und schwieg dann wieder.

„Du hättest es einfacher haben können. Aber mir ins Gesicht schauen und sagen 'ich will nichts von dir, lass und getrennte Wege gehen'... das bringst du nicht fertig.“

 

„Ich werde nicht versuchen zu entschuldigen was ich getan habe.“

„Nein, du entschuldigst dich nie, nicht wahr?“

„Würde es nicht wunderbar in meine Opferrolle passen wenn ich um deine Gnade betteln würde?“ Sein Ton wurde sarkastisch, herausfordernd und er bereute es sofort.

Themes blinzelte einen Moment.

„ Die hast du auch so. Ich vergebe dir, Lanthalon. Weil du so bist, wie du bist.“

Er schaute einen Moment überrascht, dann gewann seine feste Miene wieder die Oberhand.

„Es muss mir nicht gefallen, wie du Sachen angehst. Und ich darf davon enttäuscht sein. Wenn du einmal aus meinen Augen geschaut hättest...“

Sie schüttelte leicht den Kopf und ergänzte leise: „Das ist egal.“

Themes senkte kurz den Kopf, hob ihn darauf jedoch wieder und blickte Lanthalon ruhig an. Anscheinend schien keine Tränen mehr übrig zu sein für diesen Moment.

„Ich vergebe dir. Und wünsche mir für dich... dass…“

Themes setzte nun doch ein Lächeln auf, welches allerdings matt und unendlich müde aussieht.

„…dass du glücklich wirst.“

Lanthalon schluckte. Sie kam ihm in diesem Moment so zerbrechlich und verletzlich vor, das er  sich selbst verfluchte der Grund dafür zu sein.

„Elune Adore, Lanthalon.“

Themes straffte ihre Schultern und wendete sich zum Gehen. Mit einem Nicken gab sie Fijendal ein Zeichen zu folgen.

Das war also ihr Abschied…Er hatte ihn sich nicht so schmerzhaft vorgestellt…Vor allem nicht so schmerzhaft für sie. Sie, die er so enttäuscht hatte.

Lanthalon starrte auf ihren Rücken, und seine Gedanken rauschten durch seinen Kopf.

Er wollte sie nicht gehen lassen. Aber er…musste…

Bevor er es selbst begriffen hatte, hatte er bereits einen Schritt nach vorn getan und eine Hand ausgestreckt, um nach Themes zu greifen.

"Wa-" er brach ab und blieb stehen. Sein Blick lag verwirrt auf Themes, die innehielt.

„Es tut mir Leid.“, brachte er mit leiser Stimme hervor. „Leb wohl.“

Themes zögerte einen Moment und drehte ihren Kopf halb in Lanthalon’s Richtung, ohne ihn jedoch anzusehen. Dann ging sie mit geraden Schritten aus dem Raum.

Fijendal blieb noch kurz stehen, und sah Lanthalon an, dessen Blick auf die offene Tür gerichtete war, durch die die Elfe verschwunden war.

„Ich werde dich nicht länger belästigen Lanthalon.“

„ Ich hoffe ihr könnt die Scherben aufsammeln und zusammensetzen.“ Lanthalon’s Stimme klang monoton und kühl, doch sein Blick zeigte seine Innere Zerrissenheit.

Schnell verließ er das Zimmer und schloss die Tür.

Lanthalon starrte die geschlossene Tür an. Es war seltsam Still im Raum, eine Stille, die ihn zu erdrücken schien.

 

Draußen vor der Tür wischte sich Themes schnell über die Augen und lehnte ihre Stirn an den kühlen Stein.

„Es tut mir Leid...“, tröstete Fijendal sie.

Themes hob ihren Kopf und schaut Fijendal an.

„Das muss es nicht.“

Der Elf legte eine Hand an ihre Schulter.

„Ich hätte mir gewünscht es nimmt ein anderes Ende. Deinetwillen.“

„Ich.. war... darauf vorbereitet. Doch.. ich muss gestehen, dass ich es diesmal war, die vor dieser… Erkenntnis die ganze Zeit weggerannt ist.“

Sie schüttelte den Kopf und machte eine abwehrende Geste.

„ Er hatte es gesagt... damals. Ich wollte ihm nicht glauben.“

„Es ist nicht falsch zu hoffen. Nur manchmal sehr schmerzhaft.“

„Warte hier einen Moment, ja. Ich… habe etwas vergessen.“

Fijendal nickte.

„In Ordnung“

 

Themes wandte sich um, ging den Gang zurück zu Lanthalon’s Zimmer und klopfte sacht an die Tür.

Irritiert ging der Krieger zur Tür und öffnete sie. Verwirrt sah er Themes an.

Was wollte sie noch hier?

02:16:18 Themes klopft an die Tür.

„Das.... mit dem.. Schlag... war nicht so....“, stotterte sie.

Lanthalon’s Miene wurde hart.

„Geh jetzt. Fijendal wartet.“

„ Nein... nochwas…“, wandte Themes ein. „Weil... ich nicht weiss, ob ich überhaupt noch dazu komme... Als ich damals sagte... ich wäre.. für dich da... Meinte ich es so. Meine Freundschaft gilt. Nur...“

Themes hielt inne, machte dann aber eine wegwerfende Handbewegung.

„Hm?“

Lanthalon mustert sie, und seine Finger verkrampfen sich um den Türrahmen, bis seine Fingerknöchel sich weiß färbten.

Er würde sie jetzt gern ins Zimmer ziehen. Sie fest an sich drücken. Ihre Wärme spüren. Ihre Tränen fort küssen und ihre Vorwürfe ertragen, nur um nicht alleine sein zu müssen. Und um sich nicht mehr so schuldig zu fühlen.

„Nichts.. weiter. Nur das. Ich bin was ich bin… du bist das, was du bist. Meine Freundschaft bleibt … braucht nur etwas Zeit.“, nuschelte sie.

Er würde ihr so gern die Traurigkeit nehmen…und ihr einfach das geben was sie wollte.

Dann fuhr sie eilig fort: „Ich muss gehen…“

 

„Warte!“

Themes stoppte und blickte ihn ruhig an.

Lanthalon öffnete die Tür weiter, und man sah wie sehr er nach den richtigen Worten suchte.

„ Würde es dir helfen wenn ich sage, wozu ich nicht den Mut habe, wie du gesagt hast? Würde das für dich das Ende bedeuten, mit dem du abschließen kannst?“

Seine Lippen wurden schmal.

Dies war die einzige Möglichkeit sie zu befreien.

„Nein, das.... Ende ist ja deutlich genug, nicht? Es ist gekommen, wie du es vorausgesehen hast. Nur wollte ich es nicht wahrhaben. Ich... bin genauso wie all die anderen...“

Ein Schulterzucken.

„Vielleicht wollte ich dich auch ändern... doch dazu habe ich kein Recht.“

Lanthalon schüttelte leicht den Kopf.

„Diesmal war ich es, der sich ändern wollte. Ich weiß wer ich bin, aber ich weiß nicht genau, ob ich das auch sein will. Ich habe...es ist schwer zu erklären...und ich sollte dich nicht aufhalten.“

Themes legte den Kopf schräg.

„Wenn dir noch etwas auf dem Herzen liegt, sprich es aus.“

Ein unsicheres Lachen entwand sich Lanthalon’s Kehle und er selbst war überrascht darüber.

Die Komik seiner Gedanken brachte ihn zum Lachen, denn er spürte dass er diese Erkenntnis viel zu lange verdrängt hatte.

„Es ist...schwer dich gehen zu lassen. so voller Absicht, diesmal. Und vermutlich für immer. Ich wünsche mir nur das...du dich nicht mehr an das erinnerst was passiert ist. Das du daraus keine falschen Schlüsse ziehst.“

Themes runzelte die Stirn.

„Du bist nicht wie alle anderen...ich bin nur - ich. Das meinte ich.“

„Du vergisst, dass nicht ich diejenige bin, die diese Trennung will, sondern du. Ich kann... und werde... meine Gefühle für dich nicht einfach abschalten können... Dafür habe ich keinen gnomischen Schalter.“

Lanthalon nickte kaum merklich. Und murmelt ein leises: "Ich weiß."

„Ich schätze die Art und Weise nicht, wie...das hier zu Stande kam...ganz und gar nicht. Denn die Wahrheit vertrage ich besser als jede Lüge. Und sei sie auch zu meinem angeblichen Schutz gedacht. Ich bot dir einst meine Freundschaft... und ich wollte... nur dass du weißt, dass sie weiter gelten wird, denn ich stehe zu dem was ich sagte. Und ich sagte, nichts, was du jemals tust, würde sie ändern. Auch dies nicht. Nur weil sie... mich ändert... Das... ist nicht das gleiche.“

Mit einem traurigen Lächeln schüttelte Lanthalon den Kopf.

„ Ich denke es ist besser wenn wir uns nicht mehr sehen. Für dich...und für mich.“

„Für dich. Hör gefälligst auf, für mich Entscheidungen zu treffen.“

„Für mich. Es wäre für mich nicht gut dich zu sehen.“, verbesserte er sich schnell.

Themes nickte knapp.

„ Sicher.“

„Leb wohl.“

Damit schloss er die Tür, und auch seinen Weg zu Themes. Nicht einmal ein Seufzen kam aus seiner Kehle, als er den Kopf in den Nacken legte, die Augen schloss um sich an dieses Gefühl zu gewöhnen.

 

Unten im Gastraum wartete Fijendal auf seine Freundin.

„Er ist noch heil, keine Sorge.“

Erwiderte sie auf den besorgten Blick des Elfen, und setzte dann hinzu: „Danke...“

Themes sah Fijendal an und merkwürdigerweise schien sie erleichtert.

Fijendal nickte ihr zu.

„Trinkst du noch einen mit mir? Ich weiß das war nicht leicht für dich.“

Themes zuckte mit den Schultern.

„Ich liebe diesen Scheißkerl... und ich weiß noch nicht mal wieso. Ich brauche Alkohol. Viel.“

„Dann komm mit mir. Wir gehen auf die Schattenseite. Ich kenn den Wirt sehr gut. Er hat bestimmt etwas für dich.“

„Klingt nach was.“

Themes nickte leicht und atmete tief auf.

„Endlich... ist dieser Druck weg.“, seufzte sie.

Gemeinsam verließen sie das Gasthaus.

 

 

Wenige Stunden nachdem Themes und Fijendal gegangen waren, klopfte es erneut an Lanthalon’s Tür.

Der Krieger lag auf dem Bett, sein Blick starr auf die Tücher seines Himmelbettes gerichtet, als sich die Tür ohne seine Zustimmung öffnete und jemand das Zimmer betrat.

Für einen kurzen Moment schoss der Name „Themes“ durch seine Gedanken, doch als er die klare und vertraute Stimme Aleena’s hörte.

„Alles in Ordnung…Thal?“, fragte sie mit leiser, besorgter Stimme.

Er gab keine Antwort.

„Wie ist das Gespräch verlaufen?“

Keinerlei Regung.

„Also nicht gut? Was hast du Fijendal gesagt?“

Aleena trat an das Bett, setzte sich an den Rand neben Lanthalon und sah ihn an.

„Es tut mir Leid das ich dich so hereinlegen musste.“

Ihr Blick fiel auf seine geschwollene linke Gesichtshälfte.

„Oh, was ist denn da passiert?“ Die Priesterin streckte ihre Hand aus, um die Stelle zu begutachten.

„Wie hast du…“ Erschrocken zuckte sie zusammen, als der Krieger nach ihren Handgelenk griff und feste zupackte. Sein wütender Blick traf ihren und sie schauderte.

„Verschwinde, verstanden? Am besten lässt du dich in meiner Nähe nicht mehr sehen.“, zischte er vor unterdrückter Wut, und ließ ihr Handgelenk mit einem Ruck wieder los.

Aleena sprang auf die Beine. Der Zweihandstab ‚Segnung’, den sie seid einigen Wochen stets bei sich trug, glimmerte goldgrün im dämmrigen Licht des Raumes.

Sie nickte schwach, und obwohl Lanthalon spürte wie enttäuscht und verletzt sie war, gab er nicht nach.

Sein Blick blieb fest auf sie gerichtet, bis sie schweigend das Zimmer verließ.

Sie war der Grund weswegen alles schief gegangen war! Sie war es, die ihn dazu gezwungen hatte Themes wehzutun!

Er spürte wie Zorn in ihm aufflammte und fuhr sich mit den Händen über sein Gesicht.

Tief in ihm wusste er, dass dies alles seine eigene Schuld war.

3.2.09 14:28


Fijendal

"Fijendal wird kommen."

Kurze Stille.

„Bist du eigentlich von allen guten Geistern verlassen!“

Lanthalon stieß die Priesterin zurück und stand hastig auf. Brennender Schmerz machte sich in seiner Schulter breit, auf der nur noch eine oberflächliche Fleischwunde zu sehen war.

Aleena sah ihn überrascht an.

„Was gibt dir das Recht mich aufzuhalten?“ Lanthalon schrie nun und seine Augen blitzten vor unterdrückter Wut.

„Sie hätte mich töten können…oder ich sie!“

„Du hättest nicht…“, warf Aleena ein doch sie wurde grob durch ihn unterbrochen.

„Was ist los mit dir das du so grob in die Sachen anderer reinpfuschst?“

„Ich pfusche ni-…“

„Ach nein? Warum mischst du dich dann in meine Angelegenheiten? Ich habe dir gesagt du sollst dich raushalten verdammt noch mal!“

„Ich wollte nur…“

„Sie hat mich da draußen fast getötet! Sie hätte es getan wenn…Sie ist unheimlich und seltsam, du solltest nicht mit ihr gemeinsame Sache machen.“

Nun stand Aleena mit ernster Miene auf.

„Ich mache nicht gemeinsame Sache mit ihr! Sie macht meine Sache!“

„Du kannst ihr nicht vertrauen!“

„Sie hat dich nicht getötet obwohl sie es mit einem Fingerschnippen hätte tun können!“

Das traf Lanthalon hart und er blickte die Priesterin feindseelig an.

„Wenn du mich loswerden willst, dann sag bescheid, und hetz keine Mörder auf mich.“, sagte er in gefährlich ruhigem Tonfall.

Aleena eilte zu ihm und versuchte den großen Mann zu beschwichtigen.

„Lanthalon bitte! Ich versuche nicht dich umzubringen, das war nie meine Absicht! Ich will nur das du dir ansiehst was du hier anstellst…das du es wieder richtig biegst. Dae hatte nur den Auftrag dich nicht verschwinden zu lassen, glaube mir!“

„Das hat sie ja wunderbar geschafft, und mich dabei gleich noch ein wenig demoliert.“, schnaubte er.

Aleena sah zu ihm hoch und ihre blauen Augen trafen seine moosgrünen.

„Hättest du dich einfach kampflos ergeben und wärest mit ihr gekommen?“ Sie sah ihn fragend an, und obwohl keiner etwas sagte kannten sie beide die Antwort.

Sie kam einen weiteren Schritt näher und legte ihm vorsichtig die Fingerspitzen auf seine Wunde.

„Lass mich das hier zu Ende heilen.“

Lanthalon wischte ihre Hand beiseite.

„Vergiss es. Das erinnert mich wenigstens daran vorsichtiger zu sein, auch bei meinen Freunden.“

Sein Blick traf Aleena schwer. Als sie ihn erneut ansah spiegelte sich Unsicherheit in ihrem sonst so festen Blick.

„Ich versuche es richtig zu machen, Thal…ich versuche es so sehr. Ich versuche es jedem recht zu machen, und alle zufrieden zu stellen.“ Ihre Stimme wurde dünn und immer leiser.

„Alle beobachten mich und halten mich für irrsinnig, dabei versuche ich nur uns alle glücklich zu machen.“ Dieser Satz war nicht mehr als ein Zittern ihrer Stimme.

Lanthalon schloss kurz die Augen, dann legte er seine Hände um Aleena’s Taille und zog sie die letzten Zentimeter zu sich heran.

Er hob seinen Kopf an und sie legte bereitwillig ihren unter sein Kinn. Ihr Körper schmiegte sich leicht an seinen und er spürte wie sie sich wieder beruhigte.

„Du solltest nicht so hart versuchen es allen Recht zu machen. Das kannst du nicht.“

Er stützte sein Kinn auf ihren Kopf und ignorierte das schmerzhafte Pochen in seiner Schultern.

Er füllte sich an sich selbst erinnert. Immerhin hatte er oft genug versucht es allen Recht machen zu wollen, und war immer wieder an seine Grenzen gestoßen.

 

In diesem Moment klopfte es an der Tür.

Automatische antwortete Aleena darauf mit einem heiseren: „Ja?“

Und noch bevor Lanthalon die Priesterin von sich fort schieben konnte, betrat jemand das Zimmer, den er nicht erwartet hatte.

Aleena zuckte zusammen, wischte sich hastig über die Augen und taumelte von Lanthalon zurück, der sie kurz am Arm packen musste, damit sie nicht das Gleichgewicht verlor.

„Ich…ich lasse euch beide allein.“, stammelte sie und hastete eilig aus dem Zimmer.

Die Tür fiel mit einem leisen Knall ins Schloss – danach herrschte Stille.

31.1.09 10:01


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